Kino

Jason Statham fordert Oscars für Stuntmen

Gerade weil er selbst viele Stunts ausführt, lässt er nichts auf die Action-Doubles kommen.

Jason Statham fordert Oscars für Stuntmen
Jason Statham fordert Oscars für Stuntmen (Kinowelt) Kinowelt

Jason Statham will Gerechtigkeit - so wie in etlichen seiner Filmen. Diesmal bezieht sich diese allerdings auf Hollywoods Männer und Frauen fürs Grobe: Die Riege der Stuntmen - seines Erachtens nach völlig zu Unrecht bei nahezu allen Galas und Feierlichkeiten der Traumfabrik ausgeschlossen. Deshalb hat der Action-Star jetzt auch an die Academy of Motion Picture Arts and Sciences appelliert, hier doch endlich Gerechtigkeit walten zu lassen. Diese ist nämlich das Gremium, das einmal im Jahr die Oscars verleiht. Und die begehrten Statuen gibt es ja für alle möglichen und unmöglichen Leistungen ("Bester Tonschnitt", "Bestes Make-up und beste Frisuren" - früher sogar mal "Beste Regieassistenz"). Die Stuntcrews der Filmwelt hingegen dürfen zwar ihre Knochen hinhalten - aber Chancen auf eine Ehrung bei den Academy Awards haben sie keine. "Die ganzen Stuntmen sind unbesungene Helden", beschwerte sich Statham jetzt in einem Interview. "Aber niemand erweist ihnen irgendeinen Respekt. Sie sind es die den Hals riskieren. Und dann hast du diese affektierten Schauspieler, die vorgeben, dass sie es waren." Er selber kann die Leistung der Stuntleute einschätzen: Schließlich ist die Action-Ikone dafür bekannt, die meisten Stunts selbst zu übernehmen. Vielleicht genau das, was ihn dazu bringt, sich für die sonst unsichtbaren Helden einzusetzen: "Für mich ist das eine komplette Ungerechtigkeit. Die sind es, die echt was drauf haben. Und dann steht irgendein Typ vor dem verdammten Greenscreen und setzt sein Gesicht in Szene, als ob er den Stunt gemacht hätte. Für mich ist das eine Farce. Ich bin wirklich frustriert deshalb. Ich kenne diese Jungs. Ich trainiere mit ihnen die ganze Zeit. Und ich weiß, dass sie unglaublich talentiert sind."

 

Echte Knochenarbeit

Die ganze Debatte war in Hollywood letztlich durch den Tod des legendären Stuntman Hal Needham ins Rollen gekommen. In über 4.500 Fernseh- und 310 Spielfilmen hatte der im Alter von 82 Jahren verstorben Kopf und Körper hingehalten. Den Preis dafür zahlte er mit 56 Knochenbrüchen, einem Lungenriss und einem mehrmals zerschmetterten Rücken. Das Kuriose daran: Er durfte sich tatsächlich einen Oscar ins Regal stellen. Nur nicht für seine einzigartigen Leistungen als Stuntman. Er erhielt den Goldjungen als Spezial-Award für eine filmtechnische Entwicklung.



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