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Der verdienteste Oscar-Gewinner ... ist nicht nominiert: Ben Affleck!

Der verdienteste Oscar-Gewinner ... ist nicht nominiert: Ben Affleck!
Der verdienteste Oscar-Gewinner ... ist nicht nominiert: Ben Affleck!

Die Academy hat Ben Affleck als Regisseur bei ihren Oscar-Nominierungen ignoriert. Sein herausragender Politthriller "Argo" ist zwar als bester Film

Die Academy hat Ben Affleck als Regisseur bei ihren Oscar-Nominierungen ignoriert. Sein herausragender Politthriller "Argo" ist zwar als bester Film nominiert, bei der besten Regie fiel Ben Afflecks Name nicht. Ein Aufschrei ging durch die Filmwelt, Kritiker und Fans waren sich einig, hier hat die Academy eine klare Fehlentscheidung getroffen. Hat Affleck doch mit "Argo" nicht nur seine bisher beste Regiearbeit vorgelegt, es ist erst sein dritter Film. Und der ist eine nahezu perfekte Mischung aus historisch akkuratem, brisantem Politkino, Thriller und Drama, in das trotz des ernsten Sujets sogar komische Elemente eingeflossen sind. Ein starker Konkurrent für den zweiten großen Politfilm dieser Tage, Kathryn Bigelows "Zero Dark Thirty", nur etwas zugänglicher, weniger seelisch belastend, weniger kontrovers, aber rundum unterhaltend und einfach atmosphärisch dicht und ungeheuer spannend inszeniert. Einen Film, der politisch-gesellschaftliche Brisanz mit US-Historie und starkem Unterhaltungskino derart stimmig verknüpft, hätte man Oscarpreisträger Ben Affleck ("Good Will Hunting") nicht zugetraut, nicht bei seiner dritten Regie … vielleicht nach seinem fünften Film frühestens. Die Academy hat es ganz offensichtlich nicht getan, sie sieht Affleck wohl nach wie vor einfach zu gern als den skandalträchtigen Superstar mit seiner Jennifer-Lopez-Affäre, der in zweitklassigen Blockbustern eher schlecht als recht agiert. Sein großes Talent hinter der Kamera, sein Gespür für packende Themen, das er schon in seinem Erstling "Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel" zeigte - beides mag der Academy unheimlich erscheinen. Umso gerechter wirkt es nun, dass Affleck ungeachtet der Oscar-Ignoranz mit "Argo" seinen Siegeszug fortsetzt. Erst der Triumph bei den Golden Globes: Affleck gewann als bester Regisseur, "Argo" wurde bester Film. Dann holte sich "Argo" den Filmpreis der Screen Actors Guild in der Kategorie "Outstanding Performance By A Cast In A Motion Picture". Und gerade hat die Directors Guild of America, die Regiegewerkschaft, Ben Affleck als besten Regisseur ausgezeichnet. Zum siebten Mal in der Geschichte der DGA ist ihr Hauptpreisgewinner nicht gleichzeitig auch in der Regie-Kategorie der Oscars nominiert. Diese Entwicklung unterstreicht die Fehlentscheidung der Academy. Zumal in der Kategorie "Bester Film" nicht der Regisseur, sondern eben die Produzenten mit einem Oscar bedacht werden. Doch sind sie nicht die wichtigste kreative Kraft hinter einem Film – das ist nun mal der Regisseur. Der Preisregen der letzten Wochen hat "Argo" wieder ins Zentrum des Interesses gerückt. Bis zum 17. Februar haben die wahlberechtigten Mitglieder der Academy noch Zeit, ihre Stimmen abzugeben. Es wäre nur gerecht, wenn "Argo" als bester Film gewinnen würde. Dann könnte die Academy ein wenig wiedergutmachen, dass sie den verdientesten Oscar-Gewinner Ben Affleck nicht nominiert hat. Die Oscars werden am 24. Februar zum 85. Mal in Los Angeles verliehen.


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