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"Harry Potter"-Stars stellen sich geschlossen gegen J.K. Rowling!

Zahlreiche "Harry Potter"-Schauspieler haben sich nach der umstrittenen Transgender-Aussage von Autorin J.K. Rowling zu Wort gemeldet.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes
J. K. Rowlings Anti-Transgender-Äußerungen sorgten bei vielen "Harry Potter"-Stars für Unverständnis!

Nachdem die britische Bestsellerautorin J. K. Rowling, der wir das "Harry Potter"-Universum zu verdanken haben, ein stark kritisiertes Statement in der Transgender-Debatte veröffentlicht hatte, meldete sich Schauspieler Daniel Radcliffe persönlich zu Wort. Nun folgen weitere "Harry Potter"-Schauspieler seinem Beispiel und hüllen sich nicht weiter in Schweigen, sondern beziehen endlich klar Stellung, in dem sie sich klar gegen die Aussagen der 54-Jährigen positionieren. Rowlings Äußerung ist kein Einzelfall. Bereits im Dezember hatte die Autorin in ihren Social Media Kanälen ähnliche Beiträge publik gemacht. Sie ist der Überzeugung, dass das biologische Geschlecht getrennt vom identitären Geschlecht betrachtet werden sollte, und meinte daher, dass Transfrauen keine echten Frauen seien (u.a. weil sie nicht menstruieren). Fakt ist, dass das Statement transsexuelle Menschen, die sowieso extreme Schwierigkeiten haben in der Gesellschaft akzeptiert zu werden, in J.K. Rowlings Statement diskriminiert werden.

"Transsexuelle Frauen sind Frauen. Jede gegenteilige Aussage löscht die Identität und die Würde von Transgender-Personen aus und widerspricht allen Ratschlägen, die von professionellen Vereinigungen des Gesundheitswesens erteilt werden, die weit mehr Fachwissen zu diesem Thema haben als Jo oder ich", meldete sich Daniel Radcliffe danach zu Wort. Auch Schauspielkollegin Evanna Lynch, die in mehreren Filmen die Figur der "Luna Lovegood" verkörperte, gab daraufhin via Twitter ein Statement ab: "Das Gefühl, nicht dazu zu passen oder nicht als das akzeptiert zu werden, was man ist, ist das schlimmste, einsamste Gefühl, das ein Mensch erleben kann, und ich werde nicht dazu beitragen, transsexuelle Frauen und Männer weiter an den Rand zu drängen."

Lynch warnte jedoch auch davor, die Debatte über dieses Thema auf Twitter zu führen, und sagte: "Ich halte es für unverantwortlich, ein so heikles Thema über Twitter durch fragmentierte Gedanken zu diskutieren, und ich wünschte, Jo [J. K. Rowling] würde das nicht tun." Die Schauspielerin weiter: "Ich stimme nicht mit ihrer Meinung überein, […] und ich denke, sie steht auf der falschen Seite dieser Debatte. Aber das bedeutet nicht, dass sie ihre Menschlichkeit völlig verloren hat."

 

"Harry Potter"-Schauspieler stellen sich gegen J. K. Rowling

Ein weiterer prominenter Vertreter, der scharfe Kritik an der Potter-Autorin äußert, ist "Phantastische Tierwesen"-Star Eddie Redmayne (Newt Scamander): "Der Respekt für Transgender bleibt ein kultureller Imperativ, und ich habe über die Jahre versucht, mich ständig weiterzubilden", schreibt Redmayne in einer Erklärung. "Dies ist ein fortlaufender Prozess. Als jemand, der sowohl mit J.K. Rowling als auch mit Mitgliedern der Transgender-Gemeinschaft zusammengearbeitet hat, wollte ich absolut deutlich machen, wo ich stehe. Ich stimme mit Jos Bemerkungen nicht überein. Transsexuelle Frauen sind Frauen, Transmänner sind Männer, und auch non-binäre Identitäten gelten." Auch Noma Dumezweni und Emma Watson gaben ein Statement ab. Dumezweni, die die Hexe in den Musicals der West End und Broadway-Produktion von "Harry Potter und das verwunschene Kind" spielte, antwortete auf Rowlings Tweets mit einer ganzen Liste von Transgender-Aktivisten und Einzelpersonen und machte darauf aufmerksam wie wichtig es sei diesen und anderen Transmenschen zuzuhören und ein Medium zu geben. Darunter der Hashtag #TransRightsAreHumanRights.

Emma Watson, die seit 2014 UN-Sonderbotschafterin für Frauen- und Mädchenrechte ist, twitterte: "Transsexuelle Menschen sind die, für die sie sich ausgeben und die es verdienen, ihr Leben zu leben, ohne ständig infrage gestellt oder ihnen gesagt zu werden, dass sie nicht die sind, für die sie sich ausgeben". In einem weiten Tweet fügt sie noch hinzu: "Ich möchte, dass meine Trans-Follower wissen, dass ich und so viele andere Menschen auf der ganzen Welt dich sehen, dich respektieren und dich so lieben, wie du bist." Auch Bonnie Wright, die Schauspielerin, die in den Filmen "Ginny Weasley" porträtierte, postete auf der Kurznachrichtenplattform einen Beitrag:  "Wenn Harry Potter eine Quelle der Liebe und Zugehörigkeit für dich war, dann ist diese Liebe unendlich und immer da […] Transfrauen sind Frauen." Katie Leung, die die Figur der "Cho Chang" spielte, machte auf Organisationen aufmerksam, die schwarze Transgender-Frauen unterstützen und Chris Rankin alias Percy Weasley schrieb auf Twitter: "Meine schönen, mutigen, starken, transsexuellen Freunde[…]. Wir lieben euch. Ich kann es nicht oft genug sagen. Ihr seid wunderbar und verdient es, auch so behandelt zu werden. Bitte wisst das."

Ein besonderes Statement lieferte der amerikanische „Harry Potter“-Herausgeber Arthur Levine. Er antwortete direkt auf Rowlings Tweet:  

"Ich weiß, dass Sie nicht aus Hass sprechen. Aber ich habe eine andere Sichtweise zu dieser Thematik. Das Geschlecht kann 'echt' sein, ohne dass es bei der Geburt durch die eigenen Chromosomen oder Genitalien unwiderruflich festgelegt ist. Das Gehirn ist genauso ein Organ, das das Geschlecht bestimmt". Levine weiter: "Wenn sich jemand Maßnahmen unterzieht, damit sein physischer Körper seine Geschlechtsidentität widerspiegelt, dann ist das 'Geschlecht', das er dann zum Ausdruck bringt real. Trans-Frauen SIND echte Frauen, in ihrem Geist und in ihrem Körper". Ob und wie J. K. Rowling diese Masse an Widersprüchen zu ihrem Standpunkt aufnimmt und reflektiert, ist fraglich. Es wäre auf jedenfalls wünschenswert, wenn die Autorin, die mit ihren Büchern soll viel Freude in das Leben Erwachsener als auch Kindern gebracht hat, ein wenig Umdenken würde, damit die Magie und der Zauber von "Harry Potter" nicht verblassen.

 
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