Zum Hauptinhalt springen
Fernsehen

Die Feuerzangenbowle: So versuchte Heinz Rühmann vergeblich, die Darsteller im Krieg zu retten

Heinz Rühmann kämpfte mitten im Zweiten Weltkrieg dafür, dass sein Film „Die Feuerzangenbowle“ ins Kino kommt – und dass die jungen Schauspieler vor dem Fronteinsatz verschont bleiben.

Heinz Rühmann in „Die Feuerzangenbowle“.
Hermann Göring hielt nicht viel von „Die Feuerzangenbowle“. Foto: TMDB

„Die Feuerzangenbowle“ gilt heute als Filmklassiker, doch die Entstehung war alles andere als heiter. Gedreht zwischen März und Juni 1943, tobte der Zweite Weltkrieg auf dem Höhepunkt seiner Brutalität. Mehr als 40.000 Menschen starben allein während des Aufstands im Warschauer Ghetto, die 6. Armee kapitulierte in Stalingrad, und die Bombenangriffe auf deutsche Städte nahmen stetig zu. Am Tag der Premiere, dem 28. Januar 1944, griff die Royal Air Force Berlin mit fast 400 Flugzeugen an.

In dieser erschütternden Realität erzählt der Film die Geschichte des erfolgreichen Berliner Schriftstellers Johann Pfeiffer, der seine versäumte Schulzeit nachholen will. Die Zuschauer erleben ihn bei Streichen und den legendären Feuerzangenbowle-Abenden – eine idyllische Welt, die nichts mit dem Krieg draußen zu tun hat.

Rühmanns Kampf für die Premiere

Die Dreharbeiten waren ein Drahtseilakt. Heinz Rühmann, damals 41 Jahre alt, spielte seine Rolle überzeugend, doch seine Sorge galt vor allem den jungen Statisten. Viele Primaner waren kurz vor der Einberufung zur Front. Wie seine Frau Hertha Rühmann später berichtete, verzögerte er die Dreharbeiten bewusst, um die Jungs möglichst lange zu schützen.

Auch die Behörden machten Probleme: Der Erziehungsminister Bernhard Rust sah die Autorität der Schulen gefährdet. Rühmann nutzte sein Ansehen als beliebtester Schauspieler des Reiches, um den Film doch noch ins Kino zu bringen. Er informierte Hermann Göring persönlich über den Film, der daraufhin Hitler von der Produktion in Kenntnis setzte. Göring berichtete, dass man sich über den Film vor Lachen „auf die Schenkel geschlagen“ habe – und so erteilte Hitler die Genehmigung für den Kinostart.

Dreharbeiten zwischen Bombenangriffen und Benzinmangel

Heinz Rühmann zu Gast bei „Wetten, dass ...“.
Heinz Rühmann im Januar 1994 zu Gast bei „Wetten, dass ...“. Im Oktober desselben Jahres verstarb er mit 92 Jahren. Foto: IMAGO / teutopress

Die Produktionsbedingungen waren extrem: Benzin war knapp, sodass Rühmann mit einer Pferdekutsche zur Ufa-Studios Babelsberg fuhr. Papier war rationiert, Autogrammpost war nicht erlaubt, doch die Schauspieler improvisierten. Hans Richter, einer der Statisten, erinnerte sich: „Die Arbeit war wie ein Tanz auf dem Vulkan. Wir genossen jeden Tag, an dem wir heil aus dem Bombardement herauskamen.“

Die Statisten erhielten 100 Reichsmark pro Drehtag, während Stars wie Erich Ponto 900 RM bekamen. Fast alle Requisiten sind heute verschwunden – bis auf Pfeiffers Schulbank im Filmmuseum Potsdam und Rühmanns Frack in der Deutschen Kinemathek.

Premiere und Nachwirkung

Am 28. Januar 1944 feierte „Die Feuerzangenbowle“ im Tauentzien-Palast Premiere. Einige der jungen Schauspieler waren zu diesem Zeitpunkt bereits an der Front gefallen. Trotzdem entwickelte sich der Film nach dem Krieg zum Klassiker. Die Fernsehausstrahlungen in der DDR und der Bundesrepublik zogen Millionen Zuschauer an, und die Lümmel-Filme der 1960er Jahre griffen die zeitlose Idee des Erwachsenen, der die Schulzeit noch einmal erlebt, auf.

