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George Floyd-Prosteste: Polizei schießt auf deutsches Presseteam | Trump schürt Hass auf Medien

Nach dem Tod des Afroamerikaners Geoge Floyd haben sich die USA in ein Pulverfass verwandelt. Nicht nur gegen Demonstranten geht die Polizei mit Härte vor – auch gegen die Presse.

Polizeigewalt gegen Protestanten und Presse - George Floyd
In den USA kommt es im Zusammenhang mit den Prostesten nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd immer wieder zu Übergriffen seitens der Polizei - auch auf Medienvertreter. Bild: SAMUEL CORUM/AFP via Getty Images

In den USA kommt es seit dem 25. Mai 2020, dem Tag, an dem George Floyd durch die Hand eines Polizisten starb, zu Demonstrationen sowie Ausschreitungen. Während ein Großteil der Amerikaner friedlich demonstriert, um ein Zeichen gegen Polizeigewalt und Rassismus zu setzten, kommt es auch zu Sachbeschädigungen und Plünderungen. Wie verschiedene Medien berichten, geht die Polizei vielerorts mit überzogener Härte gegen die Demonstranten vor. Laut Tagesschau.de kam es nun in Cicero, einem Vorort von Chicago, erneut zu zwei Todesfällen seitens der Protestierenden. Auch auf der Seite der Polizei gab es mehrere Verletzte.

In der Kritik steht in diesem Zusammenhang vor allem US-Präsident Trump, dessen Tweet zu Schüssen als Antwort auf Plünderungen von Twitter als Gewaltverherrlichend gekennzeichnet wurde. Nachdem er im Rosengarten des Weißen Hauses verkündet hatte, noch härter gegen Demonstranten vorgehen wollen, ließ Trump nun weitgehend friedlich Demonstrierende mit Tränengas auseinandertreiben, um den Weg zur St. Johns-Kirche in direkter Nähe seines Amtssitzes zu räumen. Dort posierte er dann mit einer Bibel in der Hand für Fotos.

Auch vor diesem Zwischenfall hatten die US-Behörden wiederholt zu Tränengas und Gummigeschossen gegriffen. Fotografin Linda Tirado verlor so in Minneapolis beispielsweise ein Auge, nachdem sie von einem Geschoss der Polizei getroffen wurde.  

Der erste Vorfall, der im Zusammenhang mit den Protesten zu Diskussionen über die Beschneidung der Pressefreiheit sorgte und die Rassimus-Debatte weiter anheizte, war der eines schwarzen CNN-Reporters, der vor laufender Kamera ohne Angabe von Gründen verhaftet wurde. Sein weißer Kollege, der direkt daneben stand, wurde von den Beamten nicht behelligt.

In Louisville ging die Polizei während einer Live-Übertragung auf eine Reporterin des lokalen TV-Senders Wave3-News und ihr Team los. Zudem wurden zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters von Gummigeschossen getroffen. Auch mehrere andere Pressevertreter wurden festgenommen, obwohl sie nur das Geschehen dokumentierten und ihrer Arbeit nachgingen.

 

US-Polizei eröffnet Feuer auf Journalisten der Deutschen Welle

Auch Stefan Simons, der als Korrespondent für die Deutsche Welle aus Minneapolis berichtete, geriet nun mit seinem Kameramann in eine brenzlige Situation. Aufnahmen der Deutschen Welle zeigen, wie die Polizei plötzlich das Feuer auf die Presseleute eröffnet - vermutlich ebenfalls mit Gummigeschossen. In einem auf Twitter veröffentlichen Video hört man Simons "Wir sind Presse! Hört auf, auf uns zu schießen" rufen. In einer anderen Aufzeichnung des Mediums wurde dokumentiert, wie ein anderes TV-Team von drei Polizeiautos umzingelt wird. Die Beamten drohten den Medienschaffenden daraufhin mit Verhaftung.

Doch nicht nur die Polizei macht die Situation für Reporter zunehmend gefährlicher, auch seitens der Demonstranten hat es bereits Übergriffe gegeben. So wurde in Pittsburg ein Reporter des Senders KDKA-TV von einer Gruppe Protestierender zusammengeschlagen. Andere Demonstranten eilten ihm schließlich zur Hilfe. In Washington wurden zudem Journalisten des Senders Fox News angegriffen und verfolgt. In Phoenix versuchte ein Mann einer CBS-Reporterin das Mikrofon aus der Hand zu schlagen.

Begünstigt wird ein derartiges Verhalten von US-Präsident Trump, der sich immer wieder abfällig über die Presse äußert und im Zusammenhang mit kritischer Berichterstattung gerne von „Fake News“ spricht, eine beliebte Taktik um Medien (in den allermeisten Fällen) völlig grundlos in Misskredit zu bringen und somit mundtot zu machen.

 


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