Fernsehen

Geschmacklos: Arme Familien werden in Reality-TV vorgeführt

Wenn Deutsche sich über die Qualität des Fernsehprogramms beschweren, dürfen sie sich stets sicher sein: es geht noch unterirdischer! Aktuellstes Beispiel ist eine neue Show des US-Senders  „CBS“, die an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten ist.

The Briefcase
/ iStock

Dass die Amerikaner ein wenig anders sind, wissen wir bereits. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten finden sich im TV immer wieder Shows, die unsereins nur kopfschüttelnd zurücklassen. Doch mit der neuen Show „The Briefcase“ hat sich „CBS“ selbst „übertroffen“.

Das Konzept

Das Konzept ist recht schnell erklärt: Eine hochverschuldete Familie bekommt einen Koffer mit 101.000 Dollar. Nun müssen sich die Mitglieder überlegen, was sie mit dem Geld anfangen wollen. Doch die Entscheidung wird ihnen absichtlich schwer gemacht. Sie erfahren nämlich, dass es eine zweite, genauso verschuldete Familie gibt, die einen Teil des Geldes bekommt. Und zwar den Teil, den die Familie der anderen überlässt! Was sie dabei nicht wissen: Die jeweils andere Familie hat ebenfalls einen Koffer mit 101.000 Dollar bekommen.

Im nächsten Schritt dürfen sich die beiden Clans gegenseitig beschnuppern und bekommen einen Eindruck vom Hab und Gut ihrer „Gegner“ - von der Unterhose bis zum Auto. Aufgrund dieses Wissens treffen sie die Entscheidung, wie viel Geld sie der anderen Familie abgeben möchten.

Eine zentrale Frage des Lebens


Natürlich wäre es keine gelungene amerikanische Show, wenn die Zuschauer nicht eine Menge Tränen und auch ein paar Kriegsveteranen zu Gesicht bekämen. Während zum Beispiel in einer Folge eine Frau im Haus der anderen Familie eine Beinprothese findet, bricht sie in Tränen aus. Ein Ex-Soldat steht zur gleichen Zeit in ihrem Haus und muss zähneknirschend zugeben, dass seine Familie immerhin eine Krankenversicherung habe.

CBS“ behauptet, dass die Sendung die Zuschauer zum Nachdenken anregen soll. „Was wirklich wichtig ist“, sei die zentrale Frage, die sich das Publikum im Verlaufe der Sendung immer wieder selbst stellen soll, ein modernes, offenes Drama.

Die US-Presse ist nicht überzeugt und zerreißt das neue Format. „Salon.com“ betitelt die Show als „menschenverachtend und widerlich“, „Vox.com“ schreibt: „Beim Anblick der ersten Folge, rollten sich unsere Fußnägel auf!“

Ob wir „The Briefcase“ hierzulande zu sehen bekommen ist bisher nicht geklärt. Wir hoffen jedoch sehr darauf, dass wir weder das Original, noch einen Ableger im TV sehen müssen.



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