Kino

Erneut Goldene Palme für Michael Haneke

Drei Jahre nach "Das weiße Band" hat Michael Haneke erneut die Goldene Palme von Cannes gewonnen: "Liebe" wurde als bester Film des Festivals geehrt.

Drei Jahre nach "Das weiße Band" hat Michael Haneke erneut die Goldene Palme von Cannes gewonnen. Die französisch-deutsch-österreichische Koproduktion "Liebe" wurde als bester Film des Festivals geehrt. Haneke ist erst der dritte Regisseur, der zweimal den Hauptpreis des Festivals gewinnen konnte - und er ist der erste Regisseur, dem dies in so kurzer Zeit gelungen ist. Während des Festivals war immer wieder zu hören, dass Haneke trotz euphorischer Kritiken wohl leer ausgehen würde, da Jury-Präsident Nanni Moretti ihn wohl nicht ausstehen könne - eine persönliche Fehde, die auf des Festival de Cannes 1997 zurückgehen soll, als Moretti in der Jury saß und Haneke mit "Funny Games" vertreten war. Den Großen Preis sprach die Regie Matteo Garrones "Reality" zu. Für den umstrittenen Beitrag "Post Tenebras Lux" wurde der Mexikaner Carlos Reygadas als bester Regisseur genannt.

 

Favoriten aus den USA gingen leer aus

Der Däne Mads Mikkelsen erhielt den Preis als bester Schauspieler für seine Leistung in Thomas Vinterbergs vielgelobtem "Jagten". Als beste Schauspielerinnen wurden Casmina Stratan und Cristina Flutur in Cristian Mungius Glaubensdrama "Beyond the Hills" prämiert. Mungiu selbst erhielt den Preis für das beste Drehbuch. Der Rumäne hatte in Cannes 2007 die Goldene Palme für sein Debüt "4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage" gewonnen. Der Preis der Jury wurde Ken Loach und seiner Komödie "The Angels' Share" zu gesprochen. Loach war 2006 mit der Goldenen Palme für "The Wind That Shakes the Barley" ausgezeichnet worden und seither mit zwei weiteren Filmen ("Looking for Eric", "Route Irish") in Cannes vertreten gewesen. Die große Überraschung ist nicht, dass alle Amerikaner leer ausgingen, auch der zuletzt euphorisch gefeierte "Mud" von Jeff Nichols, sondern dass auch Leos Carax' "Holy Motors", Liebling vieler Kritiker und ebenso hoch im Kurs wie Hanekes "Liebe", ignoriert wurde. Die Camera d'Or für die beste erste bzw. zweite Regiearbeit ging an einen Film aus der Nebenreihe "Un Certain Régard", den bereits in Sundance gefeierte und prämierten "Beasts of the Southern Wild" von Benh Zeitlin. Den Kurzfilmpreis sicherte sich "Silence" von L. Rezan Yesilbas. Bereits am Samstag hatte die Jury um Tim Roth die Preise für die Nebenreihe "Un Certain Régard" verliehen: Bester Film war Michel Francos "Despues De Lucia". Zwei Preise gingen an beste Schauspielerinnen: Suzanne Clément in Xavier Dolans "Laurence Anyways" und Emilie Dequenne in Joachim LaFosses "A Perdre La Raison". Den Spezialpreis der Jury erhielt die wahnwitzige Komödie "Le Grand Soir" von Benoit Delephine und Gustav Kervern. Den Regiepreis sicherte sich Aida Begic für "Djeca". Sämtliche Preise der 65. Filmfestspiele von Cannes: Goldene Palme Bester Film: "Liebe" von Michael Haneke Großer Preis der Jury: "Reality" von Matteo Garrone Beste Regie: Carlos Reygadas für "Post Tenebras Lux" Preis der Jury: "The Angels Share" von Ken Loach Bester Schauspieler: Mads Mikkelsen, "Jagten" Beste Schauspielerin: Casmina Stratan und Cristina Flutur, "Beyond the Hills" Bestes Drehbuch: "Beyond the Hills" von Cristian Mungiu Camera d'Or für den besten Erstling: "Beasts of the Southern Wild" von Benh Zeitlin (Un Certain Régard) Kurzfilmpreis: "Silence" von L. Rezan Yesilbas



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