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GZSZ: Erschlankter Thomas Drechsel hat Angst vor Schlaganfall | Interview

Unglaubliche 30 Kilo hat GZSZ-Star Thomas Drechsel in einem Jahr abgenommen. Doch hinter dem radikalen Lebenswandel des Schauspielers steckt eine dramatische Geschichte. 

GZSZ-Star Thomas Drechsel: Aus diesem dramatischen Grund hat er 30 Kilo abgenommen | Interview
Thomas Drechsel schreibt in seinem Buch über seinen enormen Gewichtsverlust. Foto: Instagram/ thomas.drechsel.official
 

Thomas Drechsel: In seinem Buch erzählt er von seinem Lebenswandel

GZSZ-Fans kennen Thomas Drechsel vor allem in der Rolle des Tuner. Seit fast zehn Jahren ist er in der Serie zu sehen und gehört zu den absoluten Fanlieblingen des Kolle-Kiezes. Während die Zuschauer die Höhen und Tiefen von Tuner bereits gut kennen, wissen die Zuschauer nur wenig über den Mann hinter der Rolle.

Thomas Drechsels erstes Buch erscheint am 5. Oktober. Foto: Eden Books

Bis jetzt - denn der Schauspieler hat ein Buch geschrieben, in dem er nicht nur viel aus seinem Privatleben preisgibt und von seinem Abnehm-Erfolgen erzählt, sondern auch detailiert beschreibt, wie sich sein Leben von einem Tag auf den anderen durch einen Arztbesuch komplett verändert hat. 

"Schwer in Ordnung - Gönn dir doch dein Glück!"  erscheint am 5. Oktober. Im großen Interview mit TV Movie Online spricht der Darsteller über die Gründe für sein erstes eigenes Buch, die schweren Zeiten in seinem Leben und wie er sich seine Traumfrau vorstellt.

TV Movie Online: In deinem Buch gibst du sehr viel über dein Leben preis. Warum hast du den Entschluss getroffen, darüber zu schreiben?

Thomas Drechsel: Ich sehe ja, wie viele Leute momentan ein Buch schreiben. Ich habe mir gedacht, ich habe einen gewissen Werdegang hinter mir, der für mich persönlich atemberaubend war, und viele sprechen mich auch darauf an und fragen, wie ich mich verändert habe. Ich wollte gerne einen Teil davon weitergeben, was ich erlebt habe. Vorher habe ich nie Privates an die Öffentlichkeit getragen. Und jetzt habe ich in diesem Buch die Möglichkeit alles selber so darzustellen, wie es wirklich ist. Das Buch bin ich, meine Karriere und ein kleiner Ratgeber, wie man sein Glück finden kann.

Du erzählst in deinem Buch sehr ausführlich über deine Kindheit. Mit gerade einmal zwölf Jahren hast du deinen Vater verloren. Wie sehr hat dich das auch im Erwachsenenalter geprägt?

Die Vergangenheit kann ich heute ruhen lassen. Der Moment ist das, was ich ändern kann. Es hat mich aber natürlich alles zu dem gemacht, der ich heute bin. Und auch heute noch denke ich: ‚Es wäre schön, wenn ich noch einen Vater hätte oder meine Großmutter noch da wäre‘. Natürlich sehne ich mich danach. Aber die Dinge sind so, wie sie sind. Ich bin froh, dass ich meine Mama habe und dass wir ein inniges Verhältnis haben. Ich liebe es, an die Zeit mit meinen Vater zu denken. Er hat mir so viele schöne Sachen gegeben und ich kann davon zehren, was für ein toller Mensch er war.

 

Thomas Drechsel: "Ich wurde nie in Watte gepackt"

Wie präsent sind diese Erinnerungen für dich noch?

