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„Game of Thrones“-Darsteller äußern sich zum Ende der 8. Staffel

Die Erwartungen an die finale "Game of Thrones"-Staffel waren enorm, prompt reagierten viele Fans enttäuscht. So denken die Darsteller über Staffel 8

Game of Thrones: Staffel 8, Folge 6
„Game of Thrones“-Darsteller äußern sich zum Ende der 8. Staffel. HBO

Die finale Folge der gefeiertsten Serie aller Zeiten ist über die Bildschirme geflimmert, es flossen viele Tränen, ein Gefühl der Leere blieb zurück. Für viele Zuschauer war das Ende von "Game of Thrones" ein einschneidendes Erlebnis. Doch was sollen die Darsteller eigentlich sagen?! Immerhin war "Game of Thrones" jahrelang Teil ihres Lebens. Nun ist eine Ära zu Ende gegangen. 

Im Interview äußerten Isaac Hemsptead-Wright alias Bran, Jerome Flynn alias Bronn, Richard Dormer alias Beric Dondarrion, Liam Cunninham alias Ser Davos und Carice Van Houten alias Melisandre im February 2019 (also weit vor der Ausstrahlung) zu Staffel 8 und dem Ende der Fantasy-Saga.

 

Bran-Darsteller Isaac Hemsptead-Wright im Interview

Bran Stark
Isaac Hemsptead-Wright als Bran. Bild: HBO

[…] Wie war denn der letzte Tag [am ‚Game of Thrones‘-Set]?

Hemsptead-Wright: "Sehr emotional. An diesem Tag waren viele Crew-Mitglieder dort und ich hätte nicht gedacht, dass ich weinen würde. Es wurden die Namen einiger Leute vorgelesen und dann war ich an der Reihe. David [Benioff] und Dan [Weiss] sagten: 'Isaac, du warst von Anfang an dabei'. Und ich dachte: 'Oh wow, das ist wirklich süß.'

Für mich war es so, als wäre dies ein entscheidender Moment in meinem Leben. Es gibt einen Regieassistenten, der in der Pilot-Phase dabei war, und somit gesehen hat, wie ich von einem Zehnjährigen zu einem Erwachsenen herangewachsen bin. Die Crew fühlt sich buchstäblich wie eine Familie an und es ist so, als würden alle Verwandten auf einmal wegziehen."

Wie fühlst du dich jetzt, nachdem die finale Staffel abgedreht ist?

Hemsptead-Wright: "Es fühlt sich an, als würde es immer noch so weitergehen. Wir haben unseren Teil getan, aber das Wichtigste an 'Game of Thrones' ist, dass die Leute es sehen, lieben und sich darüber aufregen. So lebt die Serie weiter."

"Game of Thrones" ist bekannt dafür, Grenzen zu überschreiten und das Publikum zu schocken. Wie glaubst du, wird die letzte Staffel aufgenommen?

Hemsptead-Wright: "Es gibt definitiv noch mehr Überraschungen und Schocks. Ich glaube nicht, dass es jemanden im Internet oder in der Besetzung gibt, der die Wendungen genau vorhergesagt hat, die wir in Staffel acht sehen werden."

Hat es dich überrascht?

Hemsptead-Wright: "Definitiv. Es gab einen Moment, in dem ich die Drehbücher las, als ich aufstehen und meine Wohnung verlassen musste, weil ich dachte: 'Was? Was ist gerade passiert?'

Aber ich denke, dass das Problem mit etwas so äußerst populärem wie 'Game of Thrones' darin besteht, dass die Serie nicht in der Lage sein wird, alle zufrieden zu stellen. Aber ich glaube, dass wir es geschafft haben, es auf eine sehr überzeugende und ehrliche Art zum Abschluss zu bringen."

Was hast du für die Zukunft geplant? Hast du schon Pläne?

Hemsptead-Wright: "Viel mehr Schauspielerei – und ich mag meine Musik. Ich habe gerade erst mit meinem Leben angefangen und es fühlt sich komisch an, weil ich etwas beendet habe, das sich nach lebenslanger Arbeit anfühlt. Also, schau wir erst mal!" (lacht)

 

Jerome Flynn und Richard Dormer (Bronn und Beric Dondarrion) im Interview

"Game of Thrones" Jaime Bronn
Jerome Flynn als Bronn und Jamie Lannister (Nikolaj Coster-Waldau). Bild: HBO

George R. R. Martin sagte, dass das Ende bittersüß sein könnte. Wie würden Sie das Ende beschreiben? Warst du zufrieden mit dem Ende?

