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„The Fast & the Furious 8“: Eine filmgewordene Midlife-Crisis

Wir haben “The Fate of the Furious” gesehen. Hier erfahrt ihr, ob der neue Action-Streifen mit Vin Diesel, Dwayne Johnson und Jason Statham sehenswert ist.

"Fast & Furious 8": Dwayne Johnson und Jason Statham
Klappe die Achte: In "The Fate of the Furious" beweisen Vin Diesel, Dwayne Johnson und Jason Statham, dass sie immer noch ganze Kerle sind. Bild: Tvman

The Fast & the Furious“ scheint niemals zu enden. Am 12. April 2017 kommt mit „The Fate of the Furious“ der achte Teil der Action-Reihe in die deutschen Kinos.

Fans der PS-starken Filme halten Vin Diesel alias Dominic Toretto und seiner Crew schon seit fast 16 Jahren die Treue. Dass der Reiz der Filme darin besteht, dass man für mindestens 100 Minuten mal nicht denken muss (oder sollte), beweist nun auch der achte Teil.  

Es gibt zwei Dinge, die wir von „The Fate of the Furious“ lernen können. Zum einen, wie man mit Hilfe einer „Coca Cola“-Dose sein Auto tunen kann (- ist das eigentlich Schleichwerbung?). Zum anderen, dass es kein Problem ist, bei 240 km/h aus einem fahrenden Wagen zu springen ohne dabei Schaden zu nehmen.

„The Fate of the Furious“ ist so spannend wie unlogisch

Will heißen: Wen die gänzliche Abwesenheit von Logik und realistischen Szenen nicht stört, der könnte am neusten Teil der „Fast & Furious“-Reihe Gefallen finden.

In Punkto Unterhaltung hält der neue Streifen definitiv, was er verspricht, denn über eine Dauer von 2 Stunden und 16 Minuten reiht sich eine Action-Szene an die nächste.

Fast and Furious 8 - Massenkarablolage
Szene aus "Fast & Furious 8": Blechschaden-Deluxe. Bild: Tvman

„Fast & Furious“: Straßenrenn-Milieu war gestern

Dabei bewegt sich „The Fate of the Furious“ irgendwo zwischen Wrestling-Hommage und Agenten-Film, denn seit „The Fast & the Furious 1“ hat sich viel getan. Während damals noch die amerikanische Straßen-Rennszene im Mittelpunkt stand, arbeiten Letty, Hobbs und Co. heute mit der Regierung zusammen, um Cyber-Terroristen das Handwerk zu legen. Straßenrennen sind nur noch Beiwerk und werden in „The Fate of the Furious“ lediglich zu Anfang kurz in Form eines skurrilen Rennens durch die Straßen Kubas thematisiert.

Dass man im Kino plötzlich an Wrestling denken muss, liegt vor allem an parodistisch wirkenden Gefängnis-Kampfszenen mit Dwayne Johnson und Jason Statham. Die beiden schalten hier innerhalb weniger Minuten gefühlt 100 Männer aus und das eben im Hulk Hogan-Style.

Fast and Furious 8 - Dwayne Johnson
The Rock lässt die Fäuste fliegen...und seine Mithäftlinge. Bild: Tvman

Auch an anderer Stelle geht es haarstäubend zu. „The Fate of the Furious“ führt uns noch einmal eindrucksvoll vor Augen, wieso Straßenrennen verboten sind. Obwohl bei den Film-Rasereien außer jeder Menge Autos auf magische Weise keiner zu Schaden kommt, kann man sich während besagter Szenen nicht ganz im Kinosessel entspannen. Illegale Fahrten über Bürgersteige oder auf der Gegenfahrbahn sind eben nur im Kino cool.

„Fate & Furious“: Orangefarbener Lamborghini ist der Star des Films

Stichwort Blechschaden: Kein Wunder jedenfalls, dass der Film mit einem Produktions-Budget von rund 250 Millionen Dollar so teuer war. Denn neben haufenweise verschrotteter Karosserien, fährt der Film auch wieder mit wahren Auto-Schönheiten auf, die für die meisten Zuschauer leider unerschwinglich sind.

Ausgewiesene Autofans werden sicherlich ein bisschen feucht, wenn Roman, Tej und Co. die Garage der Agency, den sogenannten „Spielzeugladen“, betreten.  Denn beim Anblick der heißen Karosserie fließen beim ein oder anderen vielleicht sogar ein paar Freudentränen. Die Stars des Films sind neben Vin Diesel, Jason Statham oder Charlize Theron nämlich ein orangener Lamborghini Murcielago, Doms Dodge Ice Charger und die Oldies auf Kuba.

