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Netflix

„Death by Lightning“: Ende erklärt! Die wahre Geschichte von James Garfields Ermordung

„Death by Lightning“ auf Netflix erzählt James Garfields wahre Geschichte – vom Aufstieg bis zu seinem tragischen Ende.

Michael Shannon als James Garfield.
Dem Attentat auf James Garfield wurde bisher nur wenig Beachtung geschenkt. Foto: LARRY HORRICKS/NETFLIX

Die Netflix-Miniserie „Death by Lightning“ beleuchtet das kurze Leben und den gewaltsamen Tod des US-Präsidenten James A. Garfield. Nur 120 Tage nach seinem Amtsantritt wurde Garfield von Charles Guiteau, einem enttäuschten Bewerber um ein Regierungsamt, angeschossen. 80 Tage später starb er an den Folgen seiner Verletzungen.

Die Serie basiert auf Candice Millards Buch „Destiny of the Republic“ und wurde von Mike Makowsky entwickelt. Garfield wird von Michael Shannon, sein Mörder Guiteau von Matthew Macfadyen gespielt.

Ein Präsident, der nie Präsident sein wollte

In „Death by Lightning“ wird Garfield als ein Mann dargestellt, der die Präsidentschaft gar nicht anstrebte. Bei der Republikanischen Nationalversammlung wurde er nur zufällig nominiert – nachdem er eine leidenschaftliche Rede für einen anderen Kandidaten, Finanzminister John Sherman, gehalten hatte.

Laut Makowsky war Garfield ein Politiker, der „den Platz, den er erhielt, im Grunde gegen seinen Willen bekam“. Shannon beschreibt das historische Umfeld so: „Amerika war wirklich durcheinander, als er Präsident wurde.“

Der Parteitag, an dem Garfield unerwartet nominiert wurde, ist eine der zentralen Szenen der Serie. Shannon bat nach dem Dreh, diese Szene ein zweites Mal zu spielen – so beeindruckt war er von Garfields Worten.

Garfield setzte sich für Bürgerrechte ein und kämpfte gegen das „Spoils System“, bei dem Ämter als Belohnung für Parteifreunde vergeben wurden. Seine politische Haltung brachte ihn in Konflikt mit der Fraktion um Ulysses S. Grant und Roscoe Conkling, die das alte System verteidigten.

Charles Guiteau – der ungebetene Gegner

Matthew Macfadyen als Charles Guiteau.
Den Namen Charles Guiteau kennt heutzutage kaum noch jemand. Foto: LARRY HORRICKS/NETFLIX

Parallel dazu verfolgt die Serie den Weg Charles Guiteaus, der vom gescheiterten Schriftsteller zum Attentäter wird. Guiteau, ein ruheloser Außenseiter, hielt sich für einen politischen Visionär – doch seine Anträge auf eine Position in Garfields Regierung wurden immer wieder abgelehnt.

Guiteaus Hintergrund wird mit Rückblenden erzählt: Er lebte zeitweise in der Oneida Community, einer religiösen Kommune mit „freier Liebe“. Doch selbst dort wurde er ausgeschlossen – die Frauen nannten ihn spöttisch „Charles Gitout“.

Makowsky betont die Parallele zwischen Garfield und Guiteau: Beide suchten Anerkennung, aber auf entgegengesetzte Weise. Guiteau wird als tragische Figur gezeigt, die glaubt, „dass in Amerika jeder alles werden kann“ – und schließlich in ihrem Größenwahn zur Tat schreitet.

Das Attentat – und die fatale ärztliche Behandlung

Am Bahnhof von Washington schießt Guiteau zweimal auf den Präsidenten. Garfield überlebt – zunächst. Die Ärzte, unter ihnen Dr. Bliss und Dr. Purvis, kämpfen wochenlang um sein Leben.

Millard beschreibt in ihrer Vorlage, dass die eigentliche Todesursache nicht die Kugel war, sondern die mangelhafte medizinische Behandlung. Antiseptische Methoden waren in den USA noch umstritten, und die Ärzte lehnten moderne Sterilität ab.

Regisseur Makowsky zitiert Garfields ironische Bemerkung:

„Ein Attentat lässt sich ebenso wenig verhindern wie der Tod durch einen Blitzschlag.“

Diese Haltung wurde zum titelgebenden Symbol der Serie.

Auch Alexander Graham Bell tritt auf: Der Erfinder versucht mit einem selbst gebauten Metalldetektor, die Kugel im Körper des Präsidenten zu lokalisieren. Doch Bliss ignoriert seine Hinweise – Garfield stirbt langsam an einer Infektion.

Chester A. Arthur – vom Gegner zum Erben

Michael Shannon als James Garfield, Nick Offerman als Chester A. Arthur und Bradley Whitford als James Blaine.
Die Präsidentschaft von James Garfield war von kurzer Dauer. Foto: LARRY HORRICKS/NETFLIX

Nach Garfields Tod wird Vizepräsident Chester A. Arthur (Nick Offerman) zum neuen Präsidenten. Ursprünglich ein Verbündeter der alten Parteimaschine um Roscoe Conkling, erlebt Arthur in der Serie einen Wandel.

Makowsky beschreibt ihn als Figur, die „durch Garfields Einfluss ihre Seele wiederfindet“. Auch die Vorlage hebt hervor, dass Arthur im Laufe der Ereignisse seine Haltung ändert und beginnt, die Werte seines Vorgängers zu verstehen.

Das Ende erklärt

Das Finale von „Death by Lightning“ kehrt zu den Anfängen zurück. Guiteaus Gehirn wird konserviert – ein Symbol für seine erfolglose Suche nach Bedeutung.

Lucretia Garfield, gespielt von Betty Gilpin, sitzt am Tisch, den ihr Mann einst gebaut hatte. In einer erfundenen, aber emotionalen Szene besucht sie Guiteau im Gefängnis und sagt ihm, dass sein Name vergessen werden wird – „das Schlimmste, was ihm passieren konnte“, wie Macfadyen erklärt.

Guiteau wird hingerichtet, während Lucretia im Familienkreis zurückbleibt. Für Makowsky ist sie die stille Heldin der Geschichte: eine Frau, die Stärke zeigt, obwohl ihr Leben durch Gewalt zerstört wurde.

Am Ende der Serie verweist Makowsky auf das, was verloren ging: Garfield, sagt er, sei „einer der großen Präsidenten gewesen, die Amerika nie wirklich bekam“.

Autorin Candice Millard formuliert es ähnlich:

„Ich habe gehofft, dass ich ihn, mit meinen bescheidenen Möglichkeiten, durch mein Buch wieder zum Leben erwecken könnte.“

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