Fernsehen

"Hart aber Fair": Protestwelle überrollt ARD nach umstrittener Zensur!

Frank Plasbergs „Hart aber Fair“ gerät immer häufiger in die Schlagzeilen: Nachdem der Moderator beschuldigt wurde die Versicherungslobby zu unterstützen, gerät nun ARD- und WDR-Spitze in Verruf, weil sie eine Sendung nachträglich aus ihrer Mediathek entfernten.

"Hart aber Fair" Shitstorm gegen Zensur
Frank Plasberg und seine Talk-Sendung "Hart aber Fair" stehen einmal mehr im Mittelpunkt der Medienkritik.

Am 2. März 2015 hatte Frank Plasberg in seine ARD-Talkshow zum Thema Gleichberechtigung u.a. Schauspielerin Sophia Thomalla (25), den FDP-Vize Wolfgang Kubicki (63) und "Aufschrei"-Initiatorin und Bloggerin Anne Wizorek (34) eingeladen. Über eine halbes Jahr war die Sendung in der ARD-Mediathek abrufbar gewesen bis sie vor kurzem plötzlich aus dem Archiv verschwunden war.

Der WDR-Rundfunkrat reagierte dabei auf Sexismus-Beschwerden von Frauenverbänden und beschloss die Sendung zu löschen. Auf Anfrage von Bild gab der WDR folgende Begründung ab: „Die Sendung war von Frauenverbänden und Gleichstellungsbeauftragten als unseriös empfunden worden und hatte zu Programmbeschwerden und zahlreichen Protestbriefen geführt. Die Redaktion musste zur Kenntnis nehmen, dass viele Frauen die Sendung offenbar anders empfunden haben, als sie gemeint war.“

Heftige Proteste gegen Zensur

Doch ausgerechnet das löst jetzt bei Polit- und Medienexperten eine großen Proteststurm aus. U.a. äußerte sich Sophia Tomalla über ihre angeblich „frauenfeindlichen“ Statements: „Ich als Frau soll frauenfeindlich sein? Immer wieder erstaunlich, was Frauen sich so einfallen lassen, um Frauen vor so Frauen wie mir zu beschützen. Verbote von Meinungen kenne ich eigentlich aus dem Geschichtsbuch.“

Auch der innenpolitische Sprecher der SPD, Burkhard Lischka (50), sieht die Zensur der öffentlich-rechtlichen Anstalt als äußerst kritisch an: „Wenn künftig all das entfernt wird, was irgendeinem nicht gefällt, dann haben wir bald leere Mediatheken.“ Selbst das WDR-Rundfunkratsmitglied Dieter Horky (72) ist „not amused“: „Es war eine schlechte Sendung, einfach misslungen. Aber das ist kein Grund, die Sendung aus der Mediathek zu nehmen. Wenn es um schlechte Sendungen geht, dann müsste der WDR viele Sendungen aus der Mediathek entfernen. Aber das gilt für alle Sender.“

Zuspruch gab es hingegen vom Deutschen Frauenrat, der von einer „Ohrfeige für Plasberg“ spricht. Wohin sich die Diskussion um die ARD/WDR-Zensur noch entwickeln wird bleibt abzuwarten. Mehr Folgen von "Hart aber Fair" sind ab kommende Woche auf der ARD wieder zu sehen. Vielleicht äußert sich Moderator Plasberg dann auch zur "Zensur"-Causa.

Neuer Gender-Talk in Planung

Da Plasberg sich derzeit noch in der Sommerpause befindet, wehrt sich WDR-Programmdirektor Jörn Schönenborn gegen die Vorwürfe der Zensur. Darüber hinaus plane man eine weitere Sendung zum "umstrittenen Thema": "Aufgrund der großen Debatte über die Sendung und ihr Thema hat die Redaktion entschieden, dass das Thema Gleichberechtigung der Geschlechter in voraussichtlich zwei Wochen in 'Hart aber fair' erneut aufgegriffen wird."
 



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