Gaming

"Dreams" für PS4: Viel, das Spiel

In "Dreams" dürfen nun die Spieler alles bauen, was sie sich erträumen. Wir konnten das neue PS4-exklusive Spiel angucken und sind überwaltigt.

Dreams für PS4: Viel, das Spiel
"Dreams" soll eure Träume Wirklichkeit werden lassen Bild: Sony

„Dont dream it. Be it“, sang schon Tim Curry in der „Rocky Horror Picture Show“. Das scheint auch das Motto hinter dem PS4-exklusiven Spiel "Dreams“ der Entwickler von Media Molecule sein. Denn mit der Software soll es möglich sein, alles zu gestalten, was man sich vorstellen kann. „TV Movie Online“-Redakteur Matthias Holm konnte sich bei einem Preview-Event in Berlin bereits davon überzeugen, was man alles mit "Dreams“ erschaffen kann.

 

Zu Beginn der Präsentation zeigte einer der Entwickler bereits gebaute Level und Spiele. Denn auch wenn „Dreams“ erst am 14. Februar offiziell erscheint, wurde bereits während der Early Access-Phase zahlreiche Dinge mit dem Editor kreiert. Schon hier wird klar: Die Möglichkeiten, die das Spiel einem eröffnet, sind schier endlos. Ob eine extrem detaillierte Raumstation, fotorealistische Bilder eines English Breakfast oder ein stilisiertes Point&Click-Adventure, mit Dreams scheint erstmal alles möglich. Selten schien der Spruch „Die einzige Grenze ist deine Kreativität“ passender.

 

"Dreams": Jeder soll Spiele bauen können

Die Idee hinter dem Spiel hatte Creative Director Mark Healey schon vor vielen Jahren. Vom ersten Pitch bis zur Veröffentlichung sollten allerdings fast neun Jahre vergehen. Er wollte damit den Erfindergeist der Menschen wecken, die auch vorherrschte, als er mit Videospielen anfing – mit dem C64. Damals haben dann auch Menschen, ohne großartig Ahnung von Programmierung zu haben, ihre eigenen Spiele entwickelt. Dabei soll „Dreams“ so einfach zu handhaben sein wie ein Stift und ein Blatt Papier – jeder kann anfangen zu zeichnen, nur was man draus macht, ist einem selbst überlassen.

Ganz so einfach ist es dann natürlich nicht. Als der Editor vorgestellt wurde, rauchten schnell die Köpfe. Die Bewegungssteuerung des Dualshock 4 funktioniert einwandfrei, auch wenn man für präzise Platzierungen etwas üben muss. Aber selbst wenn man eine Idee hat, braucht man auch die richtigen Mittel. Media Molecule bietet viele vorgefertigte Assets an – ob Strukturen, Charaktere oder kleine Spiel-Elemente wie Sprungbretter. Schon zu Beginn fällt ist es schwer, die vielfältigen Möglichkeiten überhaupt zu begreifen. Denn: Alles was der Entwickler in dem Spiel zur Verfügung stellt wurde mit ebendieser Software gemacht. Dementsprechend kann man auch selbst so detailliert arbeiten, wie man eben Spaß dran hat.

Wenn man dann sich aus den vorgefertigten Elementen eine Szene gebaut hat, kann man anfangen, weiter ins Detail zu gehen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Sonne, die sich während der Spielzeit bewegt? Oder ein selbst komponiertes Musik-Stück? Denn neben dem Leveleditor bietet „Dreams“ wie selbstverständlich einen komplexen Musik-Generator, in dem man jedes erdenkliche Instrument selbst programmieren kann – mit Verzehrer und allen möglichen Effekten.

Ein Tutorial erklärt den Figuren-Editor Bild: Sony

Dabei soll der Editor einigermaßen zugänglich sein. Wieviel Zeit man investieren muss, um die meisten Tricks und Kniffe herauszufinden, oder sich überhaupt erst mal zu orientieren, ist momentan schwer einzuschätzen. Allerdings waren in der Early-Access-Phase die Spieler extrem schnell und haben bereits nach 2 Tagen richtig starke Spiele online gestellt. Und dabei waren sogar Sachen, von denen die Entwickler gar nicht wussten, dass sie möglich sind.

 

"Dreams": Auch für Singleplayer spielbar

Um ein Gefühl für die verschiedenen Möglichkeiten von „Dreams“ zu bekommen haben die Entwickler eine kleine Single-Player-Kampagne gebaut. Hier erlebt man in verschiedenen Genres eine kleine Geschichte, während der man sogar Objekte für den Editor freispielen kann. Das sah alles sehr schick aus, wirkte spielerisch aber eher rudimentär.

Media Molecule wissen auch, wie überwältigend das Tool ist, dass sie gebaut haben. Dementsprechend versuchen sie, den Spieler langsam heran zu führen. Mit vielen kleinteiligen Tutorials sollen einem die Funktionen spielerisch beigebracht werden. Das hatten sie bereits bei „Little Big Planet“ versucht, wie viel von dieser Einführung am Ende beim Spieler hängen bleibt muss man abwarten.

Generell wird „Dreams“ von seiner Community leben, womit es ähnlich wie "Rocket League" damals ein perfekter Kandidat für das PS Plus-Programm ist. Es gibt bereits jetzt viele tolle Projekte online, doch meistens sind es eher Mini-Spiele. Hoffentlich werden sich noch einige Spieler dazu berufen fühlen, größere Erlebnisse zu bauen. Doch wird „Dreams“ so weit kommen? Es verlangt nämlich viel von den Spielern.

Surreale Malereien? Kein Problem mit "Dreams" Bild: Sony

Man ist Teil einer Community, man spielt Sachen von anderen, bewertet sie, sammelt sie in Collections. Und wer dann Lust hat, selbst kreativ zu werden, muss noch viel Zeit in den Editor stecken. Das ist eine Menge an Aufmerksamkeit, die ein einzelnes Spiel in sich bündelt. Ob alle dazu die Lust und auch die Zeit haben ist zu bezweifeln. Und wenn weniger Menschen an „Dreams“ teilhaben, sinkt auch der Spaß-Faktor. Ein weiteres Problem: Zwar möchte man "Dreams" auch in Zukunft mit Features, wie VR-Support, erweitern - ein Release für die PS5 ist allerdings noch nicht geplant. Wie viele Spieler nach dem Generationswechsel also noch übrig bleiben, ist zumindest fragwürdig.

Doch das möchten wir alles nicht hoffen. Media Molecule haben hier etwas ganz Besonderes geschaffen. Es ist vieles. Es ist fordernd, es ist spannend, es ist neu. Und alleine deswegen hat "Dreams“ es verdient, ein Erfolg zu werden.



Tags:
Das könnte Sie auch interessieren
TV Movie empfiehlt