Ich kann mich nicht erinnern an die Zeit, in der ich vier oder fünf war, das kenne ich nur aus Erzählungen. Ansonsten gibt es Ausschnitte, an die ich mich erinnere. Zum Beispiel, wie er immer in der Küche saß und seine Pfeife gestopft hat. Das ist ein wunderschönes, harmonisches Bild, das ich noch im Kopf habe und so kannte ich ihn eigentlich auch.

Du hast zu Beginn deiner Schauspiel-Karriere deinen Zivildienst gemacht und im Callcenter gearbeitet. Glaubst du, dass du deshalb ganz anders mit dem GZSZ-Ruhm umgegangen bist und geerdeter warst?

Ich wurde ganz an die Schauspielerei gut herangeführt. Ich habe mit zwölf Jahren meinen ersten Kinofilm gedreht, bin zu der Zeit aber sehr überheblich geworden. Als Jugendlicher kommt man dann in die Schule zurück und denkt, man wäre etwas Besseres. Da holen die Leute einen aber ganz schnell wieder auf den Boden zurück. Auch der Background meiner Eltern war wichtig, denn ich komme ja eher aus einem bodenständigen Elternhaus. Der Zivildienst war zudem natürlich eine sehr prägende Zeit, in der man sieht, wo es hingehen kann mit den Menschen. Und auch das Callcenter ist eine ganz bodenständige Tätigkeit. Ich wurde nie in Watte gepackt, hatte ein liebevolles Elternhaus, aber wir hatten nie wahnsinnig viel Kohle. Ich bin sehr froh, dass ich den Job hier heute habe. Nicht viele Schauspieler können sich so glücklich schätzen, immer Arbeit zu haben.  

Lass uns über den Kern deines Buches reden. Du hast sehr viel abgenommen und deinen Lebensstil gewandelt. Im Buch schreibst du von einem Besuch beim Arzt, der alles verändert hat. Warum war dieser Moment so ein Schlüsselmoment?

Es war ein kompletter Wendepunkt in meinem Leben. Vorher – von meinem Elternhaus her – haben wir uns nie Grenzen gesetzt. Meine Mutter ist gelernte Köchin, sie hat immer das gekocht, was uns geschmeckt hat. Und dadurch habe ich nie das Maß für mich gefunden, bis ich dann 29 und immer dicker wurde. Und dann war da die Diagnose der Ärztin: 'Wenn sie so weitermachen, kriegen sie Schlaganfälle und Diabetes.' Meine Großmutter hatte Diabetes, aus dem Zivildienst kenne ich die Schlaganfälle. Mit 35 Jahren einen Schlaganfall und dann vielleicht halbseitig gelähmt zu sein, das will man nicht. Und das war dann einfach zu viel für mich. Ich wusste, dass ich etwas ändern muss.

GZSZ-Tuner: Das ist der Grund für Thomas Drechsels radikalen Gewichtsverlust!
Thomas Drechsel vor seinem Gewichtsverlust. Foto: RTL

Hast du bei deinem Ziel, abzunehmen, auch Rückschläge erlebt?

Klar, gab es für mich auch Rückschläge, aber das lag daran, dass ich es nicht für mich selbst gemacht habe, sondern weil ich es immer als Kampf gesehen habe. Und wenn man einen Kampf gegen sich selber führt, dann klappt das nicht. Ich habe mir immer gesagt: 'Mach doch die Sachen, die gut für dich sind, weil du es möchtest und nicht musst.'

 

Thomas Drechsel: "Auf der Couch sitzen, bringt niemanden voran"

Gab es ein Schlüsselerlebnis, während der Zeit, in der du abgenommen hast, in der du gemerkt hast, ich bin jetzt ein völlig anderer Mensch?

