Kino

Cronenberg ätzt gegen Kubrick

Nach Stephen King giftet auch Star-Regisseur David Cronenberg gegen Stanley Kubricks "The Shining" - und pfeift auf dessen Gesamtwerk.

Cronenberg ätzt gegen Kubrick
Cronenberg ätzt gegen Kubrick (Warner) Warner

Es war eine unscheinbare Frage während eines Interviews mit der Zeitung "Totonto Sun": Wie David Cronenberg denn das Spätwerk von Kinolegende Stanley Kubrick findet? Die Antwort des Star-Regisseurs - "A History of Violence", "Tödliche Versprechen", "Die Fliege" - fiel unerwartet giftig aus. Gemeint waren Klassiker wie "Shining", "Full Metal Jacket", "Uhrwerk Orange" oder "2001 - Odyssee im Weltraum". Vor allem "The Shining" findet Cronenberg einen gründlich mißratenen Film: "Ich denke, ich bin ein innigerer und persönlicherer Filmemacher, als es Kubrick jemals war," sagte Cronenberg, "deshalb halte ich "The Shining" nicht für einen sonderlich großen Film. Ich glaube auch nicht, dass er das Horror-Genre verstanden hat. Da waren einige starke Bilder im Buch, die er zwar aufgegriffen hat. Aber richtig gefühlt hat er es nicht."

 

Auch Stephen King schimpft über "The Shining"

Starker Tobak, aber David Cronenberg war noch lange nicht fertig mit seiner Legendenschelte: "Es ist schon merkwürdig - obwohl er als Filmkünstler des ganz hohen Niveaus verehrt wird, dachte er meiner Meinung nach sehr kommerziell und suchte sich Stoffe aus, die Publikumswirksam waren und die er leicht finanziert bekam. Er war davon in einer Weise besessen, wie ich es nicht bin. Oder Bergman oder Fellini es nicht waren. Kürzlich erst zog "Shining"-Autor Stephen King über die Verfilmung seines Bestsellers her: "Sie ist kalt - und ich bin kein kalter Typ", giftete King, "im Film wirkt Jack Torrance (Jack Nicholson) irgendwie von Anfang an durchgeknallt. Und Shelley Duvall als Wendy ist tatsächlich eine der frauenfeindlichsten Figuren, die je in einem Film zu sehen waren. Im Großen und Ganzen ist sie nur da um zu schreien und blöd zu sein. Und das ist nicht die Frau, über die ich geschrieben habe."



Tags:
TV Movie empfiehlt
Weihnachtsaktion!
14 Monate Lesevergnügen verschenken - nur 12 Monate zahlen! Das Abo endet automatisch - keine Kündigung notwendig!