Gerd Knebel: Der „Badesalz“-Komiker ist tot
Er brachte Alltagsbeobachtungen, Dialekt und feinen Witz auf die großen Bühnen des Landes. Jetzt ist Gerd Knebel gestorben. Mit dem „Badesalz“-Komiker verliert Deutschland eine prägende Figur der Comedy-Szene.

Der hessische Humor hat eine seiner prägendsten Stimmen verloren: Gerd Knebel, bekannt als Teil des Kult-Duos „Badesalz“, ist tot. Er starb am Samstag, 24. Januar 2026, im Alter von 72 Jahren.
Bestätigung durch Henni Nachtsheim und die Familie
Bestätigt wurde der Tod von Knebels langjährigem Freund, Bühnenpartner und Comedy-Kollegen Henni Nachtsheim gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. In einer gemeinsamen Mitteilung von Familie und Nachtsheim heißt es, Knebel sei „nach einer schweren Krebserkrankung würdevoll und friedlich im Kreise seiner Liebsten“ gestorben.
Auch über Knebels Haltung in den letzten Wochen findet die Erklärung bewegende Worte: „Er hat noch bis zuletzt seinen Humor nicht verloren und uns selbst in unserer Trauer zum Lachen gebracht. Er ist und bleibt ein großer Verlust für uns, und unsere Herzen sind unfassbar schwer“.
„Badesalz“: Wie zwei Hessen bundesweit Kult wurden
Knebel und Nachtsheim gründeten „Badesalz“ Anfang der 1980er-Jahre, zunächst eher nebenbei. Der erste offizielle Auftritt unter dem Namen soll am 24. Dezember 1982 im Frankfurter Sinkkasten gewesen sein. Was danach folgte, wurde hessische Popkultur: „Badesalz“ machte Dialekt, Alltagsszenen und pointierte Beobachtungskomik deutschlandweit salonfähig und brachte ein Lebensgefühl auf die Bühne, das weit über Hessen hinaus funktionierte.
Zum Erfolg gehörten nicht nur Tourneen und Live-Programme, sondern auch mehrere Fernsehformate. „Badesalz“ hatte im Laufe der Jahre drei eigene Sketch-Shows im TV: „Och Joh“ (1990, Das Erste), „Comedy-Stories“ (1999–2000, Sat.1) und „Badesalz“ (2007, Comedy Central). Auch in großen Samstagabend-Momenten tauchte das Duo auf: Am 28. März 1998 standen Knebel und Nachtsheim bei „Wetten, dass..?“ auf der Bühne.
Mit Gerd Knebel verliert die deutsche Comedy-Szene einen Künstler, der eine Regionalsprache in bundesweiten Kult verwandeln konnte – ohne sich zu verbiegen.






