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"Far Cry 5" Preview: Religiöse Spinner und wilde Fauna | Hands On

Bären mit Diabetes, durchgeknallte Fanatiker und eine Spielewelt zum Verlieben: In Ubisofts "Far Cry 5" hat im kuscheligen Montana ein verrückter Kult das Sagen. Wir haben in der finalen Version beim "Far Cry 5: Preview Event" in Berlin nicht nur einen etwas anderen Gottesdienst erlebt, sondern wilden Wölfen und bleihaltigen Argumenten getrotzt.

Far Cry 5 Artwork
"Far Cry 5" Preview: TVMovie.de konnte die finale Version von Ubisofts Open-World-Shooter knapp drei Stunden lang antesten. So gut hat uns das Spiel gefallen! Ubisoft

angespielt von David Rams

Als Filmfan und regelmäßiger Kino-Gänger ist man ja das eine oder andere Paradox gewöhnt: Ich erinnere mich noch lebhaft an ein Kinoscreening von Mel Gibsons „Die Passion Christi“, bei dem ein ehemaliger Fußball-Profi des 1. FC Kaiserslautern mitten in der zermürbenden Geißelungssequenz von Jesus genüsslich in seine Nachos gebissen hat – dieses Geräusch bekomme ich wegen dieser unfassbaren Bild/Ton-Kombo wohl nie wieder aus dem Kopf.

Far Cry 5 Event
Der "Far Cry 5"-Preview-Event in Berlin war sehr stimmungsvoll!          David Rams

Ganz so dramatisch war es beim "Far Cry 5" Preview-Event natürlich nicht: Ubisoft hatte in eine altehrwürdige Berliner Kirche geladen, die ganz in den Zeichen des Antagonisten des Spiels stand. Denn in "Far Cry 5" übernimmt ein religiöser Kult unter Joseph Seed, ihrem fanatischen Prediger und geistigem „Vater“, das Sagen, der von der Apokalypse überzeugt ist und im Umland von Montana fleißig seine neuen Jünger rekrutiert – ob sie wollen oder nicht. An den restlichen Ungläubigen statuieren Joseph, seine Brüder Jacob und John, seine Schwester Faith und ihre Anhänger unfassbare Exempel ihres brutalen Glaubenskrieges. Doch ein kleiner Widerstand formiert sich. Und ihr seid als namenloser Kämpfer mittendrin statt nur dabei, um Montana von Josephs Saat zu befreien…

 

Far Cry 5: Eden ist hoffnungslos – Ein Einstieg der Extraklasse

Der Einstieg in die Welt von "Far Cry 5" ist schlichtweg brillant erzählt: In einer Art "Mockumentary" berichten Einheimische, wie die religiösen Fanatiker nach und nach die Kontrolle über einen Großteil von Montana erlangen konnten. Und plötzlich sind wir mittendrin: Als unerfahrener Rookie bzw. Junior-Sheriff im Helikopter. Auf dem Weg zum Herzen der Finsternis. Denn eigentlich sollen wir Joseph Seed für seine Verbrechen dingfest machen. Ohne großen Widerstand geht die Verhaftung von statten. Doch als wir in den Heli steigen, greifen durchgeknallte Kult-Mitglieder an und hängen sich völlig lebensmüde an den startenden Hubschrauber. Selbstverständlich hat das fatale Konsequenzen.

 

Abgestürzt und auf uns alleine gestellt, ziehen wir erst einmal alleine los und schlagen uns durch die wunderschöne Spielewelt. Einen Verbündeten finden wir in einem alten Kriegsveteran namens "Dutch", der uns per Headset immer wieder gute Tipps und erste Wegweiser für die vermeintlichen Story-Missionen gibt. Eine gute Stunde dauert das äußerst gelungene Intro zu „Far Cry 5“, in welchem wir zum Großteil "Dutchs" abgelegenen Stützpunkt von durchgeknallten Kultisten und Sekten-Außenposten befreien.

