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"Christopher Robin" - Filmkritik: Wo ist der Honig im Topf?

Christoph Robin und Winnie Puuh
"Christopher Robin": Unsere Kritik zum neuen Disney-Film mit Ewan McGregor! Disney

Als der triste Alltag den erwachsenen Christopher Robin (Ewan McGregor) zu verschlingen droht, bringen ihn "Winnie Puuh" & Co. zurück in die Realität: Ob uns der neue Disney-Film "Christopher Robin" mit den Bewohnern aus dem Hundertmorgenwald tatsächlich verzaubern konnte, verraten wir euch in unserer Kritik.

Früher war alles besser. Zumindest unter den magischen Blättern des Hundert-Morgen-Waldes, in dem der junge Christopher Robin mit seinen Freundin Winnie Puuh, Tigger, I-Aah & Co. seinen Spieltrieb ausgelebt hat, als gäbe es kein Morgen. Doch irgendwann war die Zeit da, um Abschied zu nehmen - und im Zuge des Erwachsenwerdens auch langsam aber sicher der Realität ins Auge zu schauen.

Winnie Puuh Christopher Robin
Die kleine Madeline wünscht sich ihren Papa zurück!           Disney

So schlimm sieht die beim erwachsenen Christopher Robin (Ewan McGregor) auf den ersten Blick  gar nicht aus: Schließlich ist Christopher Vater einer zuckersüßen Tochter (Bronte Carmichael) und darf sich glücklichen schätzen, dass seine liebevolle Frau Evelyn (Hailey Atwell) ihn unterstützt, wo sie nur kann. Doch vor allem beruflich läuft Robin von einer Katastrophe zur Nächsten: Die Existenz seiner Abteilung beim Kofferfabrikanten Winslow steht auf dem Spiel. Statt also in den gemütlichen Familienurlaub abzudüsen, muss der Familienpapa knallhart kalkulieren: Wie lassen sich 25% der Firmenkosten einsparen ohne Mitarbeiter zu entlassen, die den Job dringend benötigen?!

Gerade als Christopher Robin keinen Ausweg mehr weiß, schlüpft Winnie Puuh durch ein magisches Baumportal zurück in das Leben seines langjährigen Weggefährten. Doch Robin hat gerade so gar keinen Kopf für einen honigliebende Bären, der gerne mal etwas schwer von Begriff ist und vom Ernst des Lebens so gar keine Ahnung hat. Schneller als ihm jedoch lieb ist, muss sich Christopher mit alten Freunden auseinandersetzen und eine schwerwiegende Entscheidung treffen…

 

Christopher Robin: Ein Kult-Bär wird lebendig

Wer vor allem mit den knuffigen Zeichentrick-Abenteuern oder den Kinderbüchern rund um Pu, den Bären und seinen Freunden aufgewachsen ist, dürfte zumindest etwas skeptisch ins Honigglas geschaut haben, als eine Realverfilmung der innig geliebten Disney-Bande angekündigt wurde. Doch eines vorweg: Die Umsetzung unserer Kindheitshelden ist Regisseur Marc Forster und seinem Team einfach brillant gelungen. Pu, I-Aah, Tigga und alle anderen Bewohner des Hundert-Morgen-Waldes sehen dank moderner Animationstechnik einfach grandios aus.

 

In der Originalversion dürfen sich Fans außerdem auf die Stimme von Jim Cummings freuen, der sich schon seit fast 30 Jahren als Stimme von "Winnie Puuh" in die Herzen der Zuschauer gesprochen hat. Ist der Nostalgie-Flash also vollkommen gelungen? Leider nicht so ganz. Denn besonders das Drehbuch von US-Indie-Darling Alex Ross Perry ("Queen of Earth") bedient sich nicht nur ziemlich schemenhaft an gängigen Familienfilm-Mustern, sondern kommt zu Beginn auch nur etwas schwer in die Gänge. Warum baut der Film nicht viel öfter auf schwarzhumorige Elemente, die bspw. fast alle Szenen mit I-Aah durchziehen, sondern erzählt uns stattdessen viel zu lang und breit Morallektionen über Familie, Arbeit und Zeitmanagement.

Eigentlich schade, denn im Kern ist "Christopher Robin" nicht nur ein stark inszenierter Disney-Film mit dem Herz am richtigen Fleck, sondern hätte mit etwas mehr Mut auch zeitloses Kinderfilm-Potential besessen. So muss sich Pu aktuell seinem Fell-Kollegen Paddington allerdings in fast allen Kategorien geschlagen geben.

"Christopher Robin" startet am 16. August 2018 in den deutschen Kinos. Das exklusive TVMovie.de-Video-Interview mit Regisseur Marc Forster seht ihr im nachfolgenden Video:

 

Filmkritik von David Rams



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