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Game of Thrones - Staffel 8: Deshalb war Folge 3 eine bittere Enttäuschung

Kritik | „Game of Thrones“ hat mit einer einzigen Folge alles verraten, für das es steht. Staffel 8 startete schwach und enttäuschte in Folge 3 vollkommen.

"Game of Thrones": Tyrion Lannister (Peter Dinklage)
Game of Thrones - Staffel 8: Deshalb war Folge 3 eine bittere Enttäuschung. Bild: HBO

Achtung Spoiler! Zu dunkel, zu schnell geschnitten, zu forciert - so lautete das Fazit der Analyse vieler Zuschauer des Halbfinales der finalen Staffel „Game of Thrones“. Doch worin ihre wahre Enttäuschung liegt, können viele Fantasy-Fans gar nicht recht benennen.

Beim ersten Schauen der langersehnten Episode prasselten so viele unüberschaubare Szenen auf die Zuschauer ein, dass sie das Gesehene erst einmal verarbeiten mussten. Ein zweiter Durchgang hilft jedoch, die Schwachstellen der Folge genauer zu benennen.

 

„Game of Thrones“ – Folge 3: Zu wenige Serientode

"Game of Thrones" Catelyn Stark
Die rote Hochzeit - die gute alte Zeit. Bild: HBO

Zu den größten Überraschungen – und ironischerweise nicht im positiven Sinne - dürfte für viele gehört haben, dass lediglich Eddison Tollett (Ben Crompton), Lyanna Mormont (Bella Ramsey), Beric Dondarrion (Richard Dormer), Jorah Mormont (Iain Glen), Theon Graufreud (Alfie Allen), der Nachtkönig (Vladimír Furdík) und Melisandre (Carice van Houten) ihr Leben lassen mussten – oder im Fall von Letzterer im Grunde freiwillig gaben.

Immerhin ist GOT dafür bekannt, nicht davor zurückzuschrecken, auch geliebte Figuren über den Jordan zu schicken. Gerade das macht die Show so spannend, denn zum ersten Mal musste man wirklich um die Helden einer Geschichte bangen. So dramatisch und traurig viele der Serientode in den ersten Kapiteln der Geschichte waren, so logisch waren sie eben auch. Das alte Lied vom Protagonisten, der in letzter Sekunde, jeder Logik trotzend, vor seiner ungerechtfertigten Exekution gerettet wird, oder der Mutter, der es durch eine List gelingt, ihre Kinder aus einer schier ausweglosen Situation zu befreien, schien endlich Geschichte.

Doch dann entschied sich „Game of Thrones“ plötzlich dazu, das Fundament seines Erfolgs einzureißen, und trennte sich in der Schlacht, die eigentlich die opferreichste überhaupt hätte werden sollen, von gerade einmal zwei wirklichen Hauptfiguren.

Samwell Tarley (John Bradley), Brienne von Tarth (Gwendoline Christie), ihr Knappe Poderick (Daniel Portman), Grey Worm (Jacob Anderson) und selbst Jamie Lannister (Nikolaj Coster-Waldau), sie alle dürften eigentlich nicht mehr unter den Lebenden weilen. Wie zum Beispiel konnte Brienne die ersten Minuten der Schlacht überleben, obwohl sie an der Front stand und von einer Zombieherde überrannt wurde? Wie besiegte Sam mehrfach die Gruppen von White Walkern, die ihn umringten? Wie hielten es Jamie, Poderick und Brienne so lange mit dem Rücken zur Wand aus, obwohl eine Horde von Tausenden Untoten gerade Winterfell gestürmt hatte und sie angriff?

Ganz zu schweigen davon, dass Jon Snow (Kit Harington) und Daenerys (Emilia Clarke), die in der Folge ohnehin zu 95 Prozent ihre Zeit verschwendeten, ebenfalls den Löffel hätten abgeben müssen. Beide waren zeitweise umringt, dann der schnelle Cut zu einer anderen Szene, Problem gelöst. Genauso passierte es im Fall von Poderick und Co, aber genug davon.