Fast & Furious 8 Autos
Diese Wagen gehören zu den heimlichen Stars des Films. Bild: Mike Coppola / Getty Images

„Fast & Furious“: Die Dinge sind und bleiben Schwarz-Weiß

Von Doms mysteriösem Alleingang, der sein Team zwingt, gegen ihn zu arbeiten, mal abgesehen, folgt der Film wie so oft einem klassischen Gut-Böse-Schema. Der Tod derer, die auf der falschen Seite stehen, wird als völlig unproblematisch dargestellt und von den Beteiligten frei von moralischen Bedenken hingenommen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist ein wirklich verwirrender Zeitsprung zu Beginn der Handlung. Hier heißt es „von Null auf 100“ in einer Sekunde, denn plötzlich befinden sich die Zuschauer inmitten wilder Explosionen und fragen sich, ob sie vielleicht kurz eingeschlafen waren.

Böse Zungen könnten zudem behaupten, der Streifen sei eine filmgewordene Midlife-Crisis. Der 49-jährige Vin Diesel stellt eindrucksvoll seine Männlichkeit unter Beweis. Er trägt seine Frau ins Bett und ist natürlich auch nach wie vor auf der Rennstrecke ein ganzer Kerl.

Vin Diesel, Fast & Furious 8
"The Fate of the Furious 8" - Behind the Scenes: Vin Diesel. Bild: Tvman

„Fate of the Furious“: Frauen-Power mit Charlize Theron und Michelle Rodriguez

Positiv zu erwähnen ist die Tatsache, dass die weiblichen Charaktere ihren männlichen Kollegen oder Rivalen diesmal in nichts nachstehen. Nicht, dass man deshalb direkt von Feminismus sprechen sollte, aber dass junge Frauen in „The Fate of the Furious“ kämpfen wie harte Männer oder, um die Welt aus den Angeln zu heben, nichts weiter brauchen als eine Computer-Tastatur, darf dennoch anerkennend erwähnt werden.

Auch mit geistreichen Dialogen und Sprüchen kann der Film nicht gerade glänzen - „Willst du dich auf einen Job als Ober-Arschloch bewerben?“ - dafür aber mit umso spannungsgeladeneren Szenen und Selbstironie. Zu Letzterem gehört Beispielsweise der Hinweis, dass The Rocks Kopf mittlerweile etwas zu klein für seinen muskelbepackten Körper geworden ist.

„Game of Thrones“-Fans treffen in „Fate of the Furious“ alte Bekannte

Weiterer Pluspunkt für den Action-Streifen ist die Tatsache, dass sich in „Fast & Furious 8“ sozusagen der halbe „Game of Thrones“-Cast versammelt. Neben Nathalie Emmanuel, die in GOT Missandei -die engste Vertraute der Khaleesi – mimt, taucht überraschend auch Rotschopf Kristofer Hivju  (Tormund) auf. Und diesen Schauspieler muss man einfach lieben, auch wenn er in „The Fate of the Furious“ keinen sympathischen Griesgram, sondern einen echten Fiesling spielt.

Kristofer Hivju, "Fate of the Furious"/GOT
Kristofer Hivju spielt in "The Fate of the Furious" einen Bösewicht. Bild: Getty Images

Paul Walker bleibt ein Teil von „Fast & Furious“

Auch Paul Walker bleibt trotz seines tödlichen Unfalls während der Dreharbeiten des siebten Films ein wichtiger Bestandteil des „Fast & Furious“-Teams. Die Filmemacher gehen sicher, dass Walker alias Brian O’Conner trotz seines Verschwindens von der Leinwand nicht aus den Köpfen der Zuschauer verschwindet. „Brian wüsste, was zu tun ist“, heißt es an einer Stelle. „Nein, Brian und Mia haben nichts mehr damit zu tun. Darauf haben wir uns geeinigt“, verweist Letty auf das Ende des siebten Films. Brian O’Conner hatte sich hier für ein Leben mit seiner Familie entschieden und war in der Schlussszene dem Sonnenuntergang entgegen gefahren.

"The Fast & the Furious"
Paul Walker in "The Fast & the Furious". Bild: Tvman

„Fate  of the Furious“: Wieso man trotz zahlreicher Kritikpunkte ins Kino gehen sollte

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „The Fate of the Furious“ zwar nichts für Freunde von Tiefgang ist, seine Zuschauer dennoch gut unterhält. Wer Action will, muss eben in Punkto Realismus ein paar Abstriche machen. Dass ein Lamborghini nicht das ideale Schnee-Fahrzeug ist, fällt Roman (Tyrese Gibson) immerhin selber auf.

Wenn ihr zudem wissen möchtet, was „The Fate of the Furious“ und die Komödie „Hangover“ gemeinsam haben, müsst ihr euch den Film wohl doch anschauen, denn hier wäre der Spoiler einfach zu groß…

Und die Moral von der Geschicht‘: Ignoriere die Witterungsbedingungen nicht.

* von Anna Peters

In diesem Trailer bekommt ihr einen Vorgeschmack auf den Film:

 
 

 

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