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"Cyberpunk 2077" angespielt: So gut ist das Spiel wirklich! | Vorschau

"Night City" is calling: Wir durften knapp vier Stunden von "Cyberpunk 2077" anspielen, dem brandneuen Action-RPG von CD Projekt Red ("The Witcher 3"). Wie uns die Reise in die dystopische Zukunft gefallen hat, lest ihr in unserer Vorschau.

Cyberpunk 2077 Going on Top Gameplay
Wir durften den ausführlichen Prolog von "Cyberpunk 2077" selbst anspielen und haben uns in die Welt von "Night City" verliebt! CD Projekt Red

Eigentlich sollten wir uns lieber in unser futuristisches Auto setzen und schnell das Weite suchen. Denn in "Watson", der offiziell übelsten Nachbarschaft in "Night City" mit ihrer sehr eigenen Mischung aus Industrie- und Untergrundarchitektur, wimmelt es nur von höherklassigen Widersachern, die mit uns kurz Prozess machen wollen. Und eigentlich sind wir mit V., der Hauptfigur von "Cyberpunk 2077", hoffnungslos unterlegen. Gerade, wenn wir uns in die direkte Konfrontation mit den üblen Typen begeben, die ein pikantes Tape irgendwo im Inneren der Anlage bewachen. Doch in der Spielwelt von "Cyberpunk 2077" heißt "eigentlich" eben nicht "unmöglich". Wir parken unser Auto kurzerhand neben den hohen Zaun und klettern drüber, um auf das Industriegelände zu kommen. Wir hacken eine Kamera, um alle möglichen Gefahrenquellen ausfindig zu machen. Wir überrumpeln einen Wachmann, als wir ihn durch ein defektes Elektrogerät ablenken und schleichen uns dann vorsichtig bis zum Ziel vorbei. Und dann haben wir das Tape und können überlegen, was wir mit dem Vater-Sohn-Duo machen, die brutale Snuff-Erinnerungen realer Personen an zahlungswillige Klienten liefern.

Cyberpunk 2077 CD Projekt Red
Die Straßen von "Night City" sind ein gefährliches Pflaster       CD Projekt Red

Es ist nicht nur eine leere Phrase, dass der Weg in "Cyberpunk 2077" tatsächlich auch das Ziel ist. Immer wieder wurden wir in unserer knapp vierstündigen Anspielzeit im neuesten Rollenspiel-Epos von CD Projekt Red vor die Wahl gestellt, wie wir uns mit V. durch die komplexe, hochgefährliche und düstere Spielewelt von Night City bewegen wollen. Dabei hängt die Grenze des Möglichen nicht nur mit unserem aktuellen Levelstatus, den ausgebauten Fähigkeiten, der Ausrüstung und den speziellen Perks zusammen, sondern ist auch stark von der Vorgehensweise der jeweiligen Spieler abhängig. Ob als Tank, als Hacker, als Stealth-Spieler oder als Mischung dazwischen: Fast jede Situation in "Cyberpunk 2077" bietet zahlreiche Optionen an, wie wir sie bestmöglich meistern können. Senior Level Designer Miles Tost beschreibt das auch als eine der wichtigsten Qualitäten von "Cyberpunk 2077": "Fast immer findet man verschiedene Wege, wie ein Spieler in einen Schauplatz gelangt und sich darin bewegt. Es gibt nie nur eine Lösung. Und auch deshalb wird das Spiel zu einer sehr persönlichen Erfahrung. Es kommt ganz darauf an, welche Art von Figur V. für den Spieler sein soll."

 

Cyberpunk 2077: Die Qual der Charakter-(und Szenario-)Wahl

Im Gegensatz zu "The Witcher 3" beginnt die Frage, wen ihr als V. durch die Welt von „Cyberpunk 2077“ steuern wollt, bereits bei der Charakter-Erstellung: Tatsächlich haben Spieler so ziemlich jede erdenkliche Option zur Hand, um aus V. die Spielfigur der (Alp-)Träume zu machen – von der Fingernagelfarbe, über den Torso-Umfang und den spektakulärsten Neon-Irokesenschnitt bis hin zur normgerechten Genital-Größe – in "Cyberpunk 2077" stehen so ziemlich alle erdenklichen Optionen offen, um V. zu individualisieren. Doch nicht unbedingt das Aussehen spielt im Werdegang von V. eine tragende Rolle, sondern vor allem der Lebenspfad, den ihr zu Beginn des Prologs für V. aussuchen dürft: Ihr habt die Wahl zwischen dem "Street Kid", dem "Nomad" sowie dem "Corporate". Bei unserem Anspieltermin starteten wir mit dem "Street Kid" und sollen in einer gottverlassenen Bar namens "El Coyote Cojo" erst einmal den Namen des sympathischen Barbesitzers reinwaschen, der sich beim lokalen Fixer Kirk verschuldet hatte. Ein selbstverständlich ganz simpler Autodiebstahl soll das Problem lösen: Doch natürlich läuft in den Straßen von Night City nicht alles so, wie wir uns das eigentlich ausgemalt hatten.

