Fernsehen

GNTM im Asi-Aus: Wollt ihr schmutzige Mädchen werden?!

Wer dachte, dass das Schlimmste an der vierten Folge „Germany’s next Topmodel“ Heidi Klums Haarspray-Werbespot im letzten Drittel war, irrt sich gewaltig! Die „Make-up School“ des Hauptsponsors toppte zum Abschluss einer denkwürdigen Folge alles Gesehene – in Sachen Peinlichkeit. Auch sonst ging es in der „Umstyling“-Folge weitaus weniger schön zu, als Haarspray, Make-up und der in einer Lagerhalle improvisierte Schönheitssalon vermuten ließen. Stellenweise wurde es richtig schmutzig.

Heidi Klum mit Lena Gercke und Barbara Meier bei GNTM
Heidi Klum mit Lena Gercke und Barbara Meier bei GNTM (Maryanto Fischer) Maryanto Fischer

Wie schön waren die Zeiten, als wir Models noch vergöttern konnten, weil sie gut aussahen – und den Rand hielten. Wie Claudia „We love her“ Schiffer. Für die Retortenmodels gilt das nicht. Gestern fielen wir vom Glauben ab. Was wir bei GNTM zu sehen bekamen, wird Eltern, Frisöre und Erzieher nämlich schier an den Rand des Wahnsinns getrieben haben – und die Zuschauer zum regelmäßigen Augenrollen.

Letzteres übrigens nicht, weil in der Model-Villa in Los Angeles überall übergroße Bildnisse von Model-Mama Heidi hängen. Vielmehr, weil die angehenden Mannequins zu großen Teilen alles zeigten, nur keinen Stil! Dafür gab es viele Schimpfwörter zu hören.

Regeln schüren Streit und Missgunst

Nicht, dass die frühen Streitereien nicht abzusehen waren. Im Anschlussformat „Red“ warb ProSieben sogar mit den Boshaftigkeiten der Mädchen: „So früh wurde noch nie gezickt!“ Kein Wunder, schließlich hatte der Sender die schlechte Laune mächtig angeheizt. Denn in der Luxusvilla der Mädels geht es im Grunde zu wie in der „Big Brother“-Variante „Arm und Reich“.

Heißt: Zwei blonde Ziegen, eine davon hieß, so meine ich mich zu erinnern, Mandy, durften einteilen, welche der Kandidatinnen in das Achterzimmer ohne Dusche ziehen müssen. Sich selbst wählten die Teamleaderinnen in ein Luxusappartement für vier Personen – mit zwei Bädern! Klar, dass da Streit vorprogrammiert ist. Vor allem, weil das Luxustussi-Quartett es gar nicht gern sieht, wenn die anderen Mädchen in „ihre“ Bäder gehen. „Da stehen Markensachen!“

Und schon war sie da, die überschlechte Laune, die selbst alle überschwängliche Freude über Produktgeschenke der Sponsoren nicht ausgleichen konnte. Kandidatin: „Ich habe noch nie so etwas Krasses geschenkt bekommen!“ Oh, Pflegeprodukte. Wow, eine echte Uhr!

Die Sprache der Gosse

Bei den Kandidatinnen lagen die Nerven blank. Mehr oder weniger schnell nahmen sie, passend zum oft vertretenen Straßenköterblond, die schmutzige Sprache der Gosse an. Eine der Teamleaderinnen (heißt sie jetzt Mandy oder Sandy?) erzählt ihrer Familie vor laufenden Kameras am Telefon, dass sie Brasilianerin Erika am liebsten in die Fresse spucken wolle.

Erika hat ganz andere Probleme: Das Team um Klum ließ ihr die Haare lila Färben! Wie in jeder Staffel stellte Juror Thomas Hayo großspurig die Vertrauensfrage: Entweder sie akzeptierten, was sich die Profis für sie ausgesucht hätten, oder die Mädchen sollten überlegen, ob sie bei GNTM nicht fehl am Platz seien.

Fehl am Platz und trotzdem lustig war viel an der vierten Folge. Vielleicht die Aufforderung, beim ersten Set-Card-Shooting möglichst viele Facetten zu zeigen - und den Mädchen dann gleich den BH auszuziehen. Klingt so schmutzig wie selbst die schönste Engelslocken-Blondine aussieht, wenn sie keifend feststellt: „Die blöde Alte sagt zu mir, ich sehe scheiße aus!“ Alter…

Schmutzig wie Christina Aguilera

Die blondgelockte Kiki mag allen GNTM-Zuschauern nachhaltig in Erinnerung bleiben. Denn wie Klum wieder und wieder nervig betonte, sei sie Sängerin Christina Aguilera nach dem Umstyling zum Verwechseln ähnlich. Aguilera, deren Überhit „Dirrty“ auch das Motto der ganzen Sendung hätte sein können: „Wanna get dirrty, it’s about time?!“

Klum brachte den Running Gag in der Dauerschleife. Ob sich Kiki an Christina erinnere, wollte sie wissen. „War ich da schon auf der Welt?“, die sinngemäße Antwort. Da sah Klum irgendwie alt aus.

Billig: Clip-Extensions für 50 Euro

Zum Glück ist Kiki Österreicherin, mag sich jener Teil des Publikums gedacht haben, der wirklich daran glaubt, dass hier ein deutsches Topmodel gesucht wird. Der Weg zum fragwürdigen Titel ist wie immer „steinig". Beim Umstyling griff erst Panik, dann Aggression um sich. So äußerte sich Kandidatin Darya über Klums Stylisten-Team: „Ich krieg so scheiß Clip-Extension für 50 Euro. Die kann ich mir zuhause selbst kaufen. Bei Ebay oder so.“

Trotz zickender, heulender und peinlicher Kandidatinnen hatte Klum während der Entscheidung merklich gute Laune. „Obwohl wir dir sagen müssen, dass du eine der Schlechtesten warst“, wie sie einem Mädchen nach dem Live-Walk kalt entgegenschmetterte.

Endlich macht GNTM wieder Spaß

Genau darum geht es eben: Wären hier tatsächlich potenzielle Superstars am Werk, würde keiner zuschauen. Eher schon wegen weisen Worten wie: „Du musst deine Augenbrauen unter Kontrolle bringen.“ Oder eben, um den Kopf zu schütteln, wenn Mädchen, die tendenziell mal straßenköterblond waren, sich nach dem Umstyling immer noch wie Straßenköter aufführen. They love to entertain you!

Ich freue mich auf Folge 5. In der Vorschau ist nämlich zu sehen, dass Kiki dann richtig ausrasten wird. Total dirrty – wie Christina Aguilera! Am Donnerstag um 20:15 Uhr geht's auf ProSieben weiter!

* Maryanto Fischer



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