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"FIFA 21" im Test: Neuerungen auf Sparflamme | PS4, Xbox One, Switch, PC

Auch im Corona-Jahr liefert FIFA 21 wenigstens ein bisschen Normalität im virtuellen Fußballalltag. Doch bietet das Spiel wirklich innovative Änderungen oder ein Vollpreisupgrade? Das verraten wir im Test!

FIFA 21
FIFA 21: So gut ist das Spiel wirklich! Foto: EA

"The same procedure as last year, Mrs. Sophie? The same procedure as every year, Mr. James!" Wie ein Dialog aus dem kultigen Silvester-Hit "Dinner for One" dürfte sich mittlerweile das jährliche Update aus dem Hause EA für die meisten FIFA-Fans anfühlen. Sich jedes Jahr das obligatorische neue FIFA zu holen, ist für viele Fußball-Konsolenfans so klar, wie das Amen in der Kirche. Und auch die Kritik an den spärlichen Upgrades aus dem Hause EA stößt fast schon auf taube Ohren: FIFA ist ein weltweiter Megaerfolg und das wird auch bei FIFA 21 nicht anders sein.

Nachdem im letzten Jahr vor allem die Einführung des VOLTA-Modus für großes Aufsehen gesorgt hatte, hält sich EA bei der diesjährigen Ausgabe mit großen Änderungen und Veränderungen zurück. Das ist auch nicht sonderlich verwunderlich, schließlich rechneten viele Experten schon damit, dass es erst bei FIFA 22 zu einer größeren Rundumerneuerung kommen könnte, was vor allem an der Ankunft der Next-Gen-Konsolen liegt. Die wäre auch bitter notwendig, auch wenn FIFA 21 in Sachen Atmosphäre, Lizenzen und Authentizität im virtuellen Fußballbereich weiterhin niemand das Wasser reichen kann. Doch langsam aber sicher nagt der Zahn der Zeit an der Frostbite-Grafikengine und der spektakulär unspektakulären Präsentation: Zwar wurden auch dieses Jahr mehr Animationen und Grafikfeatures hinzugefügt, doch gerade im Hinsicht der virtuellen Sport-Konkurrenz, wie aktuell dem beeindruckenden Trailer zu NBA 2K21 auf der PlayStation 5, wirkt FIFA 21 grafisch mittlerweile relativ bieder. Es bleibt tatsächlich spannend, was EA mit einer auf die neuen Konsolen ausgerichteten Edition von FIFA tatsächlich bewerkstelligen kann. Doch auf die müssen wir wohl mindestens bis 2021 warten.

 

FIFA 21: KI-Defensive adé | Weitere Ver(schlimm)besserungen

Doch die wichtigste Frage: Wie spielt sich FIFA 21 überhaupt und was hat sich vor allem im Spielgeschehen getan? Die erste Antwort darauf: Meine erste Online-Season-Partie endete 7:4. Und nach einem kurzen Frustmoment stand fest, dass EA die Defensivarbeit in der neuesten FIFA-Inkarnation nun komplett in die Hände der Spieler abgegeben hat. D.h. den DM so gut es geht zu malträtieren, um den entscheidenden Pass abzufangen, weil die KI hinten sowieso alles regelt, ist definitiv vorbei. Grundsätzlich erfordert die neue Abwehrmechanik ein wenig Einarbeitungszeit, wirkt aber wie eine sehr sinnvolle Überarbeitung, um den kompetitiven Aspekt des Spiels weiter zu fördern. Trotzdem habe ich das Gefühl, das selbst kleinste Fehler zu hart abgestraft werden, gerade gegen die Pacing-Monster im Angriff.

Zu den weiteren Neuerungen gehört das manuelle Nachjustieren des Passweges des potenziellen Passempfängers, das sinnvolle neue „Läufe“ ermöglicht. Auch die Dribblings sind insgesamt wieder etwas „mächtiger“ und lasen sich besser Einsetzen. Insgesamt erweisen sich die Neuerungen als sinnvolle Erweiterungen bzw. Upgrades, die das Spielgeschehen durchaus etwas komplexer machen und Fehler sowohl in Offline- und Online-Modi gnadenlos bestrafft werden. Auch außerhalb des Spielgeschehens macht FIFA 21 ein paar Sachen „anders“ als der Vorgänger, jedoch nicht zwangsläufig besser: Währen sich Spiele im Karrieremodus mittlerweile simulieren lassen, artet das individuelle Trainieren der potenziellen FIFA-Nachwuchstalente zum fummeligen Minispiel-Overkill aus. Beim VOLTA-Modus, der natürlich wieder an Bord ist, können nun bis zu vier Spieler in einem VOLTA-Team gegen andere Teams im Multiplayer-Modus antreten. Dafür fällt die Story-Kampagne in diesem Jahr deutlich kürzer und uninspirierter aus als im vergangenen Jahr.

Trotzdem und in aller Fairness muss man sagen: FIFA 21 bietet immer noch ein relativ solides Gesamtpaket. Viele Spielmodi, die aktuellen Lizenzpakete und der relativ stabile Multiplayer-Part sorgen immer noch für viele Stunden mit spannenden Fußball-Duellen, wenn man sich darauf einlassen möchte. Und auch der FUT-Modus bleibt das gleiche zwielichtige Schwert wie immer: Als grundsätzlicher Modus spielerisch motivierend und cool designt, ist die starke Auslegung auf Mikrotransaktionen, vor allem um im kompetitiven Spitzenfeld mithalten zu wollen, leider immer noch ein riesiger Negativpunkt.

 

FIFA 21: Unser Fazit

FIFA 21 Spielfeld
Ein Schritt vor und gleichzeitig auch ein Schritt zurück: FIFA 21 in a nutshell!        EA

Im Grunde bietet FIFA 21 immer noch ein solides Gesamtpaket, was Fußball-Simulationen angeht und platziert sich als unangefochtener Spitzenreiter weiter an der Spitze. Doch das ist nicht unbedingt ein Kompliment an die paar sinnvollen Neuerungen und Änderungen in FIFA 21, sondern eher dem Frust über einen gleichwertigen Konkurrenten geschuldet. Denn EA macht in diesem Jahr Dienst nach Vorschrift und hebt sich die größeren Gameplay-Änderungen und das Entstauben der Grafik hoffentlich für die Next-Gen-Fassung von FIFA 22 auf. Bis dahin muss jeder Fußball-Fan selbst entscheiden, ob ihm das obligatorische jährliche Update zum Vollpreis auch tatsächlich "genug" ist.

FIFA 21 ist seit dem 09. Oktober 2020 für PS4, Xbox One, PC und Nintendo Switch erhältlich. Ein Next-Gen-Upgrade für die Xbox Series S | X und PS5 soll kostenlos für alle Käufer der Current-Gen-Fassungen erfolgen. Bei Amazon.de ist das Spiel hier erhältlich. Einen Trailer seht ihr hier:

 

 



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