Cyberpunk 2077 CD Projekt Red
Fixer Kirk schickt uns auf eine eigentlich ganz simple Mission. Eigentlich...     CD Projekt Red

Die atemberaubende Kulisse von Night City haben wir zu Beginn des "Nomad"-Szenarios übrigens nur aus der Ferne beobachten können: Denn wir beginnen als ein "Mad Max" für Arme irgendwo in der Ödnis, in der wir uns nicht nur mit einem nervigen Sheriff rumschlagen müssen, sondern gemeinsam mit unserem Partner Jackie eine heiße Ware nach "Night City" schmuggeln sollen. Übrigens treffen wir in allen Szenarien früher oder später auf unseren KI-Begleiter mit der großen Klappe und der treuen Seele, der eine der wenigen Vertrauenspersonen unserer Hauptfigur auch im Verlauf der Geschichte bleiben wird. Tatsächlich soll sich euer eingeschlagener Lebenspfad auch über den Prolog hinaus auswirken: So sollen bestimmte Dialogoptionen und Story-Entwicklungen zu jenem Pfad gekoppelt sein, den ihr zu Beginn des Spiels ausgewählt habt.

Die vielen Vorgehensweisen, Story-Verzweigungen und Figuren-Optionen sind nur ein Teil der Rollenspiel-Realität, die "Cyberpunk 2077" trotz Ego-Perspektive ausmacht. Die andere ist der umfangreiche Fähigkeiten-Baum, der sich in die Attribute Body, Reflex, Intelligence, Technical Ability und Cool aufteilt. Jedes Attribut kann durch zahlreiche weitere Perks ergänzt werden. Und natürlich könnt ihr euch beimripper "Ripperdoc" eures Vertrauens kybernetische Implantate besorgen, die eure Fähigkeiten noch einmal deutlich upgraden.

Cyberpunk 2077 CD Projekt Red Nomad
Der etwas andere "Road Trip" außerhalb von "Night City"              CD Projekt Red

Je nachdem, wohin ihr den Fokus auf eurem Charakter-Build legt, werden euch Optionen und Möglichkeiten freigeschaltet, um Quests bspw. so gut wie möglich im Stealth-Modus zu bewältigen. Tatsächlich entpuppte sich die gegnerische KI hin und wieder etwas zu anfällig für Stealth-Vorgehensweisen und erkannte den Spieler erst recht spät. Die Anwendung der Hack-Skills gefällt, gerade wegen einer großen Anzahl an Elementen, die ihr im Spiel manipulieren könnt. Und auch Feuergefechte fühlen sich dank eines sehr guten Waffenfeedbacks grundsätzlich sehr gut an. Zu weiterführenden Aspekten des Gameplays ist CD Projekt Red bereits im letzten Deep Dive-Video ausführlich eingegangen, dass ihr euch an dieser Stelle bei Bedarf noch einmal zu Gemüte führen könnt:

 

Cyberpunk 2077: Night City lebt

Im Grunde könnt ihr euch fast von Beginn an nach Lust und Laune durch "Night City" bewegen, doch müsst auch mit den Konsequenzen leben, wenn ihr auf deutlich stärkere Widersacher trefft. Fortbewegungsmittel Nr.1 ist natürlich euer Auto, dass ihr euch per Tastendruck zu jeder Zeit an einen beliebigen Ort transportieren lassen könnt – ähnlich wie Geralts Pferd in „The Witcher 3“, nur mit deutlich mehr PS unter der Haube. Durch die Straßen von "Night City" zu cruisen war eines der vielen Highlights unserer Anspielsession, auch wenn arcadige Steuerung etwas gewöhnungsbedürftig ist und noch nicht alle Straßen so lebhaft waren, wie sie vermutlich zum Release des Spiels sein werden. Dennoch ist es unglaublich mit welchem Detailgrad die Level-Designer die futuristische Zukunftsmetropole versehen haben. Dass sich „Night City“ auch ganz anders anfühlt, als die offenen Spielwelten von GTA, Red Dead Redemption & Co., liegt auch daran, dass die Welt nicht nur von futuristischer Architektur beherrscht wird, sondern in ihrem Kern auch deutlich mehr in die Vertikale geht. Die gigantischen Gebäude in „Night City“, die zum Teil auch betretbar sind, weisen viele Ebenen mit Lokalen, Imbissständen, Neon-Anzeigen oder sogar NPCs mit Nebenquests auf und fühlen sich im besten Sinne "bewohnt" an.

