Fernsehen

"Honig im Kopf", "Tatort" und Helene Fischer: Das große Til Schweiger-Interview

Honig im Kopf
Honig im Kopf
Wie sind Sie auf Dieter Hallervorden gekommen?
 
Til Schweiger: Mein Casting-Direktor Emrah Ertem hat mir verschiedene Namen genannt. Aber ich glaubte, dass wir keinen passenden Darsteller in Deutschland finden werden. Ich hatte das Drehbuch schon übersetzt und war dabei, Kontakte zu Michael Caine oder John Hurt herzustellen. Dann hätte die Geschichte eben in England gespielt, und sie wären über die Normandie nach Venedig gereist. Dann hat mir Emrah den Trailer von "Sein letztes Rennen" gezeigt. Ich bin zur Vorpremiere des Films nach Hamburg gefahren, habe mich 20 Minuten mit Dieter Hallervorden unterhalten und dann meinen Co-Produzenten Tom Zickler angerufen und ihm gesagt: Tom, ich habe Amandus gefunden! Ich habe Dieter gleich das Drehbuch geschickt und er meinte, dass Drehbuch findet er toll, aber er muss erst einmal die Emma treffen. Dieter ist zu uns gekommen, und dann lagen er und Emma auf dem Wohnzimmerboden und haben zusammen das Drehbuch gelesen. Nach drei Minuten gab Dieter mir ein Zeichen, dass das passt. Und jetzt sagen alle, die den Film gesehen haben, die Chemie zwischen den beiden ist der Wahnsinn.

Mit Ihrer jugendlichen Art haben Sie nichts von einem 50-Jährigen an sich. Viele Menschen in dem Alter sehen schon ziemlich alt aus, fühlen sich alt, denken alt.
 
Til Schweiger: Aber die waren schon immer alt. Ich habe irgendwann mal gelesen, dass man in irgendeiner Religion in einem bestimmten Alter auf die Erde kommt und sein ganzes Leben so alt bleibt. Das war für mich total einleuchtend. Mein älterer Bruder, den ich sehr lieb habe, war mit 20 schon erwachsen. Und der ist heute noch genauso wie mit 20. Ich war nie erwachsen, sondern immer jung. Im Geist. Nur körperlich merkt man dann, dass man nicht mehr jung ist. Wenn du mit 42 über den Fußballplatz grätschst, als wärst du 22, und dann reißt dir die Achillessehne, dann merkst du, dass du älter geworden bist. Wenn ich jetzt Fußball spiele, tut mir drei Tage alles weh.
 
Sie haben gerade in Hamburg zwei Tatort-Folgen gedreht, die erst im Herbst nächsten Jahres ausgestrahlt werden. Das ist eine lange Zeit zwischen Ihrem 
letzten Tatort und den neuen Folgen...
 
Til Schweiger: Das finde ich auch. Aber sie wollten nicht wieder einen Termin im März haben. Bei der letzten Ausstrahlung hatten wir den ersten schönen Frühlingstag, in München waren 20 Grad. Der Deutsche geht beim ersten warmen Sonnenstrahl nach draußen. Das hat uns zweieinhalb Millionen Zuschauer gekostet. Wir wollen uns ja den Rekord von Münster zurückholen (lacht).
 
Ihr Tatort ist ja als Trilogie angelegt...
 
Til Schweiger: Genau genommen ist es mit den beiden neuen Folgen eine Quadrologie. Wenn es gut läuft, machen wir noch einen fürs Kino. Ist geplant für Januar 2016. Der Film soll an die TV-Tatorte anschließen. Wenn der Kinofilm durch ist, machen wir die nächsten vier fürs Fernsehen.
 
Empfinden Sie den Tatort-Dreh als besonders anstrengend?
 
Til Schweiger: Ich habe zwar immer gesagt, dass ich nie in Blankenese ermitteln möchte, warum die Millionärswitwe tot im Pool treibt. Wenn du da aber um fünf Uhr morgens irgendwo in Hamburg an einer zugigen Ecke stehst, müde und durchgefroren, da war ich kurz davor zu sagen: Okay, der nächste Tatort muss an einem Nachmittag in Blankenese spielen, am besten bei mir vor der Haustür.

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