„Also die Opferrolle gerne ein andermal“

Dunja Hayali und Alice Weidel: Heftiger Streit im ZDF – jetzt reagiert sogar Martin Rütter

Ein ZDF-Interview zwischen Dunja Hayali und Alice Weidel eskalierte schnell. Der heftige Schlagabtausch sorgt für hitzige Diskussionen – und ruft auch Prominente auf den Plan.

Collage zeigt eine ernst blickende Dunja Hayali und eine Alice Weidel mit aufgerissenen Augen, die sich anschauen.
Ein Gespräch zwischen Journalistin Dunja Hayali und AfD-Frau Alice Weidel lief im ZDF aus dem Ruder. Foto: IMAGO / Bernd Elmenthaler und IMAGO / Funke Foto Services

Nach ihrer Wiederwahl zur AfD-Co-Vorsitzenden stellte sich Alice Weidel am Sonntagabend im „heute journal“ den Fragen von ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Was als Interview über den Parteitag in Erfurt begann, entwickelte sich innerhalb weniger Sekunden zu einem hitzigen Schlagabtausch. In den sozialen Medien wird das Gespräch seitdem kontrovers diskutiert – und sogar Hundetrainer Martin Rütter schaltete sich inzwischen ein.

Hayali und Weidel: Schon die erste Frage sorgt für Streit

Hayali eröffnete das Gespräch mit einer Frage zu Weidels Rolle innerhalb der eigenen Partei: „Schauen wir auf Ihr Ergebnis. Sie haben sich leicht verbessert, aber die Frage steht schon auch im Raum, wie stark und wie durchsetzungsfähig sie eigentlich wirklich sind. Zum Beispiel: Trotz Ihrer Intervention gab es ein Treffen mit dem Kopf der Rechtsextremen …“ Schon wird sie von Weidel unterbrochen: „Warum?“, hakt diese ungeduldig ein. Hayali führte ihre Frage daraufhin weiter aus: „Ich geb Ihnen grad ein Beispiel: Mit dem Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung, im Thüringer Landtag war der dann auch, Martin Sellner, zu Besuch. Das haben Sie dann aus der Presse erfahren. Sind das nicht so Dinge, wo Ihnen die Leute nicht folgen?“

Doch statt auf die Frage einzugehen, kritisierte Weidel zunächst die Berichterstattung des ZDF: „Wissen Sie, Frau Hayali, ich habe bei Ihrem Beitrag zuvor sehr genau zugehört, und ich weise dieses Framing, dass hier die AfD oder Teile der Alternative für Deutschland Rechtsextremisten sind, weise ich aufs Schärfste zurück.“

Hayali versuchte das Gespräch sofort wieder auf ihre eigentliche Frage zu lenken und unterbrach: „Frau Weidel, darum ging es doch gar nicht in meiner Frage, entschuldigen Sie.“ Doch Weidel blieb bei ihrem Vorwurf: „Sie framen uns und das ist einfach falsch.“

Daraufhin stellte Hayali ihre Ausgangsfrage erneut: „Frau Weidel, ich habe Ihnen eine ganz einfache Frage gestellt […]. Aber dann sagen Sie doch mal: Wie stark, wie durchsetzungsfähig sind Sie, wenn Teile in der Partei nicht auf das hören, was Sie vorgeben?“

Weidel wies die Fragestellung erneut zurück: „Aber Frau Hayali, was ist das für eine Frage? Die ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Ich weiß auch überhaupt gar nicht, woher Sie das nehmen. Und dieses gesamte Framing, in Teilen rechtsextremistischen hier und da …“

„Die Opferrolle gerne ein andermal“

Dann warf Weidel den öffentlich-rechtlichen Medien vor, durch ihre Berichterstattung zu den Protesten rund um den AfD-Parteitag beizutragen. Hayali widersprach dieser Darstellung entschieden und verwies darauf, dass Demonstrationen gegen den Parteitag selbstverständlich erlaubt seien.

Sie stellte klar: „Sie haben natürlich das Recht und sogar die Pflicht, diesen Parteitag abzuhalten. Demonstrationen sind erlaubt, Blockaden nicht.“

Anschließend wurde die Moderatorin noch deutlicher: „Also die Opferrolle gerne ein andermal. Ich würde Sie wirklich bitten, zu versuchen, die Fragen zu beantworten.

Das Gespräch drehte sich anschließend unter anderem um den Verfassungsschutz, Björn Höcke und den Thüringer Landesverband der AfD. Immer wieder warf Weidel Hayali vor, sie würde die Partei „framen“, während Hayali mehrfach versuchte, zur eigentlichen Fragestellung zurückzukehren.

Weidel-Hayali-Interview sorgt im Netz für hitzige Debatten

Ein Mitschnitt des Schlagabtauschs wurde unter anderem von der Instagram-Seite „cultural.bastards“ veröffentlicht. Dort entwickelte sich unter dem Video schnell eine lebhafte Diskussion.

Viele Nutzer lobten Hayalis Gesprächsführung. So schrieb ein User: „Dunja stabil wie immer!“ Ein anderer kommentierte: „Vielen Dank Frau Hayali für ihre Kompetenz und Ruhe in diesem doch unfassbar schwierigem Interview. Mir fällt es wirklich schwer zu glauben, wer nach dieser Darstellung auch nur ansatzweise die Wahl der AfD in Betracht zieht.“

Besonders häufig gelikt wurde außerdem dieser Kommentar: „Klassischer Move von Rechtsextremen: Die Presse verächtlich machen, Behörden verächtlich machen, Fakten leugnen, das Narrativ verzerren, Fragen ignorieren, Wut bei der eigenen Basis schüren, die Opferrolle dauerhaft pachten... #noafd #afdverbotjetzt #afdverbot.“

Auch weitere Nutzer äußerten sich kritisch, darunter: „Es fällt wirklich schwer, zu verstehen, wie Menschen solche Videos sehen können und tatsächlich die AfD danach wählen.“

Martin Rütter reagiert mit spöttischem Kommentar

Und sogar prominente Reaktionen blieben nicht aus. Auch Hundetrainer und TV-Star Martin Rütter ist in der Kommentarspalte zu finden:

„Ihr könnt mir sagen was ihr wollt: Alice ist doch gar nicht echt. Einfach ein verunglücktes KI-Experiment ist sie.“
Martin Rütter über Alice Weidel

Für den Kommentar erntete der Hundetrainer binnen kürzester Zeit 691 Likes.

Das ZDF-Interview zwischen Dunja Hayali und Alice Weidel zählt damit schon jetzt zu den meistdiskutierten politischen TV-Momenten der vergangenen Tage. Während viele Zuschauerinnen und Zuschauer Hayalis Hartnäckigkeit loben, werfen andere der Moderatorin eine einseitige Gesprächsführung vor. Der Schlagabtausch dürfte die Debatte über den Umgang mit der AfD in den Medien daher noch eine Weile begleiten.

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