Kino

Idris Elba als 007?

Dass er auf die Rolle scharf ist, ist kein Geheimnis. Dass Hollywood sich das sogar vorstellen kann, ist hingegen neu.

James Bond Nummero 23, bekanntermaßen "Skyfall" betitelt, ist noch nicht mal angelaufen - schon wird unverdrossen spekuliert, wer Daniel Craig einmal Beretta und Martiniglas aus der Hand nehmen könne. Immer voraus gesetzt, der hochgelobte Brite fühlt sich tatsächlich einmal zu alt für den Job beim Secret Service. Sowas in der Richtung verlautbart der 44-jährige zwar in jedem zweiten Interview, doch das läuft vermutlich eher unter Fishing For Compliments als unter altersbedingten Ermüdungserscheinungen.

Craig selbst hält sich ja angeblich auch für einen miesen Agenten ("Ich wäre wirklich furchtbar! Ich kann einfach nicht lügen") - das hat ihn aber nicht davon abgehalten, dem langsam erlahmenden 007-Thema eine höchst erfolgreiche Frischzellenkur zu verpassen. Hinzu kommt, dass seine Unterschrift bereits die Verträge für zwei weitere Bond-Abenteuer ziert.

Aber trotzdem: Wenn man so in die Runde fragt, wer unter Hollywoods Herren sich in der Rolle sehen würde, ragt immer ein Finger ganz weit nach oben - der von Idris Elba. An dem Finger dran ist ein Schauspieler, der sich mimisch durchaus mit Ruhm bedeckt hat. So führte er als Raumschiff-Kapitän Ridley Scotts "Prometheus", spielte in der BBC-Serie "Luther" virtuos den gebrochenen Titelhelden und bereicherte die grandiose Krimiserie "The Wire".

Dazu ist er charismatisch, cool - und schwarz. Ab dem Punkt runzeln Bond-Fans gerne mal die Stirn - weniger aus Gründen der Diskriminierung sondern aus Sorge um die Rollen-Konsistenz. Dass sich bei einem Agenten Gesichtszüge, Haarfarbe, Stilempfinden und Lieblingskarosse im Laufe des Lebens ändern, scheint damit in Deckung zu bringen.

Aber ein Wechsel der Hautfarbe? Jetzt hat sich "Skyfall"-Star Naomie Harris diesbezüglich zu einem Statement hinreißen lassen. Und nicht genug damit, dass sie sich als Fan des Afrobriten outete: "Ich würde für Idris stimmen. Ich habe gerade mit ihm gearbeitet und er ist ein großartiger Typ". Vor allem, was sie sonst noch so verriet, zeigt: Auch die Traumfabrik hält so einen Farbwechsel keinesfalls für absurd. "Ich wusste gar nicht, dass es diese Gespräche gab. Dann habe ich einen Film mit Idris gemacht - und er erzählte, dass er sich mit Barbara Broccoli getroffen hat. Und dass es tatsächlich möglich wäre, dass die Zukunft einen farbigen James Bond bereithält."

Die Frau für Revolutionen


Wenn man jetzt noch weiß, dass Barbara Broccoli seit Mitte der 90er alle Bond-Filme produziert, bekommt dieses Treffen plötzlich besonderes Gewicht. So jemand trifft sich nicht mit einem Schauspieler, nur um Hollywood-Klatsch auszutauschen. Und auch, dass sie vor keinem Paradigmenwechsel zurückscheut, hat die Produzentin längst beweisen. Sie war es nämlich, die durchgesetzt hat, dass in "Goldeneye" Bonds Chef M mit einer Frau besetzt wurde.

Und heute wundert sich längst niemand mehr, dass Judi Dench beim Secret Service das Sagen hat. Natürlich auch eine Option für die Zukunft: 007 als Frau. Schließlich hat Idris Elba einmal seine Qualifikation als Doppelnullagent darauf reduziert, er könne mit Frauen flirten und drinken. Also nichts, was nicht auch auf Lindsay Lohan zutrifft.



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