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"Der Ranger": Herr Danne, kann Chuck Norris jetzt einpacken? | Interview mit IaF-Star

Am 23. November geht es mit der ARD in die Sächsische Schweiz: Der Sender startet mit dem neuen Zweiteiler "Der Ranger", in welchem auch "In aller Freundschaft"-Star Philipp Danne mitspielt.

DER RANGER - PARADIES HEIMAT: WOLFSSPUREN
Auf den Spuren von Chuck Norris: "Die jungen Ärzte"-Star Philipp Danne schlüpft für die ARD in die Rolle von Ranger Jonas Waldek. © MDR/ndF/Tom Schulze

Eigentlich ist Philipp Danne den meisten TV-Zuschauern als junger Mediziner Ben Ahlbeck aus "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte" bekannt. Im Sommer verabschiedete der Schauspieler sich jedoch für ein paar Monate vom Johannes-Thal-Klinikum in Erfurt, um für ein neues Projekt in der Sächsischen Schweiz vor der Kamera zu stehen: "Der Ranger" (1. Teil "Wolfsspuren" am 23. November, 20.15 Uhr, ARD). 

 

"Der Ranger": Von wegen Idylle!

In dem Zweiteiler schlüpft der 33-Jährige in die Rolle von Jonas Waldek, einem jungen Nationalparkhüter, der nach einigen Jahren im Ausland in seine Heimat zurückkehrt, um vor Ort den Erhalt der Natur zu sichern.

Doch ganz so idyllisch, wie es klingt, geht es in "Der Ranger" dann doch nicht zu. Denn dort bekommt es Jonas nicht nur mit Touristen in Not zu tun, sondern auch mit einem geldgierigen Nachbarn, der sich neben dem Sägewerk der Familie auch noch einen großen Teil des Waldes unter den Nagel reißen will, um seine wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen.

Und als wäre das  nicht genug, streift bald darauf auch noch ein einsamer Wolf durch die Sächsische Schweiz, der bei einer jungen Biologin für Entzückung, bei den Anwohnern jedoch für Panik sorgt... 

 

"Der Ranger": "Was im Hambacher Forst die Fledermaus ist, ist bei uns der Wolf"

DER RANGER - PARADIES HEIMAT: WOLFSSPUREN
Jonas Waldek muss sich wütenden Jägern in den Weg stellen.          © MDR/ndF/Tom Schulze

TVMovie.de traf Darsteller Philipp Danne in Hamburg zum Interview und sprach mit ihm über Chuck Norris, die Dreharbeiten und die Rückkehr des Wolfs. 

TVMovie.de: Du spielst den Ranger Jonas Waldek, der in der Sächsischen Schweiz nach dem Rechten sieht. Kann Chuck Norris jetzt einpacken?

Philipp Danne: Chuck Norris ist natürlich eine krasse Konkurrenz! Der kann ja alles – ein Flugzeug vom Himmel holen, indem er mit dem Finger draufzeigt und „Peng“ sagt. Aber „Der Ranger“ geht schon in die Richtung (lacht)!

Hast du dir Inspiration von ihm geholt?

Ich weiß gar nicht, ob ich jemals einen Film mit Chuck Norris gesehen habe (lacht)! „Der Ranger“ ist natürlich schon ganz anders, der hat überhaupt nichts mit Knarren am Hut. Das ist eher das Klischee, dass sie schießen – aber das ist in Wirklichkeit nicht der Fall.

Die Ranger sind einfach extrem naturverbundene Männer und Frauen, die sich dafür einsetzen, einen Wald wieder in seinen Naturzustand zu versetzen. Eine sehr schöne Sache und hochaktuell! Was im Hambacher Forst die Fledermaus ist, ist bei uns der Wolf. Zumal die Situation, als wir gedreht haben, so noch gar nicht da war.

Du hast einmal gesagt, du seist ein Stadtmensch – der Gegensatz zu deiner Rolle also.

Ja, ich bin ein totaler Stadtmensch! Gerade das hat mich allerdings auch an der Rolle so gereizt, denn es ist langweilig eine Figur zu spielen, die genauso ist wie man selbst. Die Parallele von Jonas und Philipp ist die Heimatverbundenheit. Wenn ich nach Hause komme, den Dom sehe, über die Brücke fahre, fühle ich mich wohl; wenn Jonas nach Hause kommt, auf dem Berg steht oder in den Wald geht, ist es für ihn das Gleiche – nur in einer gänzlich anderen Umgebung. Es war sehr spannend für mich, seine Welt kennenzulernen.

 

Wie hast du dich auf Jonas vorbereitet?

Mir war sofort, als ich das Drehbuch bekommen habe, klar: Den finde ich im Wald. Ich habe mich mit Nationalparkrangern getroffen, bin etwas mehr mit unserem Hund Elsa spazieren gegangen als sowieso schon, um das Gefühl von Alleinsein im Wald, vom Umherstreifen zu finden, das Jonas in seinem Leben hat. 

Man muss erst einmal an diesen Punkt kommen, an dem man abschalten und sich auf das einlassen kann, was um einen herum ist. Ich hatte anfangs im Wald den Impuls, alle fünf Minuten mein Handy zu checken! Man sollte das Ding am besten einfach zu Hause lassen, aber das kann ich auch nicht (lacht).