Cyberpunk 2077 CD Projekt Red
In den Straßen von Night City         CD Projekt Red

"Cyberpunk 2077" erweckt zu jeder Zeit den Eindruck, dass die einzelnen Distrikte in „Night City“ mit ihren Gangs, Corporations und sonstigen Bewohnern etwas zu erzählen haben: Ähnlich wie der Wolkenkratzer, der in der Gamescom 2019-Demo in Pacifica in der Ferne unter Beschuss genommen wird, sind uns auch diesmal viele kleine Details in der Spielewelt aufgefallen, die dem Spiel eine einmalige Lebendigkeit verleihen. Auch die Präsentation hat noch einmal einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht: (Neon)-Lichteffekte, Charakter-Modelle und Texturen – alles wirkt, wie aus einem Guss. Inwieweit die "Oldschool"-Konsolen namens PS4 und Xbox One diese Open-World-Pracht tatsächlich zum Laufen bekommen werden, wird vermutlich bis zum Release des Spiels am 19. November 2020 noch eine der Mammutaufgaben bleiben, die CD Projekt Red bewältigen muss. Alle anderen haben immerhin zwei Monate Extra-Zeit um auf eine Highend-Grafikkarte mit RayTracing-Unterstützung zu sparen oder zocken "Cyberpunk 2077" ohne „PC Master Race“-Trara direkt zum Release der Next-Gen-Konsolen.

 

Cyberpunk 2077: Braindance – Das coolste neue Gameplay-Feature

Eine der coolsten Neuerungen, die CD Projekt Red auch bei der hauseigenen "Night City Wire" gezeigt hat, sind die so genannten „Braindances“. "Virtual Reality" ist Kindergeburtstag gegen diese perverseste Form von Entertainment: Mit dem „Braindance“ lassen sich echte menschliche Erinnerungen und Emotionen aufzeichnen, editieren und schließlich auch von fremden Menschen konsumieren. Eine ganze Industrie widmet sich in „Cyberpunk 2077“ den extremsten Formen von „Braindances“ und auch als Gameplay-Feature erweist sich die invasive Technologie als äußerst nützlich.

In einem Auftrag will V. nämlich in das Büro eines hochrangingen Mitglieds einer Megacorporation einbrechen und ein bestimmtes Item finden, dass der Appartement-Besitzer versteckt hält. Mittels einer fremden Erinnerung editiert sich V. durch den Schauplatz, wechselt zur Audio- und Videospur und macht nicht nur nach und nach alle Sicherheitsmechanismen der Zielperson ausfindig, sondern findet das besagte Item auch an einem unerwarteten Ort. Die Mechanismen, die CD Projekt Red beim „Braindance“ zum Einsatz bringt, erinnern an ein verdammt cleveres Detektivspiel und passen perfekt in die kybernetische Realität von „Cyberpunk 2077“.

 

Cyberpunk 2077: Unser Fazit nach vier Spielstunden

Knapp vier Stunden haben wir in "Night City" verbracht und jede einzelne Minute genossen: CD Projekt Red hat mit „Cyberpunk 2077“ einen weiteren Hit-Garanten am Start, der mit seiner lebendigen und detaillierten Spielewelt, der unfassbaren spielerischen Freiheit sowie den spannenden Figuren, Szenarien und Storylines punktet. Dass es sich beim Spiel um alles andere als einen futuristischen Ego-Shooter handelt, beweisen die komplexen und vielschichtigen Rollenspiel-Elemente, das wichtige Charakter-Building sowie die zahlreichen Optionen in Quests und Dialogen. Inwiefern CD Projekt Red die gleiche Klasse an Quests und Nebenquests erreicht, die "The Witcher 3" zu einem der wichtigsten und erfolgreichsten Rollenspiele aller Zeiten katapultiert haben, bleibt abzuwarten.

Bei einem derart massiven und dichten Spiel ist es auch klar, dass CD Projekt Red kein Risiko eingehen will und die zusätzlichen zwei Monate ins Bugfixing und Balancing der Spielwelt investiert. Wir sind uns sicher: Die zusätzliche Wartezeit wird es definitiv Wert sein! Den brandneuen Trailer zu "Cyberpunk 2077" seht ihr hier:

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Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

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Text & Preview für TV Movie Online: David Rams



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