Filme

George Floyd-Film von Spike Lee zeigt die grausame Wahrheit!

Die Realität hat die Fiktion überholt: In Spike Lees neuem Kurzfilm "3 Brothers" werden drei schwarze Männer Opfer von Polizeigewalt und sterben. Kategorien wie "echt" und "fiktional" existieren nicht mehr.

George Floyd  Spike Lee Black Lives Matter
Spike Lee veröffentlicht mit "3 Brothers" einen brandneuen Kurzfilm, der auch Bezug auf den Tod von George Floyd nimmt! Getty Images

Am Anfang der Filmgeschichtsschreibung lösten die Schwarzweiß-Projektionen bei den ersten "Kino"-Zuschauern noch Massenpanik und Angst aus, um dann doch erleichternd festzustellen, dass sich bei den Aufnahmen von einfahrenden Zügen usw. nur um eine realitätsnahe Illusion handelt. Aktuell würden sich viele US-Bürger insgeheim wünschen, dass die Aufnahmen der todbringenden Polizeigewalt um die Afroamerikaner George Floyd, Eric Garner & Co. nur eine brutale Illusion seien – doch sie sind es nicht.

Regisseur Spike Lee montiert in seinem neuesten Kurzfilm die Handy-Aufnahmen der realen polizeilichen Tötungen der beiden Afroamerikaner mit Material aus seinem Spielfilm "Do the Right Thing" aus dem Jahr 1989. Vor über 30 Jahren hatte Lee in seinem Film den rassistisch motivierenden Mord eines Afroamerikaners, ausgehend von einem brutalen Polizisten und einem wütenden Mob, im Detail gezeigt: Schauspieler Bill Nunn wurde als fiktive Figur "Radio Raheem" von einem Polizisten die Luft abgeschnitten. Genauso erging es George Floyd und Eric Garner, doch sie sind keine Figuren in den Filmen von Spike Lee, sondern die Protagonisten der bitteren und grausamen Realität auf den Straßen Amerikas.

Was Lees nicht einmal zweiminütigen Film so eindringlich und bedrückend macht, ist die Tatsache, dass sich die Aufnahmen nicht so einfach in fiktional und real unterteilen lassen: Konnte "Do the Right Thing" vor über 30 Jahren noch eine Art Weckruf für den offenen Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft verstanden werden, obwohl die Gewaltdarstellung schon damals als "überhöht" deklariert wurde, hat die Realität heute das fiktionale Material von damals schon längst überholt. Die Aufnahmen von George Floyd, dem minutenlang am Boden liegend die Luft abgeschnürt wird, obwohl er konstant wiederholt, dass er keine Luft mehr bekommt, sind der wahr gewordene Alptraum, von dem Lee und viele andere (schwarze) Filmemacher über Jahrzehnte hinweg gewarnt haben.

Lee zeigte den Kurzfilm zunächst in der CNN-Sondersendung "I Can't Breath: Black Men Living and Dying In America" bevor er den Film auf seinem Twitter-Account teilte. "Will History Stop Repeating Itself", fragt Lee auffordernd zu Beginn des Films bevor er den Zuschauern die unkomprimierte Wahrheit innerhalb von zwei Minuten ins Gesicht schleudert. Geschichte wiederholt sich, wenn sie sich nicht aus dem Würgegriff der Vergangenheit befreien kann.

 


Tags:
Das könnte Sie auch interessieren
TV Movie empfiehlt