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„Grey's Anatomy“: Erste positive mediale Islam-Darstellung überhaupt | Ade Klischee

"Grey's Anatomy": Owen Hunt und Dr. Dahlia Qadri (Sophia Taylor Ali)
„Grey's Anatomy“: Erste positive mediale Islam-Darstellung überhaupt | Ade Klischee Foto: ABC

Grey's Anatomy“: Deshalb sorgte die Szene der muslimischen Ärztin Dr. Dahlia Qadri (Sophia Ali), die sich ihr Kopftuch herunterreißt, für Begeisterung.

Die Krankenhaus-Serie „Grey's Anatomy“ ist dafür bekannt, mit verstaubten Klischees aufzuräumen, gegen Diskriminierung zu kämpfen und für mehr Gleichberechtigung einzustehen.

 

"Grey's Anatomy" setzt sich für mehr Gleichberechtigung ein und kämpft gegen Vorurteile

So sorgt „Grey's“ beispielsweise seit Beginn der 1. Staffel für ein ausgewogenes Verhältnis von weißen Schauspielern und Darstellern, die einer Minderheit angehören.

Grey's Anatomy Cast - Staffel 14
Der "Grey's Anatomy"-Cast der 14. Staffel. Foto: Kevork Djansezian / Getty Images

Sandra Oh, Chandra Wilson, Sara Ramirez oder James Pickens Jr. wurden durch ihre Rollen zu Superstars. Das ist bei afroamerikanischen Darstellern oder Schauspielern mit asiatischen oder lateinamerikanischen Wurzeln leider noch immer keine Selbstverständlichkeit.

Auch für die Gleichstellung von Frauen setzt die Show sich beispielsweise durch faire Bezahlung ein. Ellen Pompeo, die seit rund 14 Jahren als Meredith Grey vor der Kamera steht , gehört mit 575.000 Dollar Gage pro Folge zu den Bestverdienern Hollywoods.

Homosexuelle Figuren und Schauspieler sind bei „Grey's Anatomy“ eine Selbstverständlichkeit. Auch auf transsexuelle Menschen will die Show ein realistisches Licht werfen und so für mehr Toleranz sorgen.

 

„Grey's Anatomy“: Dr. Dahlia Qadri - Sophia Taylor Ali spielt die erste muslimische Ärztin mit Kopftuch

Mit der Einführung einer neuen Figur in Staffel 14 sind nun auch endlich Muslime bei “Grey's” vertreten. Dr. Dahlia Qadri (Sophia Taylor Ali) ist das neuste Mitglied des Grey Sloan Memorial-Teams.

 

“Grey's Anatomy”: Diese Szene revolutioniert das Bild des Islams

In Folge 14 der 14. Staffel behandelt Dr. Dahlia Qadri gemeinsam mit Owen Hunt (Kevin McKidd) einen Jungen, dem nach einem Unfall ein Stück Metall im Oberschenkel steckt.

Als Dr. Hunt Qadri mit dem Patienten allein lässt, reißt dieser sich plötzlich den Metallsplitter aus dem Bein. Um ihn zu retten entschließt Dr. Qadri sich kurzerhand dazu, sich den Hidschāb vom Kopf zu reißen, um damit die Blutung zu stoppen.

Dadurch entblößt sie ihr Haar. Muslimische Frauen, die ihre Haare bedecken, tun das in der Regel nur vor ihrem Ehemann oder Familienangehörigen. Als Owen sie später fragt, wieso sie sich dennoch dazu entschieden hat, muss Dr. Dahlia Qadri nicht lange überlegen: „Es [das Kopftuch] ist ein Symbol meines Glaubens. Und mein Glaube dreht sich um Hilfe und Mitgefühl.“

Viele Fans sind von dieser Szene begeistert, denn sie zeichnet endlich ein neues Bild des Islam.

Für die muslimischen Filmemacherin Iman Zawahry, selbst Kopftuchträgerin, ist die Folge sogar ein Grund sich bei Shonda Rhimes und der Serie zu bedanken: „Als ich vor zwei Jahren begann 'Islam, Medien und Popkultur' zu lehren, konnte ich nicht ein einziges gutes Beispiel von positiver Islam-Darstellung oder positiver Abbildung von Muslimen im Fernsehen finden – noch weniger die eines Hidschābs“.

„Diese kleine, einfache Aussage und die Figur zeigen Menschlichkeit, Verständnis und einen Zusammenhalt innerhalb unserer Gemeinschaft. Angeführt von keiner Geringeren als einer schwarzen Serienschöpferin. Die Zeiten ändern sich. #thankyoushonda #greysanatomy“, beendet Zawahry ihren Beitrag auf Facebook.

Wir schließen uns Zawahrys Dank an und freuen uns, dass "Grey's Anatomy" immer wieder mit verstaubten Klischees aufräumt!

* von Anna Peters

 

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