Mein Körper hat sich verändert, hat Muskeln auf- und Fett abgebaut. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich unbeweglich bin. Deshalb habe ich angefangen mit Yoga und damit, mich mehr zu dehnen. Beim Yoga ist das Schöne, dass man mit sich im Einklang ist. Das fand ich schon geil, aber ich wusste nicht, woher das kommt. Weil mein Körper vorangegangen ist, wollte meine Seele hinterher. Und so habe ich viel mehr über mich selbst erfahren. Darum geht es in dem Buch, sein Glück zu finden von innen, nicht nur mit Konsum oder dadurch, dass man eine teure Jacke kauft. Sondern dadurch, dass man in jedem Moment seines Lebens die Entscheidung treffen kann, glücklich zu sein. Und in diesem Prozess befinde ich mich gerade. Ich kann noch nicht sagen, dass ich angekommen bin. Ich habe etwas in Bewegung gesetzt, das größer ist als einfach nur abzunehmen, sondern das Leben wirklich zu leben.

Du sagst in deinem Buch auch, dass man sich mit dem Thema Ernährung und Gesundheit richtig auseinandersetzen muss. Viele wollen ja schnell Erfolge ohne sich auch wirklich intensiv mit ihrem Körper zu beschäftigen. Was würdest du den Leuten sagen, die behaupten, dass das zu viel Zeit für sie in Anspruch nimmt?

Ich würde sagen: 'Wofür hast du denn sonst Zeit, wenn nicht für dich selbst?' Ich muss doch wissen, was für mich gut ist. Und damit fängt es an. Wir vergleichen uns alle. Ich gehe ins Fitnessstudio und der Typ neben mir ist 1.90 m groß und hat einen riesigen Bizeps. Klar hätte ich gerne Oberarme wie der, aber er hat halt eine ganz andere Grundvoraussetzung. Warum soll ich mich immer vergleichen? Ich muss ja bei mir anfangen und nicht auf andere gucken. Man muss den Willen haben, etwas zu verändern. Wenn man sich nicht damit auseinandersetzen will, dann funktioniert das nicht. Auf der Couch sitzen und in der Komfortzone bleiben, bringt niemanden voran.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Life is easy with Champagne in the Rain! #tommygun #Trexl

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Im Buch sprichst du auch das Thema Dating an. Du hast geschrieben, dass es dir schwerfällt, auf Frauen zu zugehen. Hast du jetzt mit deinem neuen Ich ein ganz anderes Selbstbewusstsein in dieser Hinsicht?

Darüber mache ich mir gar nicht so Gedanken, muss ich ganz ehrlich sagen. Ich versuche, wenn ich mit meinen Freunden weggehe, einfach Spaß zu haben und mit meinen Leuten zusammen zu sein und dann ist es mehr so ein Smalltalk mit allen. Baggern ist halt nicht mein Ding, ich kann es einfach nicht. Selbst ich bin mit meinem Kopf ja noch nicht komplett in meinem neuen Körper angekommen. Auch wenn mir Leute sagen: 'Wow, hast du dich verändert!'. Ich bin ja immer noch der Alte geblieben.

Du sagst, rein äußerlich hast du keine Traumfrau. Aber müsste deine Traumfrau die gleichen Einstellungen zu Sport und Ernährung haben wie du?

Was die Ernährung betrifft, hätte meine Traumfrau sowieso keine Chance, weil ich nun einmal leidenschaftlicher Koch bin und ich bestimme, was auf den Tisch kommt (lacht). Ich esse natürlich auch mal einen Burger oder eine Pizza. Aber dann nur zwei, drei Stücke und dazu einen großen Salat. Da passe ich also schon darauf auf. Wichtiger ist für mich, dass sie meine Lebenseinstellung teilt. Dass sie ein positiver Mensch ist, das Glück in sich sucht und Lust hat, das Leben zu genießen. Das ist viel wichtiger als alles andere. Dann spielt es keine Rolle, wie sie sich ernährt oder wie sie aussieht. Ich finde kleine Makel an einer Frau sogar liebeswert. Ich möchte keine Modepuppe zuhause haben. Ich möchte einfach jemanden, mit dem man in Harmonie leben kann.

 


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