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„Höhle der Löwen“-Eklat: 1. Statement nach Beschimpfung der "Sirplus"-Gründer

Investor Dr. Georg Kopfler bezeichnet bei der Vox-Serie Die Höhle der Löwen“ zwei Teilnehmer als „obergierige Kapitalisten.“

Investoren-Team von "Die Höhle der Löwen"
„Höhle der Löwen“: Investor Dr. Georg Kofler beschimpft Kandidaten TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Laut gebrüllt Löwe! Was eigentlich als schönes Geschäftsmodell begann, verlief für die Gründer von „Sirplus“ in der „Höhle der Löwen“ ziemlich unerfreulich. Raphael Fellmer (36) und Martin Schott (31) versuchten für ihre soziale Supermarkt-Kette einen der Investoren für sich zu gewinnen. Das System ist schnell erklärt. Es werden abgelaufene Produkte von Supermärkten gekauft und für weitere Verbraucher günstig verkauft. Dieses Konzept hat sich in Berlin mit vier Läden bereits etabliert, auch online sind die beiden Geschäftspartner schon jetzt erfolgreich. Die jungen Unternehmer möchten gegen den Wegwerf-Trend antreten und schätzen ihr Unternehmen, trotz nur etwas mehr als einer Millionen Umsatz der vier Filialen, auf 11 Millionen Euro.

Weit gefehlt: „Löwe“ Dr. Georg Kopfler warf dem Duo vor sich als „Weltverbesserer“ darzustellen, obwohl sie ein ganz normales kapitalistisches Model vertreten würden. Sie würden Dinge billig kaufen und teuer verkaufen, während sie sich als „Moralapostel“ geben. Er ließ sich sogar zu der Aussage herab, dass die Kandidaten wie „obergierige Kapitalisten“ wirkten. Knopflers Angebot für die Teilnehmer: 700 000 Euro für sechs Prozent ihres Unternehmens.

Zwar stieß das Projekt nicht bei allen „Löwen“ auf Ablehnung, doch selbst Frank Thelen, der viel Erfahrung mit Startups vorzuweisen hat, konnten die zwei nicht für sich gewinnen. Sie verließen die Show letztendlich ohne Deal.

 

"Höhle der Löwen"-Eklat: Das sagen die "Sirplus"-Gründer

Höhle der Löwen: Eklat um Sirplus
Martin Schott und Raphael Fellmer sind überzeugt von ihrer Idee, Lebensmittel zu retten und gleichzeitig daran zu verdienen. TVNOW/Bernd-Michael Maurer

Gegenüber "Bild" äußerten sich die beiden Gründer inzwischen zu ihrem Auftritt in der Vox-Sendung und die ablehnende Haltung der Jury. Sie seien etwas enttäuscht, dass keiner der Löwen das Potenzial und die positive Wirkung ihres Startups in der Gesellschaft verstanden habe. Sie glauben, die Löwen hätten noch kein Bewusstsein dafür, dass es möglich sei, eine Firma wirtschaftlich erfolgreich aufzustellen, dabei "gleichzeitig eine positive, lebensfördernde Wirkung auf die Menschheit und Umwelt zu haben."

Weiter entschuldigte sich Fellmer dafür, etwas gesagt zu haben, das Herrn Kofler verstimmt haben könnte. "Wir glauben, dass unsere Bewertung gerechtfertigt war, wenn auch am oberen Ende des Spektrums angesiedelt, wie es bei einer Verhandlung nun mal üblich ist. Es war ja auch nur unser Angebot und wir haben nicht mal ein Gegenangebot von den Löwen bekommen."

Anders als die Jury im Fernsehen scheinen es die Intestoren Tim Schumacher ("Ecosia"-Suchmaschine), Matthias Willenbacher (Pionier auf dem Gebiet erneuerbarer Energien) und Benjamin Otto (Mitglied des Otto Group-Aufsichtsrats) zu sehen, die die beiden "Sirplus"-Gründer mittlerweile von ihrem Konzept überzeugen konnten. Und mit dem haben Fellmer und Schott viel vor: Ihre Läden sollen zu einem Franchise werden und in wenigen Jahren in mindesten fünf Ländern vertreten sein. Auch einen Online-Shop soll es geben. Mit ihrer Eigenmarke, so betonen die zwei Visionäre, wollen sie zudem in Zukunft gerettete Lebensmittel bei Landwirten und Produzenten haltbar machen. 



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