Heinz Rühmann hinterließ mit dieser Produktion nicht nur einen zeitlosen Klassiker, sondern auch ein Zeugnis seines Einsatzes für die Darsteller und den Humor in düsteren Zeiten. Die Feuerzangenbowle zeigt, dass Film nicht nur Unterhaltung ist, sondern auch ein kleiner Widerstand gegen die Schrecken der Zeit.

Quellen
Ed Sheeran Game of Thrones - Foto: HBO
Stars
Ed Sheerans Vermögen: So reich ist der Sänger!

Er zählt zu den erfolgreichsten Musikern seiner Zeit – und ist damit reich geworden. Wie hoch das Vermögen von Ed Sheeran ist, erfahrt ihr hier.

Markus Lanz steht im dunkelblauen Anzug mit weißem Hemd und grauer Krawatte vor einer hellen Wand, die Hände in den Taschen. - Foto: ZDF / Andreas Ortner
Vorfreude auf die Kaulitz-Brüder
Markus Lanz wird bei Thomas Gottschalk deutlich: „Immer schon ein bisschen übergriffig“

Markus Lanz blickt auf die Ära von Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass..?“ zurück – und kritisiert dessen Umgang mit weiblichen Gästen deutlich.

Andrej Mangold und Paul Janke in Blau sowie Dr. Nick und Dr. Rick in Rot sind als Comicfiguren um das Logo „Schlag den Star“ montiert. - Foto: ProSieben
KI-Hinweis: realistisch wirkendes Bild, das mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt oder wesentlich inhaltlich verändert wurde.
Rosenkavaliere treffen auf Schönheitschirurgen
„Schlag den Star“ heute: Bachelors gegen Beauty-Docs – Das musst du über die Teams wissen

Bei „Schlag den Star“ treten am Samstag zwei ehemalige Bachelors gegen die Beauty-Docs Rick und Nick an. Wer die vier Kandidaten sind und was sie heute machen.

Mike Singer trägt einen schwarzen Pullover und zeigt mit dem Zeigefinger nach oben. Über ihm steht das Logo „7 vs. Wild“. - Foto: Prime Video und IMAGO / Future Image
Sieben Gegenstände, viele Fragen
„7 vs. Wild“: Mike Singer sorgt für Irritation – Nach Folge 1 haben Fans einen bösen Verdacht

Sieben Gegenstände müssen für das Abenteuer reichen. Mike Singers Auswahl fällt bei „7 vs. Wild“ besonders auf. Schon jetzt fürchten Fans frühe Abbrüche.

ProSieben-Moderatorin Annemarie Carpendale steht mit grauem Schal über den Schultern vor dem taff-Logo und grinst.  - Foto: IMAGO / Michael Westermann
„Wie weit geht Mutterliebe?“
„Von ProSieben verarscht“: Influencerin Linda rechnet nach „taff“-Beitrag mit dem Sender ab

Ihr schwer kranker Sohn kann nicht flach liegen, ohne in Lebensgefahr zu geraten. Influencerin Linda kämpft seit Monaten für ihr Baby und teilt ihre Geschichte mit Tausenden Menschen. Nach einem Beitrag bei „taff“ fühlt sie sich nun von ProSieben vorgeführt.

Isi Glück lächelt in einem roten, geschnürten Oberteil mit blonden Zöpfen. Im Hintergrund sind ein Fluss und eine Kathedrale zu sehen. - Foto: RTL / Stefan Gregorowius
Kein Duett mit Carolin Kebekus
Wegen Anti-AfD-Song: DSDS-Jurorin Isi Glück erteilt Carolin Kebekus eine Absage

Carolin Kebekus wollte mit ihrem Ballermann-Song ein Zeichen gegen rechts setzen. Doch Isi Glück lehnte eine Beteiligung ab.