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Glocken, Schnäpse und zwei Chaoten: So cool ist die neue Büro-Comedy "Leck mich, Chef!"

Stell dir vor, du lästerst gerade voll mit deinem besten Kumpel oder deiner besten Freundin über euren Chef ab. Dabei bemerkst du nicht, dass der in Hörweite sitzt. F***! Und jetzt? Dieser Grusel-Situation müssen sich Paul und Sascha in der brandneuen Serie „Leck mich, Chef!“ stellen.

Leck mich Chef
Dominik Jedryas und Oliver Troska aus "Leck mich, Chef!", hier mit Gaststar Micaela Schäfer

Ab dem 17. September geht jeden Donnerstag um 18 Uhr eine neue Folge der Büro-Comedy "Leck mich, Chef!" im eigenen YouTube-Channel online. Im Fokus: die beiden Hauptcharaktere Paul Westermann (gespielt von Oliver Troska) und Sascha Günther (gespielt von Dominik Jedryas). Was genau die beiden für einen Job haben, wissen wir nicht (sie wahrscheinlich auch nicht), aber das macht auch nichts, denn Paul und Sascha haben wirklich Besseres zu tun, als ihrem Chef Herrn Grüber zu Diensten zu sein. Irgendwer muss ja den unerschöpflichen Vorrat an Schnäpsen im Büro vernichten, Playboy lesen und die Frau des Chefs flachlegen.

In bester Bromance-Manier passen Paul und Sascha zueinander wie der berühmte Arsch und der berühmte Eimer. Doch bei einer Sache hört sogar ihre Freundschaft auf: Glocken. Frauen mit großer Oberweite stehen bei ihnen ganz hoch im Kurs – und deshalb wurden natürlich auch die Damen in der Serie unter diesem Gesichtspunkt gecastet. Zu den heißen Gaststars gehören Playmate Ramona Bernhard, Sky-Moderatorin Sarah Valentina Winkhaus und Nackt-Model Micaela Schäfer. Aber auch männliche Unterstützung wurde dem jungen Team zuteil und so übernahm der beliebte YouTuber C-Bas von "Bullshit TV" die Rolle des nerdigen Herrn Höfer.

 

"Stromberg für die Generation Y - das ist unser Ziel"

Leck mich Chef
Die beiden Köpfe hinter "Leck mich, Chef!": Marcel M. Udina und Jonas Eisert (v.l.n.r.)

"Eine gezielte Provokation, die in Jobs täglich millionenfach gedacht wird", das hatten sich Marcel M. Udina (22) und Jonas Eisert (21) als Triebkraft hinter ihrem ersten großen, gemeinsamen Projekt vorgenommen. Unter dem Namen "Leck mich, Chef!" entstand so zunächst ein Kurzfilm-Beitrag zum "99FIRE-FILMS-AWARD", der jedes Jahr bei der Berlinale verliehen wird. In dem Wettbewerb müssen die Filmemacher innerhalb von 99 Stunden einen 99-sekündigen Film erstellen - eine krasse Herausforderung. Auch wenn die Büro-Comedy nicht den Preis abräumte, wurde doch hier der Grundstein für dessen Weiterentwicklung Richtung Serie gelegt. Aber "was sich daraus entwickelt, war in keinster Weise zu erahnen", erzählt uns Udina. 

Nun nehmen die Beiden, die als Erfinder, Produzenten, Regisseure und Autoren fungieren, YouTube in Angriff. Laut Eisert wollte man von Anfang an auf YouTube und Social Media setzen, denn über diese Kanäle könne man gezielt User und Zuschauer ansprechen. Sie und ihr Team haben in die zehn Episoden  ihr ganzes Herzblut gesteckt. "Wir investierten unsere komplette Freizeit, strapazierten die Geduld unserer Freunde und Freundinnen über und plünderten unser Konto", erklärt Filmemacher Udina. Schließlich wolle man neben den privaten Unterstützern auch die Partner Campus99 und "Kleiner Feigling" stolz machen.

Wenn die erste Staffel beim Publikum gut ankommt, wird eine zweite folgen, versprechen uns die beiden Macher. Und einen Traum-Gaststar  haben die beiden auch schon im Kopf: Christoph Maria Herbst alias Stromberg. Eisert schwärmt: "Man stelle sich vor, Strombert trifft auf unsere beiden Büro-Kollegen Paul Westermann und Sascha Günther und alle drei auf Herrn Grüber - Kult im Quadrat!"

 

"Ich liebe Glocken genauso wie Paul!"

Oliver Troska
Oliver Troska spielt den faulen Chaoten Paul Westermann in "Leck mich, Chef!"

Kurz vor dem Start von "Leck mich, Chef!" trifft unsere Redakteurin Laura Schäfer den charismatischen Hauptdarsteller Oliver Troska, um über die Hupen seiner Co-Stars, Shitstorms und seine sensible Seite zu sprechen.

TV Movie Online: Hi Oliver, dann erzähl uns doch erstmal ein bisschen was über dich.

