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Jan Böhmermann: Klagt er sich an die SPD-Spitze? | #neustart19

Jan Böhmermann (38) will für den SPD-Vorsitz kandidieren. Das kündigte er am Donnerstagabend in seiner Sendung „Neo Magazin Royal" an. 

Jan Böhmermann SPD Kandidatur
SPD-Spitzenpolitiker Alexander Schweitzer, hier im rheinland-pfälzischen Landtag (rechts) hat auf Jan Böhmermanns Vorstoß reagiert. Foto: dpa picture alliance

Update: Jan Böhmermann ist vorerst mit seinem Vorhaben gescheitert. Wie er selbst auf Twitter bekannt gab, konnte er nicht alle Kriterien erfüllen. 

Damit ist die Sache für den Satiriker jedoch noch längst nicht abgeschlossen, denn Böhmermann überlegt, juristische Schritte einzuleiten. "Wir analysieren jetzt, woran es gelegen hat und welche Konsequenzen wir ziehen werden. Morgen Mittag [am Montag, den 02. September] werde ich Stellung nehmen, wie es weitergeht und ob ich meine Kandidatur für den Parteivorsitz der SPD ggf. noch juristisch durchsetzen werde. Vor dem Aufbruch kommt das Aufbrechen. Das @neustart19 Team und ich kennen nur eine Richtung: Vorwärts!", heißt es auf Twitter.

Mittlerweile hat er per Video-Botschaft auf YouTube Stellung genommen und verkündet: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Rechtsanwalt". Demnach wolle er weiter um die Parteispitze kämpfen, auch mit juristischen Mitteln: 

Sollte es in diesem Jahr nicht klappen, werde er sich beim nächsten Mal besser vorbereiten, und sein Ziel dann - hoffentlich - in die Tat umsetzen. Wir sind gespannt, wie es weitergeht!

 

#neustart19 : Was steckt hinter Jan Böhmermanns neustem Coup?

Wird Jan Böhmermanns Traum die Zukunft der arg gebeutelten SPD bestimmen? Nach eigenen Aussagen sei ihm Willy Brandt im Traum erschienen, um ihn zur Kandidatur um den SPD-Vorsitz zu ermutigen.  „Du musst es machen, der Olaf (Scholz) ist 'ne Pfeife“, habe der 1992 verstorbene Altbundeskanzler ihn in seiner Vision wissen lassen.

Noch bis Sonntag können sich Kandidaten für die Nachfolge Andrea Nahles an der Parteispitze bewerben. Bisher hat der Wahlvorstand der Sozialdemokraten fünf Kandidatenduos die nötige Unterstützung zugesprochen, darunter Scholz und die Brandenburger Landtagsabgeordnete Klara Geywitz.

Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping, Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann sind gesetzt. Gleiches gilt für die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer sowie für die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis samt Ver.di-Chefökonom Dierk Hirschel.

 

Jan Böhmermann will den #neustart19

Für sein Ziel hat Jan Böhmermann die Webseite "Neustart19.de" eingerichtet, denn seine Kampagne läuft unter dem Hashtag #neustart19. „Ich bin bereit, die SPD zu retten, wenn Ihr mir dabei helft“, richtete sich Böhmermann an die SPD, es könne juristische Schwierigkeiten geben, so Böhmermann, der beteuerte, nicht zu scherzen. Das Ziel sei klar: „Ich, Jan Böhmermann, möchte Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden.“

 

Diesen Herausforderungen muss sich Böhmermann stellen

Wie der Satiriker auf seiner Webseite schreibt, gelte es nun, drei Herausforderungen zu meistern:

"1. Formell muss die Kandidatur für den Parteivorsitz bis Sonntag um 18 Uhr eingereicht sein.

2. Ich brauche bis dahin die Unterstützung von fünf SPD-Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband.

3. Ich brauche bis dahin eine gültige Mitgliedschaft in der SPD."

„Wir haben jetzt nur noch 70 Stunden Zeit“, so Böhmermann, der bisher noch nicht Mitglied der Partei ist, im „Neo Magazin Royal“. Auch seiner Website schreibt er: „Wenn die Sozialdemokratische Partei Deutschlands tatsächlich die effiziente Demokratiemaschine ist, für die ich sie halte, muss es doch möglich sein, die Formalitäten für meine Kandidatur innerhalb von drei Tagen zu erledigen.“

 

Die SPD reagiert auf Böhmermann

Auf Twitter äußerte sich Alexander Schweitzer, Mitglied des SPD-Bundesvorstands bereits am Donnerstagabend ironisch: „Ich finde gut, wenn Jan Böhmermann Mitglied der SPD wird. Wir können schließlich Verstärkung gut gebrauchen. Allerdings sollte er beim Mitgliedsbeitrag nicht zu knauserig sein und sich das mit dem Vorsitz schnell wieder abschminken.“

Falko Mohrs, der mit dem Direktmandat des Wahlkreises Helmstedt-Wolfsburg für die SPD im Bundestag sitzt, zeigte sich gegenüber BILD kritisch: „Wir sind keine Satire-Veranstaltung. Das wird unserer Verantwortung wirklich nicht gerecht.“

 
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