Kino

Film-Universen vor dem Kollaps

James Gunn mag ja prinzipiell Superhelden, die sich ein Universum teilen. Aber alles hat seine Grenzen, findet er.

Film-Universen vor dem Kollaps
Film-Universen vor dem Kollaps

Das waren noch Zeiten, in denen Superhelden brav vor sich hin gewurstelt haben. Ein unterhaltsamer Sidekick - schönen Gruße an Robin - das war dann meistens aber auch schon das höchste der Gefühle. Wer sonst noch Superkräfte hatte, war ein übler Fiesling mit Weltherrschafts-Ambitionen und musste am Ausführen seiner sinistren Pläne gehindert werden. Und jetzt: Obwohl er sich selbst als nicht teamfähig bezeichnet, treibt sich sogar "Iron Man" mit Vorliebe bei den "Avengers" rum. Captain America hingegen legt sich wiederum in seinem neuen Soloabenteuer "Captain America 3" mit Tony Stark an. Hulk, Thor, Hawkeye, Black Widow - demnächst gründen die noch ein Clubheim. Kaum anders bei DC: Nicht umsonst heißt das nächste Abenteuer seiner größten Helden "Batman v Superman: Dawn of Justice". Im Team scheint das Bezwingen von Superschurken einfach viel mehr Spaß zu machen. Sogar Regisseur James Gunn verriet uns, dass seine "Guardians of the Galaxy" via Thanos mit den Avengers verkuppelt sind. Allerdings steht der Filmemacher dem Verdrahten von Helden-Welten zuweilen eher skeptisch gegenüber. Das behauptet er zumindest in seinem neuen Facebook-Eintrag: "Ehrlich: Ich liebe riesige geteilte Universen in Filmen. Genauso wie ich riesige Franchises liebe. Trotzdem bin ich ein wenige besorgt über die zahlreichen geteilten Universen, die von den Studios so geplant werden - und die in manchen Fällen einfach keinen starken Basisfilm haben. Oder manchmal sogar überhaupt keinen Basis-Film. 'Star Wars' hat den Original-'Star Wars'. Das Marvel-Universum hat den Original-'Iron Man' - und die "Dark Knight"-Serie hatte 'Batman Begins'. Sogar Filme wie die 'Transformers' oder 'Twilight' - das waren Filme, die die Zuschauer geliebt haben. Mit Charakteren, von denen die Leute immer mehr gefordert haben. Aber heutzutage versuchen die Studios Bäume wachsen zu lassen, ohne starke Wurzeln zu haben."

 

Erst kommt die Pflicht

Ich weiß, dass George Lucas, Kevin Feige, Jon Favreau, etc. schon die Hoffnung hatten, dass ihre Filme zum Erfolgen werden würden. Aber ich glaube nicht, dass sie sich daran hätten hindern lassen, bereits den ersten Film so gut zu machen, als wäre es der letzte. Etwas Wundervolles zu schaffen, das die Menschen lieben. Und zwar völlig egal, ob es später noch zu einem weiteren Film führt. Ich glaube, dass dieses neue Businessmodell auch in Kürze floppt. Ich finde schon, dass Filmemacher und Studios das große Bild im Auge behalten sollten. Aber sie sollten sich nicht davon abhalten lassen, einen einzigen aber dafür großartigen Film zu machen."



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