Oliver Troska (27): Ich heiße Oliver Troska, bin Schauspieler und auf jeden Fall ein echter Hamburger Jung. Allerdings seit sechs Jahren in München am Start. Zwei meiner größten Leidenschaften sind Fußball und Computerspiele. Da kann man so schön mitleiden, aber bei Fußballspielen ist das Schwierige, dass du das Match nicht selbst beeinflussen kannst. Meiner Liebe für den HSV und dessen Ex-Spieler Heiko Westermann ist auch der Nachname meines Charakters in der Serie geschuldet.

TVM: Apropos Paul Westermann: Wie bist du denn zu LmC gekommen?

Oliver Troska: Produzent und Regisseur Jonas Eisert hatte das ausgeschrieben und ich fand den Titel schon witzig. Das war damals für den 99FIRE-FILMS-AWARD, das größte Kurzfilm-Wettbewerb der Welt parallel zur Berlinale. Da hat er sich dann ziemlich schnell für mich und Dominik Jedryas entschieden. 

TVM: Warum sollten wir unbedingt alle "Leck mich, Chef!" gucken?

Oliver Troska: Jeder Kerl liebt heiße Frauen, Schnäpse und guten Humor! Ich habe beim 50. Mal Lesen der Drehbücher immer noch gelacht. Und jedes Mädel hat schon mal mit solch einem Playboy wie Paul oder einem Kiffer-Chiller-Typen wie Sascha etwas zu tun gehabt. Jeder kann sich in die Situation von Paul und Sascha hineinträumen. Und mal ehrlich: Männergespräche über heiße Bräute und einen trotteligen Chef und dabei alle in den Wahnsinn treiben - das hat schon was!

TVM: Bist du privat genau so drauf wie Paul Westermann?

Oliver Troska: Nein, das halte ich für ein Gerücht. Ich trage privat viel schönere Krawatten und würde Frauen niemals wie ein Stück Fleisch behandeln! Ich bin doch der Liebling aller Schwiegermütter! (lacht) Was mich aber vor allem von Paul Westermann unterscheidet, sind Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Ich war in der Schauspielschule als Einziger niemals unpünktlich. 

TVM: Streber…

Oliver Troska: Das haben die dann auch gesagt. (lacht) Aber eins darf man bei Paul nicht vergessen: Er ist nicht dumm. Er ist nur ein bisschen dreist und Dreistigkeit siegt oft. Er kommt ja damit durch. Über die Art und Weise, wie er an sein Ziel kommt, lässt sich streiten, aber er erreicht etwas. 

TVM: Hast du denn gar nichts gemein mit Paul?

Oliver Troska: Doch, wir stehen beide auf Frauen mit schönen Glocken. Das ist schon was Feines...

TVM: Hast du neben der Schauspielerei noch einen Plan B?

Oliver Troska: Nein, gar nicht. Schon als Kind wollte ich immer Schauspieler werden. Ich mag es, dass man dunkle und verletzliche Seiten zeigen kann. Dass du sie selbst spüren darfst und dabei entdeckst, was in dir und bei anderen ausgelöst wird. Ich mag es, die Leute zu berühren und hoffe immer, dass nach meiner Darbietung keine Gleichgültigkeit herrscht. Da darf man mich auch mal hassen oder sich in mich verlieben. Ich drehe im Oktober einen Horrorfilm und freue  mich voll darauf. Wenn du so eine psycho-soziopathische Figur spielst und die Leute Angst vor dir haben, ist das echt spannend. 

TVM: Kommt man eigentlich auch gut bei Mädels an, wenn man sagt, man ist Schauspieler?

Oliver Troska: Es ist polarisierend. Viele haben ein falsches Bild von der Schauspielerei. Viele denken, als Schauspieler spielt man anderen etwas vor und Mädels wollen ja nicht, dass man ihnen etwas vorspielt. Aber wenn sie dann merken, dass man als Schauspieler gelernt hat, einfach mehr auf seine eigenen Gefühle zu achten und auf sich selbst zu hören, die Gefühle zuzulassen, und ihnen das auch zeigt, dann finden sie das natürlich gut. 

TVM: Wie schwer ist es denn, Kritik einzustecken?

Oliver Troska: Shitstorms gab’s bei mir schon auf der Schule, gab es auch auf der Schauspielschule. Ich weiß definitiv, dass ich das Richtige mache und richtig bin als Schauspieler. Klar, gibt es Tage oder einen halben Tag, wo du dich bäh fühlst, aber dann Mund abwischen und am nächsten Morgen geht es weiter. Nicht entmutigen lassen und vor allem nicht alles persönlich nehmen. Ich habe da durch meine Schulzeit viel gelernt.

TVM: Wie meinst du das?

Oliver Troska: Naja, gerade wenn man emotionsgeladener, sensibler und feinfühliger ist, dann bietet man damit natürlich Angriffsfläche. Ich bin damals so ungern in die Schule gegangen. Da hatte ich halt die typischen Teenagerprobleme, wie Akne zum Beispiel. Es fiel auch mal der Spruch: ‘Du bist so hässlich, du zerstörst unser Klassenfoto mit deiner hässlichen Fresse!’. 

TVM: Das ist ja übel! Aber heute könnte das keiner mehr sagen.

Oliver Troska: Es ist ein ungewohntes Gefühl, für die Sachen, für die man früher belächelt wurde, Komplimente zu bekommen. Ungewohnt, aber ein schlechtes Gefühl ist es nicht!



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