Im ersten Teil von „Der Ranger“ geht es um den Wolf. Bist du auf deinen Streifzügen allein auch einem Wolf begegnet?

Am Set ja (lacht)! Aber alleine? Nee. Die sind ja so scheu und selten, dass unser Tiertrainer Miguel, der sein Leben lang mit Wölfen zu tun hatte, bei unserem Dreh zum ersten Mal einem Wolf in freier Wildbahn begegnet ist. Er ist abends nach den Dreharbeiten zu seinem Ferienhäuschen gefahren und auf einmal stand an seinem Grundstücksrand ein Wolf und fixierte ihn. Für ihn eine Mega-Erfahrung! Die habe ich leider nicht gemacht, allerdings hats mir auch gereicht, die Film-Wölfe kennenzulernen. Die waren schon faszinierend genug.

DER RANGER - PARADIES HEIMAT: WOLFSSPUREN
Auf seinen Waldspaziergängen ist Philipp Danne noch nie einem Wolf begegnet - anders als seine Rolle Jonas Waldek.          © MDR/NDF/Tom Schulze

Wie war der Dreh mit den Tieren?

Wir hatten immer einen Tiertrainer zur Seite, der uns vorsichtig an die Tiere herangeführt hat! Als Hundebesitzer bildet man sich ja gern ein, man kenne Hunde und wisse, dass man das Weite suchen sollte, wenn sie die Ohren anlegen, das Fell sträuben oder den Schwanz einklemmen. 

Deswegen war ich relativ relaxt, als wir es mit einem waschechten Wolf zu tun bekamen. Das wäre bestimmt anders gewesen, hätte ich es mit einem Luchs oder einer Raubkatze zu tun gehabt. Da könnte ich gar nicht einschätzen, ob die mich lieb anguckt oder mir gleich ins Gesicht springen will (lacht).

Seit Längerem ist Deutschland in zwei Lager gespalten, was die Rückkehr der Wölfe nach Europa angeht. Immer wieder hört man, dass eine ganze Herde Weidetiere gerissen wurde. Wie ist deine Meinung?

Sicher sind das Probleme, die die Menschen, die in den ländlichen Gebieten leben, haben. Wenn ich ein Schäfer wäre mit einer eigenen Herde, wäre ich sicher anderer Meinung als jetzt. Ich, mit meiner Wohnung in Köln, finde eigentlich, der Mensch macht schon genug mit der Natur und den Tieren. Er saugt alles aus, um sein Leben noch komfortabler zu gestalten. Dass sich die Natur jetzt einen Teil zurückerobert, das ist nur gut und richtig. Wenn man weiß, wie man sich verhält, sobald einem ein Wolf begegnet, ist das gar nicht so gefährlich. Ich kann allerdings nicht für ein Schaf sprechen!

Fühlst du dich mit dem Wissen, das du beim Dreh gelernt hast, gewappnet für den Fall, dass dir ein Wolf begegnet?

Ja, ich kann ja nur auf das vertrauen, was ich jetzt gelernt habe. Die Hauptsache ist eigentlich: Ruhig bleiben und den Wolf nicht aufregen. Mit das Schlimmste, was man machen kann, ist auf das Tier zulaufen oder schreien. Das wäre nicht gut (lacht)!

Der Dreh zu „Der Ranger“ war ja recht sportlich: Ihr seid auf Berge geklettert, gelaufen und gewandert. Dabei kam es manchmal auch zu brenzligen Situationen. Hast du alle Stunts selbst gedreht?

Ich wünschte, das könnte ich sagen (lacht)! Es gibt natürlich einen Stuntman, der mich in einigen Kletterszenen gedoubelt hat. Ich habe ihn immer nur „die menschliche Spinne“ genannt (lacht)! Er ist ein unfassbar guter Kletterer, der in Nullkommanix die Wand hochkommt, während ich dafür eine halbe Stunde brauchen würde. Diese Routine hat Jonas ja auch, aber bis ich die hätte bieten können, hätte die Filmcrew sehr lange warten müssen. Es gab auch Szenen, die ich selbst geklettert bin – es ist nicht alles er (lacht)! -, darauf habe ich mich mit Bouldern und in der Kletterhalle vorbereitet. 

An welche Momente während des Drehs hast du ganz besondere Erinnerungen? Was war anstrengend oder berührend?

Boah… also anstrengend war vor allem das Draußensein, das bin ich so nicht gewohnt. Zwei Monate am Stück sind wir morgens bis abends immer durch den Wald gewandert und mit unserem ganzen Equipment die Berge hoch. Das war ganz schön anstrengend, aber das soll ja auch so sein! Wenn es immer so einfach wäre, wäre es ja auch nicht so cool (lacht)!

Witzige Momente gab es auf jeden Fall mit den Tieren. Die Wölfe waren faszinierend. Wir hatten auch Alpakas, die sehen so lustig aus - wie die schon gucken! Die Liza [Tzschirner] haben sie auch angespuckt (lacht)! Dann gabs noch einen Iltis, der von einem Frettchen gespielt wurde, der war natürlich auch richtig süß.

Vielen Dank fürs Interview!

"Der Ranger: Wolfsspuren" läuft am 23. November um 20.15 Uhr im Ersten. Hier gibts den Trailer:

 

von Sophie Piper 

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