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Dschungelcamp: Im Angesicht des Wahnsinns

Sie ist die schwerste aller Prüfungen: Larissa Marolt - für Insekten, Mitbewohner, einfach jede Lebensform, die in Australien rumkeucht und fleucht.

Dschungelcamp: Im Angesicht des Wahnsinns

Was war die Angst groß! Sämtliches Dschungelgetier fürchtete sich vor der Apokalypse. Doch die sollte nicht durch einen 24 Stunden „Sie liebt den DJ“-singenden, sich selbst verherrlichenden Wendler ereilen. Ganz im Gegenteil, der Wendler wirkt im Dschungelcamp tatsächlich zahm. Und das allein hat „Austrias Next Quälgeist“ Larissa Marolt zu verschulden, die Selbstmordabsichten bei Mitbewohnern, Insekten, Gewächsen und Mikroben schürt.

Sie war schon beim Kofferpacken mit drei Schlüpfern überfordert. Angekommen im Dschungel gibt’s ein Joey Heindle Revival: "I hoab gedacht, des is a Fake. I doacht, des wird im Studio gedreht.“ Man fragt sich: Hat die sich zu heiß geföhnt? Sie fällt die ganze Zeit hin, heult sich die Augen blutig und brüllt sich die Stimmbänder wund. Und dann droht die auch noch, nicht schlafen zu wollen aus Angst, die Tierchen kämen über sie. Nicht auszudenken, was das für die restliche Z-Prominenz bedeuten könnte. Denn Larissa ist schon im Normalzustand ganz schön gegen den Strich gebürstet.

Die Hiobsbotschaft: Keine Evakuierung in Sicht! Im Gegenteil: Dieses Dschungelcamp ist das Endlager des Wahns. Ihre Therapeutin: Dr. Melanie Müller, die resistent scheint gegen die einsetzende Kernschmelze. Ihre Mission: die geistig Umnachteten aus dem Nebel der verschrobenen Selbstwahrnehmung führen. Erster Patient: das Wendler. „Auf den Wendler hab ich keinen Bock, zeig uns mal den Michael“, so Melanies Ansage. „Was machst du hier? Was soll das?“, echauffiert der sich, um sofort in seiner optionalen Realität zu versinken: „Es ist alles unwahr, was über mich berichtet wird“. Es sei eine Verschwörung im Gange, „um mich als Musiker vom Markt zu nehmen“. Der Wendler lässt die Tränendämme brechen: “Es gibt Künstler und Politiker, die nehmen sich das Leben, weil sie damit nicht klarkommen. Und dann gibt es den Wendler.”

Und es gibt das Parfum des Wendlers, das sich grausame Mordwaffe entpuppt. Denn La Marolt erspäht eines Nachts eine Spinne, besprüht sie mit einem Duftwässerchen aus der Wendler-Kollektion, woraufhin die WG im Kollektiv fast von den Pritschen fällt. Denn der Flakon hält einen Clou bereit. Nach jedem Sprühstoß ertönt Wendlers Gassenhauer „Sie liebt den DJ“. Puh, das muss man erstmal verkraften. Das arme Insekt! Welch grausame Art der Hinrichtung – am Leibe und in den Ohren. Ein Zustand zwischen Explodieren und Implodieren.

Doch eines muss man dem Wendler lassen: Er spielt  selbst unter den widrigsten Verhältnissen den Marktschreier und erklärt Jochen Bendel wie seine Karriere begann – dass er eben bei vollem Verstand den spinnerhaften Macho spielte, extra vier Bodyguards engagierte, die bei jeder Gelegenheit um ihn herum turnten!

Aufmerksamkeit erheischen, um jeden Preis, koste es, was es wolle – auch wenn es Fans aus dem Osten der Republik sind, die jetzt wohl seine Poster in Fetzen reißen, die CDs zerbrechen und Konzertkarten verbrennen. Denn in einem Tete-a-Tete mit Sächsin Melanie Müller will er ihr gesagt haben, wie gut es ihm gehe, schließlich kaufen „die dummen Ossis“ ja seine Tickets. 

Da wird dann auch die Pornoqueen zum zweiköpfigen Huhn und motzt Richtung restlicher WG: „Die ganze Zeit muss sich mir das scheiß Gelaber anhören. Alte Pissbirne! Der scheißt doch auch durch dasselbe Loch wie wir.“ Und die restlichen Dschungelcamper? Gab es da noch welche? Ja, ab und an erhascht man auch noch Comedian Tanja Schumann, „Wer-auch-immer“ Julian Stöckel, Ex-Queensberry Gabby Rinne und Mola Adebisi (der am liebsten den Dichter und Denker spielt) auf dem TV-Bildschirm.

Ansonsten droht diese Dschungelausgabe die reinste Larissa-Melanie-dasWendler-Show zu werden. Huch, fast vergessen: Larissa mit den knappikschen Anwandlungen musste sich bisher jeder Prüfung stellen. Heute folgt Quälerei Nummer 4. Wir sind uns sicher: Es wird unterhaltsam – und es wird nicht ihre letzte Prüfung des Zuschauerlieblings sein.

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