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"Eternals" | Chloé Zhao & Lauren Ridloff: "Mehr Diversität unter den Superhelden war längst überfällig"

Der Marvel-Streifen "Eternals" läutet eine neue Ära der Superhelden ein. Im Interview verraten Regisseurin Chloé Zhao und Schauspielerin Lauren Ridloff, worauf es bei dem neuen Film wirklich angekommen ist.

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Lauren Ridloff spielt die gehörlose Superheldin Makkari, Chloé Zhao stand als Regisseurin bei "Eternals" hinter der Kamera. Foto: Disney

Lange mussten Fans sich gedulden, jetzt ist er endlich da: der neue Marvel-Film "Eternals". Und die neuen Superhelden haben sogar noch mehr drauf als Thor, Ironman und Co., denn sie sind praktisch unsterblich und verfügen alle über mächtige Fähigkeiten.

 

"Eternals": Eine neue Ära der Superhelden

Dennoch - das haben Richard Madden und Gemma Chan im Video-Interview bereits deutlich gemacht - zeigen sie echte Gefühle und haben mit "menschlichen" Problemen zu kämpfen. Kein Wunder, schließlich leben sie bereits seit Tausenden von Jahren unendeckt auf der Erde, um die Menschen vor den Deviants zu schützen. Nun müssen sie erneut zusammen kommen, denn die Menschheit ist wieder in Gefahr...

Was den neuen Streifen besonders auszeichnet: Er lebt Diversität. Die "Eternals" sind eine Gruppe von Wesen mit unterschiedlichen Hintergründen. Und mit Makkari ist sogar die erste gehörlose Superheldin dabei, die von "The Walking Dead"-Star Lauren Ridloff verkörpert wird.

Verfilmt wurde der Blockbuster von Chloé Zhao, die mit ihrer Interpretation des Marvel Universe eine ganz neue Sicht auf die Helden liefert. Kein Wunder, schließlich ist "Eternals" die erste Mega-Produktion für die Regisseurin. Zuvor machte sie mit ihren Indie-Filmen Schlagzeilen und gewann mit "Nomadland" 2021 sogar den Oscar für die beste Regie.

 

Chloé Zhao: "Ich musste lernen, geduldig zu sein!"

Im Interview mit TVMovie.de sprechen Chloé Zhao und Lauren Ridloff über die Arbeit an einem derart großen Projekt wie "Eternals" und verraten, warum mehr Representation in Superhelden-Filmen längst überfällig war.

TVMovie.de: Chloe, verrate mir: Wie schwierig war es für dich, deine eigene Stimme in dem Ganzen zu finden und deine Visionen mit diesem riesigen Konstrukt des Marvel Universe zu kombinieren?

Chloé Zhao: Wenn du ein Projekt beginnst und sehr klar äußerst bist, was du machen willst und wie du es machen willst - das ‚Wie‘ ist sehr entscheidend - und du die Leute anschaust, die das Sagen haben, und an ihren Gesichtern siehst, dass sie nicht nur von dem ‚Was‘, sondern auch von dem ‚Wie‘ begeistert sind, dann hast du den Kampf schon halb gewonnen. Und von da an musste ich zum Beispiel lernen, geduldig zu sein. Wenn du kleine Independent-Filme machst, triffst du eine Entscheidung und fünf Leute setzen es in die Tat um. Wenn du einen Marvel-Film machst und eine Entscheidung fällst, müssen sich 500 Leute gleichzeitig bewegen. Es ist einfach ein bisschen langsamer und du musst geduldig sein und priorisieren können. Und du musst auch Grenzen setzen, denn es ist auch eine Gefahr, alles Geld der Welt zu haben.

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Die "Eternals" leiten eine neue Superhelden-Ära ein. Foto: Disney

Wir haben gerade schon erwähnt, dass Marvel ein Riesen-Projekt ist. Lauren, hattest du diese Kneif-Mich-Momente am Set, in denen du dachtest: ‚Ist das wirklich real?‘

Lauren Ridloff: Gestern ist es passiert. Mein Vater hat mir ein Foto eines Happy Meals geschickt, dass er sich bei McDonalds in Chicago gekauft hat, und mein Gesicht war auf der Box zu sehen! Und ich sagte nur: ‚Kneif mich mal bitte, Chloe!‘.
Chloé Zhao: Ich habe es auf deinem Instagram-Kanal gesehen. Das ist echt cool!

Was ich an diesem Film sehr mochte, war, dass jeder gesehen wird aufgrund all dieser verschiedenen Figuren. Jeder findet irgendwo seinen Platz. Denkt ihr, dass es längst überfällig war, diese Repräsentation in einem Superhelden-Film zu haben und wie wichtig war es, diese Diversität in dem Film darzustellen?

Lauren Ridloff
: Oh ja, ich denke es war längst überfällig. Ich denke, wir führen noch immer diese Unterhaltung. Ich mache jetzt seit einiger Zeit die Pressearbeit und werde stets gefragt, wie es sich anfühlt, die erste gehörlose Superheldin im MCU zu sein. Es ist 2021 und mir wird diese Frage immer noch gestellt. Ich kann es kaum erwarten, wenn der Tag kommt, an dem ich gefragt werden: ‚Okay, was hattest du zum Frühstück?‘. Verstehst du, was ich meine? Über Repräsentation zu reden, ist die eine Sache und ich bin definitiv stolz, meine Geschichte erzählen zu können. Hoffentlich kann ich mit den Leuten durch meine Erfahrung eine Bindung aufbauen, sodass sie das Gefühl haben, dass sie nicht die Einzigen sind und sich hoffentlich mit Stolz gesehen fühlen. Und ich repräsentiere das natürlich, diese verschiedenen Gemeinschaften. Aber es wurde Zeit und es ist überfällig, dass das passiert.
Chloé Zhao: Um noch etwas hinzuzufügen: Nur, wenn es eine Erste, eine Zweite und eine Dritte gibt, können wir letztendlich nur die Menschen haben.

 

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