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Frauen-WM: Über die unfaire Bezahlung im Profi-Sport | Titelprämien

Im Profi-Sport sind nicht alle gleich! Die Tielprämien, die Frauen und Männer für eine gewonnene Weltmeisterschaft erhalten, könnten kaum unterschiedlicher sein.

Deutsche Frauen-Nationalmannschaft WM 2019
Fußball-WM: So weit liegen die Titelprämen der Männer & Frauen auseinander. getty

Seit 1930 messen sich die Fußball-Nationalmannschaften der Männer im Internationalen Turnier, bei den Frauen kam es erst 1991 zur ersten WM. Das ist jedoch noch lange nicht der einzige Unterschied bezüglich des Umgangs mit männlichen und weiblichen Profis im Fußball, denn schaut man sich die Titelprämien unserer deutschen National-Elfen einmal genauer an, stellen sich einem die Nackenhaare auf.

 

Für die erste EM erhielten Deutschlands Fußball-Frauen ein Teeserive

So bekamen die Frauen um Heidi Mohr und Bettina Wiegmann 1991 für einen Sieg vertraglich ein Münz-Set und eine sogenannte Sporthilfe-Prämie in überschaubarer Höhe zugesichert. Fun Fact: Bei der ersten deutschen Frauen EM gab es für die Kickerinnen übrigens ein Kaffeeservice – auch für Bundestrainerin Silvia Neid. „Ich habe mein Tafelservice noch, es steht bei meinen Eltern im Schrank“, so Neid, die für den DFB in den Niederlanden die EM-Spiele analysiert, gegenüber „dpa“. Bei den Männern, die bei der WM 1990 den Sieg nach Hause holen konnten, sah die Sache natürlich ganz anders aus: Jeder Spieler erhielt 64.100 Euro.  

Vier und acht Jahre später hatten die Ladies dann erneut die Chance auf eine Sporthilfeprämie - yeah, für die Männer wurde 1994 erneut eine Titelprämie von 64.100 Euro pro Spieler festgesetzt, 1998 waren es sogar 76.900 Euro.

Als die Damen 2003 die WM in den USA gewannen, erhielt jede Spielerin 21.000 Euro – ein großer Sprung, trotzdem noch ein Pappenstiel im Vergleich zu dem Geld das für die männlichen Kollegen winkte, denn für die hätte es im Vorjahr sage und schreibe 92.000 Euro gegeben.

2007 hatte sich die Titelprämie der Frauen dann mehr als verdoppelt: Immerhin 50.000 Euro erhielten die Spielerinnen für ihren Sieg. Bei den Männern (2006) hatte sich der Betrag jedoch mehr als verdreifacht – auf 300.000 Euro.

2011 war der Sieg-Bonus der Frauen dann auf 60.000 Euro gestiegen, bei den Männern (2010) sank er leicht, und zwar auf eine Viertelmillion – durchaus noch genug, um sich mehr als ein schönes, neues Auto zu gönnen.

 

Tielprämien der Nationalmannschaften: Fast eine Viertelmillon weniger für die Frauen

2014 durften sich die Herren dann für ihren Sieg über 300.000 Euro freuen, für die Frauen hätte es im Folgejahr 5.000 Euro mehr gegeben als bei der vorherigen WM: 65.000 Euro. Nochmal ganz deutlich: Fast ein Viertelmillion Differenz!

Der aktuellste Vergleichswert stammt aus den Jahren 2018 und 2019. Im vergangenen Jahr hätten sich die männlichen Kicker sage und schreibe 350.000 Euro dazuverdienen können, den Frauen winken in diesem Jahr 75.000 Euro.

Fazit: Die Frauen- und die Männer-Nationalmannschaft spielen zwar für die gleiche Nation, der DFB scheint von Gleichberechtigung allerdings nicht allzu viel zu halten. Schade!

 


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