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„Familie Dr. Kleist“| Luca Zamperoni: „Mein Beruf ist meine Leidenschaft“

Die 8. Staffel der Serie "Familie Dr. Kleist" startet am 23. Oktober um 18:50 Uhr auf ARD. Luca Zamperoni ist seit der 4. Staffel mit dabei. Im Interview sprach er mit TV Movie Redakteurin Michelle Welsing über Gemeinsamkeiten zwischen ihm und Dr. Michael Sandmann, wann er Lampenfieber bekommt und wovon sein erster Kinofilm als Filmemacher handelt.

„Familie Dr. Kleist“| Luca Zamperoni: „Mein Beruf ist meine Leidenschaft“
Schauspieler Luca Zamperoni im Interview zur 8. Staffel von "Familie Dr. Kleist" / Getty Images

Worauf können sich die Zuschauer bei der achten Staffel Familie Dr. Kleist freuen?

Auf dramatische Geschichten über Krankheitsbilder und gleichzeitig auch spannende Geschichten innerhalb der Familie. In der achten Staffel sorgen die pubertierenden Heranwachsenden für viel Unruhe.

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und Dr. Michael Sandmann?

Zunächst mal gibt es die Gemeinsamkeit, dass ich diese Figur verkörpere. Aber ansonsten die Verbindung zur Familie. Außerdem entsprechen Dr. Michael Sandmanns Werte schon dem, was ich auch für wichtig halte. Obwohl durch mein Künstlerdasein habe ich ein freiheitsliebenderes Bild vom Leben als er.

Familie Dr. Kleist Staffel 8 / ARD

Wenn Sie kein Schauspieler wären, könnten Sie sich vorstellen als Arzt zu arbeiten?

Wenn ich die ganzen Hürden des Numerus Clausus und des Studiums überwunden hätte, bestimmt. Ich glaube das sind die größten Wiederstände. Wie schwer das sein muss, merke ich immer wieder wenn ich die Fachbegriffe für meine Rolle recherchiere. Ich fände es toll, Menschen zu helfen und Not zu lindern. Ich finde den Aspekt der Nächstenliebe beim Arztdasein sehr schön. Wenn er denn vorkommt in der realen Welt. Wir stellen das märchenhafte an Ärzten dar. Ich höre immer wieder Leute sagen: „Ach würde sich doch mein Arzt auch mal so viel Zeit nehmen wie Dr. Sandmann oder Dr. Kleist.“ Die Patienten haben eine sehr große Erwartungshaltung an die Ärzte. Sie wollen, dass er alle Probleme löst. Doch das kann er natürlich nicht. Wenn es einem jedoch so gelingen würde, wie uns in der Serie und den fiktiven Filmärzten, dann wäre das auf jeden Fall eine tolle Sache.

Sie sind schon lange Teil des Serie Familie Dr. Kleist. Was ist das Besondere an ihrem Team?

Also eigentlich ist es ein stetiges Kommen und Gehen. Das hat auch etwas Gutes, weil so immer frischer Wind herein kommt. Aber mit den Kollegen, die ich schon von Beginn an kenne, ist es einfach toll. Es ist eine sehr vertrauensvolle Arbeit. Man kennt einander, auch die schlechten Seiten. Das hat den Vorteil, dass man sich im gegebenen Fall darauf einstellen kann. Die Zusammenarbeit ist immer wieder geprägt von viel Vertrauen, Freude und Spaß.

Eisenach ist nicht grade um die Ecke von Köln. Wie bringen Sie die Dreharbeiten und Ihre Familie unter einen Hut?

Als Dr. Michael Sandmann ist er alleinerziehender Vater seiner Tochter Rosalie / ARD

Das geht eigentlich ganz gut. Wenn ich nur einen Drehtag habe, reise ich meistens am Abend vorher an. Dadurch kann ich noch mit meiner Familie Abend essen. Am Abend nach Drehschluss fahre ich wieder zurück nach Hause. Wäre es weiter weg als 300 Kilometer, dann wäre es problematisch. Um nicht von der Bahn abhängig zu sein, fahre mit dem Auto. Für nächstes Jahr habe ich mir vorgenommen, falls es mir gelingt, die Strecke mindestens einmal CO2-neutral mit dem Fahrrad zu fahren.