 

„Game of Thrones“ oder „The Walking Dead”?

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Ebenfalls störend war die Szene, in der sich Arya (Maisie Williams), die Großmeisterin des Schleichens und Mordens, minutenlang in der Bibliothek herumdrückte, während eine überschaubare Gruppe von Zombies verträumt über Bücherrücken strich? Man sollte meinen, die Macher der Serie hätten genug Stoff für die ohnehin viel zu wenigen sechs Episoden der finalen Staffel, um ihr Halbfinale nicht mit einer so actionarmen Szene strecken zu müssen. Besonders, wenn man bedenkt, dass Arya kurze Zeit später problemlos an der Leibgarde des Nachkönigs vorbeischlich, nur um dann auf ihn zuzufliegen, ja zuzufliegen, und ihn zu töten (nachdem Drogons Drachenfeuer an dieser Aufgabe gescheitert war, da der Nachkönig nur mit Drachenglas oder in Drachenfeuer geschmiedetem valyrischen Stahl besiegt werden kann, aha!).

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„Game of Thrones“: Wenn das Finale zum Halbfinale wird

Völlig unverständlich bleibt zudem, weshalb die finale Schlacht bereits in Folge 3 gefochten wurde. Immerhin heißt es „Das Lied von Eis und Feuer“ und nicht „Das Lied von Cersei und Feuer. Ja, natürlich geht es auch um den Eisernen Thron, allerdings begann die Serie – genau wie die Romanvorlage – nicht umsonst mit einer Szene, in der die Weißen Wanderer mit den Leichenteilen einer Gruppe Wildlinge eine Botschaft in den Schnee schrieben und dann einige Mitglieder der Nachtwache ermordeten.

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Jon Snow, der sein Leben dem Kampf gegen die Bedrohung aus dem Norden gewidmet hat und dafür sogar von den Toten zurückkehrte, ist nun eigentlich überflüssig, immerhin interessiert ihn Cerseis Thron herzlich wenig.

 

Hollywood lässt grüßen

Alles in allem haben die GOT-Showrunner David Benioff und D. B. Weiss bewiesen, dass sie ihrer Aufgabe nicht gewachsen waren. Nachdem die Fernsehshow die Buchvorlage mit Staffel sechs überholt hatte, brannte George R. R. Martins Feuer noch eine Staffel lang weiter, glühte in Staffel 7 weiter vor sich hin und scheint in Staffel 8 gänzlich erloschen zu sein. Weil der „Game of Thrones“-Großmeister das Zepter nicht länger in der Hand hält, verkommt eine der epischsten Geschichten aller Zeiten zu dem, was sie nun ist: einer Fernsehshow.

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Daenerys‘ herzzerreißender Abschied von ihrem treuen Gefährten Jorah Mormont im Beisein ihres Haustieres Drogon hätte es unter Martins Führung genauso wenig gegeben, wie den völlig verschenkten Drachenritt Jon Snows in Folge 2. Letzteren Moment hätte sich der Romanautor sicherlich für einen überraschenden Twist aufgespart und ihn nicht an eine schnulzige Szene verschwendet.

Brienne-Darstellerin Gwendoline Christie hatte vor dem Start der 8. Staffel angekündigt, die finalen Folgen seien derart heftig, dass die Zuschauer im Anschluss eine Therapie bräuchten. Obwohl ihre Aussage sicherlich anders gemeint war, geben wir ihr Recht und empfehlen folgende Behandlung: Schaut euch das "Battle of Bastards" (Staffel 6, Folge 9) noch einmal an. Frei nach dem Motto: Du warst großartig, "Game of Thrones", ruhe in Frieden!

Wir sind gespannt, ob „Game of Thrones“ das Steuer in den drei verbleibenden Folgen noch herumreißen kann. Es wird schwierig, aber hey, „Game of Thrones“ hat uns schon so manches Mal überrascht.

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