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Heike Drechsler, die "Ewige Heldin", die keine Heldin sein will

Eine Heldin? Das bin ich nicht! Mit dem Titel der neuen VOX-Show "Ewige Helden" kann sich Weitsprung-Star Heike Drechsler nicht recht anfreunden. Dennoch ist die zweifache Olympiasiegerin Kandidatin in der Sendung, die einen Blick auf die Privatperson hinter der Sportler-Fassade erlaubt. Im Gespräch mit TV Movie Online-Redakteurin Laura Schäfer sprach Heike Drechsler vorab über ihre schwersten Momente in der Show und ihre eigenen Helden.

Heike Drechsler
Heike Drechsler mit ihrer Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney /Getty Images

Sie ist eine lebende Legende, beherrschte jahrelang die Weitsprung-Szene. Aber Heike Drechsler ist bescheiden geblieben, der Begriff "Heldin" ist nicht ihr Ding. Doch der sportliche Ehrgeiz steckt noch immer in ihr. In der neuen VOX-Show "Ewige Helden" tritt sie gegen neun weitere Sport-Stars an, um die "Königin der Athleten" zu werden, wie es Moderatorin Ruth Moschner in der ersten Sendung auf den Punkt brachte.

 

"Ewige Helden": Das sind die Kandidaten

Das wollen jedoch auch sie werden: Fußball-Weltmeister Thomas Häßler, Box-Weltmeister Markus Beyer, Zehnkampf-Star Frank Busemann, Snowboard-Olympiasiegerin Nicola Thost, Diskus-Olympiasieger Lars Riedel, Ironman-Gewinner Faris Al-Sultan, Biathlon-Olympiasiegerin Uschi Disl, Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen und Danny Ecker, Hallenmeister im Hochsprung, durchsetzen.

Ewige Helden VOX
Alle Sport-Stars der neuen VOX-Show "Ewige Helden"

Sie alle haben Erfolge gefeiert, die sie bis an die Spitze in ihren Sportarten geführt haben. Doch der Ruhm kam nicht ohne Preis - harte Entbehrungen, mentale Schwächephasen und mediale Schelten nach jeder Niederlage zehrten an ihnen. Und so musste auch Heike Drechsler harte Zeiten durchmachen. Die letzte sogar erst kurz vor Drehstart der Show.

"Ich habe meinen Papa und meinen langjährigen Trainer verloren", erzählt sie uns im Interview. Die Trauerbewältigung ist noch lange nicht abgeschlossen. Das merkte die 51-Jährige am Set, als sie plötzlich die Trauer über die Verluste übermannte. Sie habe den Gefühlsausbruch gar nicht steuern können. "So hat man mich noch nie gesehen", verspricht die sympathische Sportlerin und klingt dabei immer noch überrascht.

 

Tränen für die "Ewigen Helden"

Und das ist wohl das Erfolgsrezept von "Ewige Helden": In der Show geht es natürlich um die sportliche Auseinandersetzung der Stars. Aber eben nicht nur. Sie kämpfen, sie beißen, sie lassen einen Blick hinter den Kampfesgeist zu. Als Britta Steffen in der ersten Folge ihre Karriere und das Ende derselbigen vorstellte, kamen dem früheren Box-Weltmeister Markus Beyer die Tränen. Auch Lars Riedel (Diskus-Olympiasieger von 1996) Augen glitzerten verdächtig.

Die Helden unserer Kindheit werden entglorifiziert; ihre Erfolge erscheinen noch bewundernswerter, denn nebenbei mussten sie mit privaten Problemen und den Schattenseiten des Ruhmes zu kämpfen. Als diese bei Britta Steffen zur Sprache kommen, spürt man den Zusammenhalt in der Gruppe, die Sympathie und den Respekt, die sie füreinander empfinden.

 

Heike Drechsler: "Wir sind auch nur Menschen!"

Ein Kunststück, das VOX bereits mit Quoten-Hit "Sing meinen Song" gelungen ist. Es ist ebenfalls die Wirkung, die sich Heike Drechsler gewünscht hat: "Mir war es wichtig, dass die Zuschauer sehen, dass wir alle auch nur Menschen sind. Wir hatten zwar heldenhafte Erfolge, aber auch unsere Probleme." Deshalb mag sie die Bezeichnung Held auch nicht gerne. Aber gibt es denn niemanden, den sie als Helden bezeichnen würde? "Doch, Mutter Theresa!"



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