Fernsehen

Erste Skandale beim Eurovision Song Contest 2016!

Eine verbotene Fahne, eine suspendierte Jurorin und der Rauschmiss von Rumänien – bereits vor dem Finale des ESC gibt es einige Skandale zu vermelden.

Eurovision Song Contest Stockholm
Jedes Jahr wieder spannend - der Eurovision Song Contest.

Nach einer radikalen Veränderung des Voting-Verfahrens sowie dem Ausschluss von Rumänien wegen zu hoher Schulden folgte bereits der nächste Eklat: Die armenische Sängerin Iveta Mukuchyan schwenkte die Flagge der nicht anerkannten Republik Bergkarabach. Dies ist ein klarer Verstoß gegen die Regeln, die politische Meinungsäußerungen beim ESC verbieten.

 

Spannungen zwischen Armenien und Aserbaidschan

Erst wenn man den Hintergrund des Konfliktes zwischen Armenien und Aserbaidschan kennt, wird die Sprengkraft dieser Aktion klar: Denn der Landstrich Bergkarabach wird zwar vorwiegend von Armeniern bewohnt, gehört aber zu Aserbaidschan – die Unabhängigkeitserklärung der Region wurde international niemals anerkannt. Diese Besitzansprüche führen immer wieder zu Auseinandersetzungen diplomatischer und kriegerischer Art.

Ob und wie das Verhalten durch die EBU (Europäische Runkfunkunion) sanktioniert werden soll, um die Situation zu entschärfen, wird noch diskutiert. Die Sängerin Iveta Mukuchyan erklärte, dass sie die Fahne beabsichtigt geschwungen habe: “Mein Herz möchte nichts Anderes als Frieden auf der Welt und Frieden für Armenien.”

 

Suspendierung einer russischen Jurorin

Doch dies sollte nicht der einzige Skandal im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest bleiben: Nachdem, Anastasia Stotskaja, Mitglied der russischen ESC-Jury einen Clip von der Generalprobe im Internet veröffentlichte, wurde sie nun von der EBU aus der Jury ausgeschlossen. 

Grund dafür: In dem siebenminütigen Video waren neben den Auftritten einiger Kandidaten auch die Reaktionen der Jury sowie der vorläufige Stimmzettel zu sehen. Eigentlich soll die Punktevergabe der Jury bis zum Finale geheim bleiben, um Manipulationen zu verhindern. Im Finale wird nun also ein Ersatzjuror den Platz von Anastasia Stotskaja einnehmen.

 

Ukraine tritt mit politischem Statement-Song an

Schon im Fall der armenischen Kandidatin für den ESC haben wir gelernt: Politische Statements sind verboten. Ob dies wohl auch auf den Beitrag der ukrainischen Sängerin Jamala zutrifft? Schließlich kann der Song "1944" als politischer Kommentar verstanden werden, und zwar gegen die Annexion der Krim durch Russland und für die Autonomie der Krimtartaren. Die Sängerin Susana Jamaladinove, die selbst Krimtartarin ist, sagt dazu: "Das Lied basiert auf einer Geschichte, die mir meine Urgroßmutter erzählt hat, als ich klein war."

Vadim Dengin, ein russischer Politiker, warf der Ukrainerin nun vor, mit dem Lied Russland beleidigen zu wollen. Doch die EBU sieht das anscheinend anders: Sie gab auf Twitter bekannt, dass "Titel und Text des Liedes keine politische Ansprache enthalten und nicht gegen die Eurovision-Regeln verstoßen". Da hat Jamala aber noch mal Glück gehabt - mal sehen, wie sich der Song auf die russische Punktevergabe auswirken wird...

Holla die Waldfee, ganz schön viel los in Stockholm! Ob es im Finale wohl auch so skandalös zugehen wird? Also wir schalten auf jeden Fall ein - ihr auch? Los geht’s am 14. Mai um 21 Uhr im Ersten.

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