„Die Anstalt“: Rebellion im TV – „Wir sind im ZDF gegen das ZDF!“
Sie hatten es bereits angekündigt, jetzt ist klar: Die Kabarettisten Maike Kühl, Max Uthoff und Claus von Wagner rechnen in ihrer 100. „Die Anstalt“-Sendung gnadenlos mit dem ZDF ab.

Frust statt Feierlaune: Die 100. Ausgabe der „Anstalt“ sollte eigentlich ein Grund zur Freude sein. Doch stattdessen gibt es einen Riesenkrach. Der Grund: In der Jubiläums-Show sollten Sänger Danger Dan und Pianist Igor Levit den Song „Kein Angst“ performen. Doch kurz vor der Aufzeichnung wurden sie ausgeladen. Der Grund: Der Liedtext könne als Aufruf zu Gewalt verstanden werden. Doch die Entscheidung sorgt jetzt für eine Rebellion.
„Wir empfinden die Entscheidung einfach als mutlos“
Schon direkt nach der Ausladung reagierten die Kabarettisten Maike Kühl (50), Max Uthoff (58) und Claus von Wagner (48) deutlich, zeigten sich wütend und fassungslos. Und sie versprachen: Auch ohne den Sänger werden sie über das Thema sprechen. Und genau das hat das Trio dann auch gemacht, wie Zuschauer schon jetzt im ZDF-Stream sehen können.
Alles beginnt bereits eindeutig: Auf der Bühne ist ein schwarzer Flügel zu sehen, daneben ein Mikro. Dort sollten eigentlich Danger Dan und Igor Levit sein. Und dann werden die Kabarettisten deutlich. „Wir sind nicht das ZDF und wir teilen auch nicht die Einschätzung des ZDF“, so Max Uthoff. Noch klarer die Ansage von Maike Kühl: „Wir sind im ZDF gegen das ZDF!“ Und Claus von Wagner ergänzt: „Wir sind zwar die Leiter der ‚Anstalt‘, aber nicht die Leiter der Anstalt.“
Kabarettisten lesen Text-Passagen vor
Dann machen sie noch einmal klar: „Wir hatten die Erlaubnis, ihn auftreten zu lassen“, so Uthoff. „Dem ZDF lagen seit Wochen die Auszüge des Liedes vor. Ich frage mich, was sich in den Programmrichtlinien in den letzten drei Wochen geändert hat.“ Dass der Liedtext umstritten ist – das ist ihnen durchaus bewusst, betonten die Kabarettisten. „Wir verstehen, dass man über den Song geteilter Meinung sein kann, aber wir empfinden die Entscheidung des ZDF in einer Zeit, in der rechtsextreme Gewalt in der Geschichte der Bundesrepublik mal wieder einen Höchststand erreicht hat, einfach als mutlos“, so Claus von Wagner.
Und dann machten sie genau das, was das ZDF mit der Absage verhindern wollte: Sie lasen Passagen aus dem Song vor. Dabei kommentierten sie den Text, machten klar, dass Teile davon auch strafbar sein könnten. Und über die letzten Zeilen des Liedes, in dem vier Vornamen genannt werden, habe das Team viel diskutiert. Denn die Namen sind identisch mit Vornamen einschlägig bekannter, zum Teil schon rechtskräftig verurteilter Linksextremisten. Man verurteile Gewalt, so das Trio. Aber: Die Frage sei, was passiere, wenn der Staat sein Gewaltmonopol nicht durchsetze und Menschen ungeschützt seien vor Nazis, so Maike Kühl.
Quellen
Instagram/dieanstalt
ZDF - Die Anstalt






