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Interview

„Hamnet“ zu sehr „Grief Porn“? Das sagt Regisseurin Chloé Zhao zur Kritik am Oscarkandidaten

„Hamnet“ gilt als einer der Top-Favoriten auf einen Oscar. Trotzdem sieht sich Regisseurin Chloé Zhao auch immer wieder Kritik ausgesetzt. Was sie dazu zu sagen hat, erklärt sie uns im Interview.

Wenn am Montag, 16. März 2026, mal wieder die Oscars verliehen werden, gilt ein Streifen mit als Top-Favorit: „Hamnet“. Das Drama basiert auf dem gleichnamigen Roman von Maggie O’Farrell und erzählt die Geschichte von William Shakespeare (Paul Mescal) und seiner Ehefrau Agnes (Jessie Buckley).

Jessie Buckley in einer Szene als Agnes.
Jessie Buckley als Agnes. Foto: IMAGO / Landmark Media

Während die einen den Film von Oscarpreisträgerin Chloé Zhao wegen des feinfühligen Umgangs mit Themen wie Verlust und Trauma loben, stoßen sich andere an der Schwere des Streifens, bezeichnen ihn gar als „Grief Porn“.

Chloé Zhao reagiert auf „Grief Porn“-Vorwürfe

Kritik die Chloé Zhao, die durch Filme wie „Nomadland“ und „The Rider“ bekannt wurde, nur zu gut kennt. „Inzwischen kann ich darüber schmunzeln. Während ‚Nomadland' hieß es ‚Poverty Porn‘, jetzt ist es ‚Grief Porn'. Man fragt sich, welche Art von ‚Porn' als Nächstes kommt. Ich sehe diese Kritik mit viel Mitgefühl, weil wir in einer Gesellschaft leben, die Trauer kaum Raum, Zeit oder Erlaubnis gibt – weder Frauen noch Männern. Trauer gilt als unproduktiv“, so die Regisseurin. Warum das Trauern aber eigentlich wichtig für uns Menschen ist, erklärt Zhao im Video-Interview oben.

Und die Drehbuchautorin muss selbst zugeben, dass der Streifen einen nachhaltigen Effekt auf sie selbst hatte. Gerade beim Lesens des Romans habe sie sich im Schmerz der Hauptrolle wiedergefunden. „Sobald ich angefangen habe, über den Wald und Annas Beziehung zur Natur zu lesen, war ich gefesselt. Dann ging es um ihre Fähigkeit, in ihm etwas zu sehen, zu dem er selbst keinen Zugang hatte – wegen seiner eigenen Begrenzungen und Traumata. Da dachte ich: Ich kenne diese Geschichte“, betont die chinesische Filmschaffende.

Gewinnt „Hamnet“ einen Goldjungen?

Zhaos Geschichte voller Wucht und Magie hat auf jeden Fall die Academy überzeugt: achtmal ist das Werk für einen Oscar nominiert. Neben Hauptdarstellerin Jessie Buckley, die bereits den Golden Globe gewinnen konnte, ist das Drama auch als bester Film nominiert. Und auch Chloé Zhao darf sich erneut Hoffnungen auf einen Goldjungen für die beste Regie machen.

„Hamnet“ ist seit dem 22. Januar 2026 in den deutschen Kinos zu sehen.

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