Fernsehen

Einsparungen in Milliardenhöhe: BBC News vor dem Aus!

Die British Broadcasting Company (BBC) und ihr Nachrichtenkanal BBC News sind in großer Not: Weil die britische Regierung unter Premierminister David Cameron weniger Geld ausgeben will, droht der öffentlich-rechtlichen Anstalt jetzt ein riesiges Loch im Budget, das viele Mitarbeiter ihren Job kosten und wohl das TV-Ende der BBC News bedeuten würde.

Schatzkanzler George Osborne will sparen - und bringt damit BBC News in ernste finanzielle Schwierigkeiten.
Der britische Schatzkanzler George Osborne ist zuständig für die Wirtschaft und Finanzen des Landes - und ist der BBC mit seinen Sparplänen sicher ein Dorn im Auge. Foto: Getty Images

Einer der renommiertesten Nachrichtensender steht deshalb kurz vor dem Aus! Hintergrund ist die in Großbritannien eingeführte Gebührenbefreiung für Menschen ab 75 Jahren: Wie das Medienmagazin "DWDL.de" berichtet kündigte Schatzkanzler George Osborne jetzt an, dass das Finanzministerium ab 2018 nur noch teilweise und ab 2020/21 schließlich gar keinen Ausgleich mehr dafür zahlen will. Die BBC soll diese Kosten also in Zukunft komplett selbst tragen - ein echter Hammer, da dieser Gebührenerlass Millionenbeträge verschlingt.

Allein im letzten Jahr belief sich die Summe auf 606 Millionen Pfund, für 2015 werden sogar 631 Millionen Pfund angenommen. Da die Bevölkerung immer weiter altert, rechnen britische Medien mit Einbußen von 750 Millionen Pfund - was knapp eine Milliarde Euro ausmachen würde. Kaum vorstellbar, denn: Die BBC müsste dann auf ein Fünftel (!) ihres Budgets verzichten.

 

Nur noch eine Online-Zukunft für BBC News?

Pro Jahr nimmt der Fernsehsender rund 3,7 Milliarden Pfund an Gebühren ein, was rund 75 Prozent des Gesamtetats ausmacht. Doch: Diese Einnahmen sinken bereits stetig, weil sich viele auf das gebührenfreie Radio oder Online-Dienste wie den BBC iPlayer beschränken. Diese veränderten Sehgewohnheiten würden im nächsten Jahr zusätzlich zu Einbußen von 150 Millionen Pfund führen, wie BBC Generaldirektor Tony Hall mitteilte. Das bedeutet auch: Mindestens 1000 Stellenstreichungen. Eine schwere Finanzkrise für die Sendeanstalt!

Klar, dass die BBC deshalb sparen muss, wo es nur geht - und jetzt sogar überlegt, das Kult-Programm von BBC News im Fernsehen abzuschaffen. Er verzeichnet immer weniger Zuschauer, kostet die Anstalt jährlich etwa 66 Millionen Pfund - und der Hauptnachrichtensender BBC One hat im Vergleich die höhere Priorität. Die Zukunft scheint online zu liegen: Um Geld einzusparen könnte der 24-Stunden-Kanal deshalb künftig nur noch online verbreitet werden und damit BBC Three vom TV ins Netz folgen. Außerdem soll diskutiert werden, ob die BBC ihren Rundfunkbeitrag künftig auch für ihre Online-Angebote kassieren darf - das könnte wertvolle 211 Millionen Euro in die Kassen der Sendeanstalt spülen.

Das könnte Sie auch interessieren
TV Movie empfiehlt