Fernsehen

Ikke Hüftgold: Schwere Vorwürfe gegen Sat.1 I Drehabbruch

Matthias Distel alias Ikke Hüftgold äußert sich, was zum Drehabbruch bei Sat.1 geführt hat.

Ikke Hüftgold Drehabbruch
Matthias Distel, bekannt als Ikke Hüftgold, erhebt schwere Vorwürfe gegen Sat.1. Foto: IMAGO / Future Image
Inhalt
  1. Ikke Hüftgold: „Ich bin auf unzumutbare, widerwärtige Zustände getroffen“
  2. Sat.1-Dreh trotz Vorgeschichte
  3. Ikke Hüftgold: Harte Wort gegen Sat.1 und Produktionsfirma
  4. Sat.1 äußert sich zu Ikke Hüftgolds Vorwürfen

Matthias Distel, vielen eher unter dem Namen Ikke Hüftgold bekannt, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Privatsender Sat.1 und der Produktionsfirma Imago TV. In der letzten Woche stand der Partysänger für das Tauchexperiment „Plötzlich arm, plötzlich reich“ vor der Kamera. Doch von den Umständen der Produktion war Ikke so schockiert, dass er kurzerhand die Dreharbeiten abgebrochen hat.

 

Ikke Hüftgold: „Ich bin auf unzumutbare, widerwärtige Zustände getroffen“

Auf seiner Instagram-Seite veröffentlichte der Sänger am Montag ein Statement. „Ich bin auf unzumutbare, widerwärtige Zustände getroffen, die von Produktionsseite der Imago TV GmbH und vom Sender Sat.1 ausgegangen sind“, berichtet der Sänger in dem Video.

In der vergangenen Woche sei das Tausch-Projekt losgegangen. Dabei schlüpfen eine wohlhabendere Familie und eine sozial schwächere Familie jeweils in das Leben der anderen. Ikke nahm mit seiner Partnerin teil und zog in die Wohnung einer Familie mit vier Kindern. Doch bereits nach zehn Minuten, als beide Näheres über die Familie erfahren hatten, liefen bei Ikke Tränen vor der Kamera. Zu schockierend und moralisch verwerflich seien die Umstände dieser Produktion.

 

Sat.1-Dreh trotz Vorgeschichte

Denn vor allem die beiden jüngsten Kinder litten unter Traumata und seien in psychologischer Behandlung – genau wie die Mutter. Für den Sänger unverständlich, wie das Leben der Familie so für das Fernsehen ausgenutzt und die Kinder dem Stress des Drehs ausgesetzt werden konnten: „Sofort kam die Frage bei uns auf, ob man Kindern im Alter von acht und zehn Jahren, die offensichtlich psychische Probleme haben, rechtlich und moralisch gesehen in ein Fernsehformat ziehen kann, bei dem acht Tage am Stück bis zu zehn Stunden gearbeitet werden sollte.“ Laut Ikke wusste die Produktion von der psychischen Verfassung der Familie.

Vor laufender Kamera erfuhr der „Promi Big Brother“-Teilnehmer dann, dass die Kinder in der Vergangenheit von ihrem leiblichen Vater schwerste Misshandlungen erlebt haben. Direkt brach er die Dreharbeiten ab. Für Ikke ist es unverständlich, wie trotz des Wissens gedreht werden konnte: „Denn ausnahmslose alle beteiligten Redakteure sowie der Aufnahmeleiter wussten spätestens montags, dass mit schwer traumatisierten Kindern gedreht wurde.“ Er habe Nachrichten und Dokumente, die belegen würden, dass auch die Geschäftsführung von den Zuständen wusste.

 

Ikke Hüftgold: Harte Wort gegen Sat.1 und Produktionsfirma

Zeitgleich erfuhr er, wie es der Familie derweilen in seinem Zuhause erging. Denn obwohl ihm suggeriert wurde, dass sich vor allem die Kinder bei ihm in Limburg sehr wohlfühlen würden, spielten sich schreckliche Szenen ab. Eines der Kinder soll mehrfach den Kopf gegen eine Wand geschlagen haben, um sich selbst zu verletzen. Das jüngere Geschwisterkind soll vom Balkon des vierten Stocks geschrien haben, sich etwas antun zu wollen.

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Trotz der Geschehnisse hätte die Produktionsfirma die Dreharbeiten weiterlaufen lassen – hätte Ikke sie nicht von sich aus abgebrochen. Auch Bedenken der Mitarbeitenden sollen ignoriert worden sein und stattdessen daran appelliert worden sein, die laufende Produktion nicht zu gefährden und den Dreh fortzuführen.

Für den Sänger ein aus ethischer und moralischer Sicht sehr verwerfliches Verhalten: „Es geht um schwer traumatisierte Kinder, die in meinen Augen aufgrund von möglichst hohen Quoten und einer menschenverachtenden Herangehensweise die Sensationsgier der breiten Masse befriedigen soll.“

 

Sat.1 äußert sich zu Ikke Hüftgolds Vorwürfen

In einem kurzen Statement äußerte sich Sat.1 zu den Vorwürfen. „Unmittelbar nachdem wir seine Mail erhalten haben, haben wir begonnen, mit der Produktionsfirma und der Familienhilfe zu reden, um der Familie zu helfen und um die Zusammenhänge aufzuarbeiten“, schreibt der Sender auf Instagram. Feststehe, dass keine Sekunde dieser Folge gezeigt werde.

 



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