 

Far Cry 5: Auf der Suche nach? | Das Spieldesign

Besteigt man einen der ersten Funkmasten und bringt die Kommunikation auf der "Dutch"-Insel wieder auf Vordermann, wird man auf der gigantischen Spielkarte von nahe gelegenen Widerstandskämpfern angefunkt. Typisch "Far Cry" kann man die Open-World von Montana nach Belieben erkunden, auskundschaften und von Anhängern der „Seeds“ säubern. Befreit man bspw. Festungen oder einen Trupp von gefangenen Widerständlern aus den Fängen der Fanatiker, kann man die NPCs teilweise als Partner rekrutieren. Sie liefern nützliche Schützenhilfe im Kampf gegen die "Edens Gate"-Fanatiker (auch wenn ihre Idee von Anschleichen und Eliminieren oftmals etwas stümperhaft wirkt).

Das Spielgebiet wird dabei in drei Zonen unterteilt, die entweder John, seinem Bruder Jacob oder seiner Schwester Faith unterstellt sind. In der Demo konnten wir den nördlichen Teil der Karte, also Jacobs Region, anspielen: Befreit man immer mehr Außenposten, Geiseln und Festungen, erhöht sich der Widerstandsbalken im jeweiligen Spielgebiet und ruft irgendwann nicht nur die Spezialeinheiten des jeweiligen Seed-Sprösslings zu Tage, sondern wohl auch den Oberbösewicht selbst. Inwiefern die Inszenierung und die Story das Open-World-Setting mitbestimmen und tragen werden, ist momentan noch nicht abzuschätzen.

Far Cry 5 Boat Action
Montana mit dem Boat: Zur Touri-Tour gibt es noch ein paar Extra-Scharmützel          Ubisoft

Genauso wenig können wir nach knapp drei Stunden Spielzeit beurteilen, inwiefern sich das Spielprinzip ermüden könnte: Die ersten anspielbaren Missionen ähnelten sich teilweise frappierend: Anschleichen, erkunden und gezieltes Eliminieren sind die Hauptbestandteile in "Far Cry 5". Allerdings hat das Geschehen dank der fabelhaften Inszenierung immer wieder Spaß gemacht und motiviert. Zwar kann man Hope County nach Belieben per Fahrzeug, Hubschrauber oder anderen Gefährten erkunden und unsicher machen, doch ob das auf Dauer auch motiviert, bleibt abzuwarten.

 

Far Cry 5: Technische Brillanz | Koop mit Hindernissen

Dennoch hat uns "Far Cry 5" beim ersten Anspielen begeistert: Und das liegt auch an der atemberaubenden Präsentation, die auf der PS4 Pro eine hervorragende Figur macht. Die dichte Flora und Fauna in Montana, die knackigen Texturen und die tollen Lichteffekte lassen uns wirklich komplett im „Far Cry 5“-Universum abtauchen.

Das müsst ihr übrigens nicht unbedingt alleine machen: Denn per Koop ist theoretisch das komplette Spiel durchspielbar (bis auf das eingangs erwähnte einstündige Intro). Einen (großen) Haken hat das Ganze jedoch: Nur der Host-Spieler kann die Koop-Missionen regulär speichern. Der Gast-Spieler muss die Missionen ganz normal nochmal bewerkstelligen. Schade.

 

Fazit

Wir haben in einem Gotteshaus religiöse Spinner gejagt und dabei ziemlich viel Spaß gehabt: Gerade wegen seiner Durchgeknalltheit, der tollen Umsetzung der Spielewelt und der vielversprechenden Prämisse macht „Far Cry 5“ in der finalen Preview einen sehr vielversprechenden Eindruck. Ob die Langzeitmotivation in der Open World-Kulisse tatsächlich funktioniert, wird sich erst in der Testversion zeigen: Ich kann es ehrlich gesagt jedoch kaum mehr abwarten, den "Seed-Clan" Ende März wieder ordentlich aufmischen zu können.

Ersteindruck: Gut bis Sehr gut

Far Cry 5 erscheint am 27. März 2018 auf PS4, Xbox One und PC

 



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