Kino

Dolph Lundgren reicht's

"The Expendables 2" startet durch - doch der alte Schwede will noch nichts wissen von den "Expendables 3".

Für alle Action-Fans ist der 30. August ein Pflichttermin: Deutschland-Startschuss für "The Expendables 2" - Sylvester Stallone und der geballte Rest der Genre-Größen wird erneut üblen Fieslingen wuchtig in die Hintern treten und dabei genug Blei, Explosionen und Handkanten zum Einsatz bringen, wie sonst in einem guten Jahr auf Leinwand zu sehen sind. In den USA ist Teil 2 bereits am Start und alle - oder zumindest alle Testosteron-Fanatiker - lieben ihn. Jetzt könnten sich Sly und seine menschlichen Abrissbirnen natürlich entspannt zurücklehnen und in Ruhe ihr Starsein genießen. Aber von wegen: "The Expendables 3" ist längst im Gespräch, große Namen werden hinter vorgehaltener Hand geflüstert - kurz: Es rumpelt schon wieder in der Waffenkammer. Und wer vermiest die Party-Vorbereitungen: Dolph Lundgren. Der blonde Hüne hat nämlich so gar keine Lust, schon wieder den psychisch instabilen Granatero Gunnar Jensen zu spielen, ihm wäre eher nach einem ausgedehnten Drehpäuschen: Auf Teil 3 der Bleiorgie angesprochen, sagte er: "Besonders begeistert bin ich nicht davon. Wir sind gerade von vier Monaten Bulgarien und New Orleans zurück - und genug ist genug. Keine Chance, noch in dem Herbst anzufangen. Erst mal sehen, wie der jetzige Teil läuft - und dann vielleicht nächstes Jahr. Man kann sie ja auch nicht zu nahe aneinander bringen. Du willst doch eine Pause um das richtige Feeling aufzubauen, damit Du wieder einen sehen willst."

 

Held mit Fähigkeit zur Selbstreflexion

Echte Begeisterung klingt anders. Andererseits kann man den 54-Jährigen auch irgendwie verstehen. Schließlich ist während der Dreharbeiten ein Stuntman tödlich verunglückt und auch Dolph Lundgrens Stuntdouble wurde schwer verletzt. "Wir haben daran wieder erkannt, dass es ein gefährliches Geschäft ist. Du musst immer aufpassen, was du tust", erklärte Lundgren, den der Unfall nach eigenen Aussagen richtiggehend traumatisiert hatte. Eigentlich sogar die vernünftigere Haltung, als sich hirnlos in den nächsten Dreh zu stürzen. Dazu zeitgemäß: Im Gegensatz zu den 80ern, wird heute auch von Action-Ikonen ein Minimum an Selbstreflexion erwartet. Mehr "Bourne", weniger "Rambo". Und wer den 1,98 m großen Dan-Träger - übrigens Diplomingenieur und Sprachtalent - je abseits der Leinwand erleben durfte, weiß, dass sich hinter der einschüchternden Physis ein höchst differenzierter Geist verbirgt. Was von seinen Expendables-Kollegen Stallone, Willis, Statham & Co bisher noch nicht schlüssig bewiesen werden konnte.



Tags:
TV Movie empfiehlt