Flynn: „Ich war nervös, wie sie es beenden würden, weil sie über die Jahre die Messlatte so hochgehängt haben – […] viele Menschen haben so hohe Erwartungen. Und ich denke, sie haben es so gut gemacht und ist wirklich ausgeglichen - es gibt Schockierendes, es gibt traurige Momente und es ist bittersüß, aber es macht Sinn.“

Dormer: „Ich weiß nicht, wie es endet.“ (lacht)

Flynn: „Hast du dich davon ferngehalten? Warte, warst du nicht dabei, als wir es gemeinsam gelesen haben?

Dormer: „Ich wollte absichtlich nicht wissen, wie es endet, und einer der Gründe war, dass ich mir selbst nicht über den Weg getraut habe – ich hätte alles verraten.“ (lacht).

Beric Dondarrion Game of Thrones
Richard Dormerals Beric Dondarrion. Bild: HBO

„Game of Thrones“ hat über die Jahre immer wieder für Schock-Momente gesorgt - die Rote Hochzeit ist ein gutes Beispiel. Glaubt ihr also, dass die letzte Staffel das Publikum noch mehr schocken wird?

Flynn: Auf jeden Fall.

Dormer: Oh ja. Es wird viele Aufschreie geben […].“

Und in der dritten Episode gibt es eine große Kampfszene. Waren eure Figuren Charaktere daran beteiligt?

Dormer: Ich war dabei und es war schrecklich (lacht). Nur Dreck und Regen und Schnee und Schneeregen. Und, als wäre das nicht genug, bläst dir eine Windmaschine ins Gesicht. Es war eiskalt und die Füße sind halb erfroren. Die Stiefel, die wir tragen, sind aus Wildleder und du kannst sie nicht wasserdicht machen, also war es brutal. Es waren etwa 30 Nächte, aber einige davon haben wir vollständig im Dreck zugebracht. […] Es wird bei [den Zuschauern] für Gänsehaut sorgen. Ich habe das Filmmaterial gesehen, bevor die CGI-Effekte dazukamen, […] man konnte erkennen, wie episch und wie groß es wird. […]“

 

Liam Cunninham (Ser Davos Seaworth) und Carice Van Houten (Melisandre) im Interview

Liam Cunninham alias Ser Davos Seaworth. Bild: HBO

Wie fühlst du dich jetzt, wo die ganze Reise mit Game of Thrones vorbei ist?

Cunningham: „Ich fühle mich ein bisschen wie Ringo Starr, der sich ein Jahr nach der Trennung von den Beatles gefühlt hat: ‚Hat jemand meine Drumsticks gesehen?‘ Diese Show ist größer als wir alle und wir sind buchstäblich Zahnräder in einer Maschine - auch David [Benioff] und Dan [Weiss] und George Martin. Der wahre Star von ‘Game of Thrones’ ist ‘Game of Thrones’. Auf meinem Grabstein wird stehen ‚Liam ‚Game of Thrones‘ Cunningham‘- sonst nichts. ‚Game of Thrones‘ ist ein Monster, ein Ungetüm, ein kulturelles Phänomen […].Es ist sehr seltsam und es wird unmöglich sein, es abzuschütteln, und ich möchte es gar nicht loswerden. Ich habe bereits an anderen Dingen gearbeitet, aber im Vergleich zu diesem Abschnitt unseres Lebens wird andere verblassen.“

"Game of Thrones" Melisandre
Carice Van Houten als Melisandre. Bild: HBO

Was erwartet das Publikum in der letzten Staffel?

Van Houten: „[Das Drehbuch] für die letzte Staffel war magisch. […] Es fühlte sich außergewöhnlich an, weil wir diese Drehbücher - eine Geschichte, von der so viele Millionen Menschen wissen wollen, wie sie enden - in diesem winzigen kleinen Raum in Belfast irgendwo lasen, und nur wir wussten, was los war - alle andere Leute würden es erst etwa zwei Jahre später erfahren. Es war wie ein geheimes Treffen - fast ein Spionagetreffen (lacht). Es fühlte sich wirklich groß an und es gab Kameras und David und Dan hielten eine Rede und es war emotional und zwischen den Szenen wurde geklatscht, wenn jemand Großes passierte.“

Cunningham: „Dan [Weiss] sagte: ‚Könnten wir darüber bitte Stillschweigen bewahren und niemandem davon erzählen‘ und Conleth Hill [Lord Varys] sagte: ‚Shame, Shame, Shame‘ und alle haben mitgemacht. Sie haben mich veräppelt. Alle […] beschuldigten mich, mich verplappert zu haben (lacht). Ich habe nie etwas verraten!

Die komplette 8. Staffel ist digital zum Kauf verfügbar

 
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