Gibt es eine Rolle, die Sie besonders gern gespielt haben?

Ja die gibt es tatsächlich. Das war der Film „Für immer ein Mörder – Der Fall Ritter“. Da habe ich Herrn Ritter gespielt, den ich, 14 Jahre bevor der Film ausgestrahlt wurde, kennen gelernt habe. Er wurde zu Unrecht wegen eines Mordes verurteilt. Ich habe seine Lebensgeschichte in der Süddeutschen Zeitung gelesen und dachte, „Das ist doch ein Film.“ Daraufhin habe ich mich auf eine abenteuerliche Reise begeben, damit dieser Film gemacht wird. Ich hatte überraschend sogar die Ehre, dass ich diesen Mann spielen durfte. Das war meine absolute Lieblingsrolle.

Wie war das jemanden zu spielen, den sie persönlich kennen gelernt haben?

Das hat einen unschätzbaren Wert. Man lässt sich darauf ein diesen Menschen zu erleben, um ihn dann auf der Leinwand zum Leben zu erwecken. Das ist vergleichbar mit Zeitzeugen wie Oma und Opa, wenn sie erzählen wie es in der Nachkriegszeit war. Wenn man aus erster Hand die Geschichten aufsaugen kann, ist es für einen Schauspieler leichter, die Rolle glaubhaft umzusetzen und authentisch darzustellen.

 

Als Schauspieler hat man bestimm ab und zu mal Lampenfieber. Wann waren Sie zuletzt so richtig aufgeregt?

Oft bin ich vor dem ersten Drehtag aufgeregt, wenn ein neues Projekt beginnt. Wenn man Theater spielt, ist man vor der Premiere sowieso aufgeregt. Das ist aber auch ein gutes Zeichen. Doch mit der Zeit eignet man sich Methoden, wie Atmung und Meditation an, um sich zu fokussieren. Eine ängstliche Aufregung hilft ja keinem. Weder den Leuten am Set, noch den Zuschauern.

Was macht mehr Spaß: Theater zu spielen oder  vor der Kamera zu stehen?

Ich sehe da gar nicht so viele Unterschiede. Natürlich ist es toll am Theater den direkten Kontakt mit dem Publikum zu spüren. Im besten Fall ist jedoch so, dass man aus der Figur heraus handelt. Denn die Figur spielt man nicht in dem Bewusstsein, dass das Publikum zuschaut. Toll an der Theaterarbeit ist, dass man über einen langen Zeitraum erst einmal probt. Das ist beim Drehen natürlich anders. Man arbeitet dort immer nur Szene für Szene. Die Geschichte passiert nicht an einem Stück. Doch ich mag beides wirklich sehr gerne.

Sie haben schon früh mit der Schauspielerei angefangen. Gab es einen Moment bzw. ein Schlüsselerlebnis, in dem Sie gemerkt haben, dass sie unbedingt Schauspieler werden möchten?

An ein Schlüsselerlebnis als solches erinnere ich mich nicht. Als Kind habe ich es als Hobby gesehen. Erst beim Schultheater, als ich die erste große Rolle bekam, stellte sich mein Berufswunsch als Schauspieler heraus.

Sie arbeiten derzeit an ihrem ersten Kinofilm als Filmemacher. Können Sie darüber schon etwas verraten?

Das Drehbuch zum Film ist schon fertig. Es handelt von drei Paaren und spielt weitestgehend innerhalb eines Hauses. Der Film hat eine Art Kammerspiel-Charakter. Es wird eine sehr herbe und dramatische Komödie. Im Moment sind wir in der künstlerisch ziemlich langweiligen Phase. Mein Partner Philippe Brenninkmeyer und ich sprechen mit verschiedenen Geldgebern, um den Film finanzieren zu können. Solche Projekte sind immer sehr teuer.

Was machen Sie wenn Sie nicht vor der Kamera stehen?

Ich fahre Rennrad und mache überhaupt viel Sport. Ich schreibe auch privat gerne. Mich um meine Projekte zu kümmern, empfinde ich eigentlich nicht als Arbeit. Ich mache das mit Leidenschat und sehr gerne. Es passt ganz gut in meine Work Life Balance, wie man so schön sagt. Insofern kann ich mich gar nicht beschweren.



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