Kino

Französischer Filmemacher Jacques Rivette verstorben

Er prägte das europäische Kino und galt als einer der wichtigsten Vertreter der filmischen Stilrichtung  Nouvelle Vague (Neue Welle). Nun verstarb Regisseur, Autor und Kritiker Jacques Rivette im Alter von 87 Jahren.

Jacques Rivette
Revolutionierte das französische Kino: Jaques Rivette / Getty Images

Arbeitete Rivette zunächst noch als Filmkritiker für die eigene Zeitung "La Gazette du cinéma", so feierte der Franzose acht Jahre später mit seinem ersten Spielfilm Premiere.

Eines seiner wichtigsten Werke ist bis heute der 13 Stunden lange Kunstfilm "Out 1" mit Jean-Pierre Léaud und Juliet Berto. Jacques Rivette wurde vor allem für seinen Mut zur Improvisation bewundert. Meist erhielten seine Schauspieler einen Tag vor Drehbeginn lediglich einen losen Textrahmen. Alles Weitere entstand in kreativen Experimenten vor Rivettes Kameras. "Die Nonne", "36 Ansichten des Pic Saint-Loup " und "Céline und Julie fahren Boot" sind weitere Beispiele für seinen ungewöhnlichen aber von Cineasten stets geschätzten Stil.

Zudem sprach Jacques Rivette den Frauen in seinen Filmen stets eine entscheidende Rolle zu. Schauspielerinnen wie Bulle Ogier, Sandrine Bonnaire, Jeanne Balibar prägten seine Werke.

In Frankreich sprachen Stars und Politiker ehrende Worte zum Tod des Regisseurs aus. Präsident François Hollande bezeichnete Rivette als einen der bedeutendsten Filmemacher. „Mit seinem gewaltigen Werk hat er sich internationale Anerkennung verdient“, so das französische Staatsoberhaupt. Auch Frankreichs Kulturministerin Fleur Pellerin teilte ihre Anteilnahme: „Es ist ein unwahrscheinlich trauriger Tag“, schrieb sie via Twitter.



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