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„Game of Thrones“: Weniger Sex und Brutalität in Staffel 8?

"Game of Thrones" Staffel 7 Porno
„Game of Thrones“: Weniger Sex und Brutalität in Staffel 8? HBO

Verzichtet Staffel 8 von „Game of Thrones“ auf nackte Haut & Brutalität? Immerhin sind die umstrittenen Sex- & Gewaltszenen immer seltener geworden. Der Grund:

"Game of Thrones" ist für seinen tabulosen Umgang mit Sex und Gewalt bekannt. Doch die Show hat sich von Staffel 1 zu Staffel 7 verändert. Während zu Beginn der Serie ein Aufschrei durch die amerikanische Gesellschaft ging, die Serie sei zu verroht, fragen sich die Fans mittlerweile, wo eigentlich all die wilden Szenen der ersten Staffeln geblieben sind. 

Der Vorwurf damals: Die Serie werde ihrer Verantwortung in Bezug auf den Umgang mit Sex und Gewalt nicht gerecht. Die Darstellung von Frauen sei entwürdigend, die Brutalität lasse die Zuschauer abstumpfen. 

Der Vorwurf heute: "Game of Thrones" sei sich nicht treu geblieben, geize seit neustem mit Sex-Szenen und lasse plötzlich ganz untypischerweise alle Hauptfiguren am Leben.

 

"Game of Thrones": Zu viel Sex und Gewalt in den ersten Staffeln?

2014, während der Ausstrahlung der 4. Staffel, fand die Kritik ihren Höhepunkt. Besonders in den sozialen Medien ereiferte man sich bei Facebook und Twitter vor allem darüber, dass Sex zwischen Geschwistern so hemmungslos gezeigt werde und sogar Minderjährige in sexuelle Handlungen verstrickt seien. 

Game of Thrones“-Schöpfer George R. R. Martin hatte hierfür wenig Verständnis. In einer E-Mail an die „New York Times“ erklärte er: „Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt sind Teil eines jeden Krieges, der jemals geführt wurde, von den alten Sumerern bis heute. Diese Aspekte bei einer Geschichte über Krieg und Macht auszulassen wäre falsch und unehrlich".

Und obwohl man wirklich nicht bestreiten kann, dass besonders die Folgen der ersten Staffeln durchaus schockierende Szenen bereithielten – darunter Enthauptungen, herausgerissene Zungen, hemmungslose und unzensierte Sexszenen – scheint eben genau das das Erfolgsrezept von „Game of Thrones“ zu sein.

Allein 2015 gewann die Fantasy-Serie 12 Emmys und übertrifft sich in Puncto Zuschauerrekorden jedes Jahr selbst. Auch 2018 war die HBO-Serie wieder für sage und schreibe 22 Emmys nominiert und konnte neun davon gewinnen.

In einer Gesellschaft, in der es kaum noch Tabus gibt, scheint das bis dato noch nie dagewesene Ausmaß plakativer Darstellung von Sex und Brutalität in der Serie den Zuschauer besonders zu fesseln. 

Ja, wir waren schockiert, aber wir waren eben auch beeindruckt. „Game of Thrones“ unterschied sich von allem, was wir vorher gesehen oder gekannt hatten. 

 

"Game of Thrones": Nur noch wenige Skandale in Staffel 7

Achtung, Spoiler zu Staffel 7! Doch wo sind die ungezügelten Sexszenen hin? In der 7. Staffel, die gestern in einem fulminanten Finale endete, war von nackter Haut kaum noch eine Spur. Besonders um Tyrion Lannister, der für seine Sex-Exzesse und Trinkgelage bekannt war, ist es auffällig ruhig geworden.

Nun liegt die Vermutung nahe, dass diese neue Entwicklung etwas mit Geoge R. R. Martin zu tun hat. Natürlich hat der GOT-Großmeister nicht eingelenkt, die Serie hat seine skandalöse Buchvorlage schlicht und einfach überholt. Seit der 6. Staffel, die ab dem 24. April 2016 ausgestrahlt wurde, ist die Handlung in der Serie den Fantasy-Romanen voraus. 

Staffel 6 hielt noch einige 'Schocker' bereit, doch Staffel 7 lief vergleichsweise überaus 'friendlich' ab. Die Frage ist nun, ob sich dieser Trend in Staffel 8 fortsetzen wird. Die Antwort könnte „ja“ lauten, denn Showrunner D. B Weiss und David Benioff nahmen sich nach eigener Aussage besonders die Kritik in Bezug auf die Vergewaltigungs-Szene in der 5. Staffel zu Herzen. 

In der besagten Folge wird Sansa Stark von Tyrann und Psychopath Ramsay Bolton missbraucht, während Theon Greyjoy zuschaut. Viele Kritiker bezeichneten die Szene als überflüssig und gaben zu bedenken, dass es auch genügt hätte die Tat nur anzudeuten. 

 

"Game of Thrones"-Schöpfer George R.R. Martin rechtfertigen sich

In einem Interview mit „Time“ sagte Benioff: „Es ist nunmal ein mittelalterliches Machtgefüge zwischen Männern und Frauen. Wir glauben, dass es so ablief.“ 

Dennoch habe man versucht, die Szene zu vermeiden und Alternativen zu finden. Es habe jedoch keinen Weg gegeben, die für die Charakterentwicklung wichtige Szene zu umgehen. Besonders keine, die realistisch gewirkt hätte. 

Auch Jeremy Podeswa, der Regisseur der besagten Szene, gibt an, die Kontroverse um die Folge habe ihn zum Nachdenken gebracht.  „[Benioff and Weiss] haben auf die Diskussion reagiert und einige Dinge wurden als Konsequenz danach geändert“, erklärte Podeswa.  

Sophie Turner sagt, in Staffel 5 habe sie einen echten Aha-Moment erlebt. „Es war das Nummer 1 Thema auf Twitter, und man muss sich fragen, wieso es kein so wichtiges Thema zu sein scheint, wenn es im echten Leben passiert“. Die Sansa-Darstellerin findet, es müsse viel mehr Dialog über sexuellen Missbrauch geben: „Hört auf es zu einem Tabu zu machen, macht es zu einem Diskurs.“

Benioff und Weiss scheinen die Kritik dennoch berücksichtigt zu haben. Staffel 6 enthielt schon weniger schockierende Szenen, Staffel 7 war die 'skandalfreiste' bislang. 

Auch die Sexszene zwischen Daenerys und Jon im Finale der 7. Staffel lief ungewohnt liebevoll ab und war beim besten Willen nicht 'versaut'. Ob das nun an den Gefühlen liegt, die die beiden für einander hegen oder daran, dass die wilden Zeiten von GOT vorbei sind, sei mal so dahingestellt. 

Wir sind gespannt, ob Staffel 8 nun gänzlich ohne Sex-Szenen auskommen will und wird, oder ob wir wieder mit mehr Sex und Gewalt konfrontiert werden. 

 

Alle Infos zu Staffel 8 erhaltet ihr mit Klick auf den unterlegten Link. Start, Stream und Ausstrahlung von "Game of Thrones" – Staffel 7 sowie zum Inhalt findet ihr in unseren Artikeln. Infos zur Länge der Folgen haben wir für euch auch parat. "Game of Thrones" startet am 17. Juli 2017 beim Pay-TV-Sender Sky und ist über Sky Go, Sky Ticket und Sky on Demand sowie Amazon Prime abrufbar. 

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