Kino

James Gandolfini erliegt Herzinfarkt

Im Alter von nur 51 Jahren erleidet James Gandolfini, der als Titelheld in "Die Sopranos" Fernsehgeschichte schrieb, in Rom einen tödlichen Herzinfarkt.

James Gandolfini ist tot: Im Alter von 51 Jahren erlag der Schauspieler, der mit seiner Darstellung des Tony Soprano in der Kultserie "Die Sopranos" ab 1999 über sechs Staffeln hinweg Fernsehgeschichte schrieb, einem Herzinfarkt. Er wurde 51 Jahre alt. Gandolfini befand sich auf Urlaubsreise in Italien und wollte in wenigen Tagen zum Filmfestival in Taormina reisen. Als Tony Soprano gewann er drei Emmys und einen Golden Globe. Vor "Die Sopranos" hatte sich der bullige, untersetzte, früh mit großen Geheimratsecken im schütteren Haar gesegnete James Gandolfini als einer der vielbeschäftigten Nebendarsteller Hollywood einen Namen geamchts, die als "Heavy" für schauspielerische Würze sorgen, indem sie als Killer, Mafioso, Cop, Anwalt, Militär oder Kleingauner die zwielichtigen Töne eines Films bestimmen und eine gefährlich zurückhaltende Stille zur Schau tragen, die sich oft in Gewalt entlädt. Mal düster, wie als Pornoproduzent in "8MM", mal beinhart, wie als Mitarbeiter eines Unternehmens, das eine Region mit giftigen Abwässern verseucht, mal integer, wie als Cop Lou in "Dämon", der zeitweise von einem bösen Geist besessen ist und den Rolling-Stones-Titel "Time is on my Side" summen muss.

 

Goodbye, Tony

Gandolfini wurde bekannt als philosophischer Auftragskiller in "True Romance", als Klempner-Freund von Geena Davis in "Angie" und als Bodyguard Bear in der Kriminalkomödie "Schnappt Shorty". Er war Dockarbeiter und der ältere Bruder von John Cusack in "Money for Nothing" und loyaler Marineleutnant in Tony Scotts "Crimson Tide". Zu seinen denkwürdigsten Auftritten gehören der von Billy Bob Thornton ermordete Warenhausmanager Big Dave, der mit Thorntons Gattin Frances McDormand in "The Man Who Wasn't There" ein Verhältnis hat und von ihm erpresst wird, und der Killer in "The Mexican", der Julia Roberts als Geisel nimmt und mit ihr eine chaotische Reise durch den Südwesten der USA erlebt, in deren Folge ihn die gekidnappte Frau psychologisch aufbaut, weil er als schwuler Hitman mit unglücklichen Liebesgeschichten geschlagen ist. Unsterblich wurde Gandolfini jedoch mit der HBO-TV-Serie "The Sopranos", in der er als Tony Soprano das Oberhaupt der von Krisen und Nervenkämpfen geschüttelten Mafia-Familie ist. Die Rolle brachte ihm drei Emmys, Golden Globe und Screen Actors Guild Award ein. Gerade erst wurde "Die Sopranos" als bestgeschriebene Fernsehserie aller Zeiten ausgezeichnet. Sie zählt zu den Serien, die den aktuellen Serienboom mit ausgelöst hat. Bis zu seinem Tod blieb Gandolfini vielbeschäftigt. So sah man ihn im letzten halben Jahr als als alkoholkranken Hitman in "Killing Them Softly", als CIA-Chef in "Zero Dark Thirty" und in dem ersten Spielfilm von "Die Sopranos"-Macher David Chase, "Not Fade Away", als Familienoberhaupt.



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