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Chris Evans: "Mein Fitness-Plan ist die Hölle!"

In "The Return of the First Avenger" muss Chris Evans als Superheld Captain America wieder die Menschheit vor dem Bösen retten. Wir sprachen mit dem Star über Dates, Ängste und Hugh Jackman.

Chris Evans: "Mein Fitness-Plan ist die Hölle!"
TV Movie-Hollywoodkorrespondentin Helen Höhne traf "Captain America"-Star Chris Evans

Er ist jung, schön, talentiert und ein Superheld. Obendrein verdient er einen Batzen Geld. "The Return of the First Avenger"-Star Chris Evans (32) ist das Vorzeigebild eines Amerikaners. Doch in Natura wirkt er ganz bescheiden. In T-Shirt, Baumwollhose und Combat Boots trifft ihn TV Movie-Hollywoodkorrespondentin Helen Höhne im Beverly Hilton Hotel zum Gespräch. Kein Getränk, nichts zu essen, nur eine freundliche Begrüßung, „hallo, wie schön Sie wiederzusehen.“

Captain America ist nicht gealtert. Würden Sie gerne für immer jung bleiben oder wenigstens so aussehen?
 
Chris Evans: Es wäre eine Verlockung (lacht), aber ich bevorzuge älter zu werden. Nur im Alter lernt man dazu und wird weiser. Ich möchte auf ein Leben mit vielen Erfahrungen zurückblicken. Für immer jung bleiben käme mir vor, wie auf Bildung zu verzichten. Wissen steht für mich vor Jugend.
 
Captain America braucht etwas Nachhilfeunterricht im Dating. Sie auch?
 
Nein, ich bin ziemlich mutig was das betrifft. Wenn mir eine Frau gefällt, dann spreche ich sie auch an. Man hat doch nichts zu verlieren. Wenn sie meinen Kontakt nicht erwidert, dann ist sie nicht die richtige. Aber wenn man es erst gar nicht probiert, kann man die richtige auch nicht finden.
 
Wie sieht ein Date mit Ihnen aus?
 
Eins steht fest, ich würde nicht tagelang hin und her texten, um eine Frau besser kennenzulernen. Ich erinnere mich an die Zeit, wo es noch keine Handys gab und man zu Hause anrufen musste. Ich gehöre wahrscheinlich zu den altmodischen Typen, die den längeren Weg bevorzugen.
 
Welche Frauen lernen Sie kennen?
 
Seit Captain America eine Menge (lacht). Das hört sich schrecklich an, aber sie wissen schon, was ich meine.
 
Haben Sie sich verändert?
 
Ich bin gerade an einem großartigen Punkt in meinem Leben und genieße zum ersten Mal die Gegenwart. Früher lebte ich entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Ich dachte darüber nach, was schief ging und wartete auf etwas besseres. Wer so lebt, verpasst das Leben. Man muss in sich kehren. Ich habe gelernt weder zu tief in die Vergangenheit noch zu weit in die Zukunft zu schauen.
 
Was interessiert Sie gerade am meisten?
 
Ich habe zum ersten Mal Regie geführt (Arbeitstitel: "1:30 Train" ) und bin total begeistert. Es war etwas Neues für mich einen Film von Anfang bis Ende aufzubauen, und ich spürte die Verantwortung. Die Schauspielerei bringt mir auch Spaß, aber es ist mehr wie Sport spielen. Man ist für eine kurze Zeit dabei und dann ist man fertig. Ich fühle mich nie, als ob ich etwas kreieren würde. Als kleiner Junge baute ich gerne Dinge zusammen und vielleicht bringt mir die Regie deswegen so viel Spaß. Es ist eine tolle Herausforderung für mich.
 
Heißt das etwa, dass Sie die Schauspielerei an den Nagel hängen wollen?
 
Das habe ich einmal gesagt, aber so meinte ich es nicht. Ich liebe die Schauspielerei, aber ich habe eine Leidenschaft für die Regie entwickelt, die mich selbst überrascht. Ich werde in Zukunft sicherlich mehr Regie führen.
 
Haben Sie Robert Redford um Rat gebeten?
 
Das würde ich mich nicht wagen. Wir kannten uns nicht und haben uns erst auf dem Set von Captain America kennengelernt. Der Mann ist eine Legende und obwohl wir zusammen drehten, hielt ich meinen Abstand. Ich wollte mich nicht aufdrängen.
 
Ohne sein Schild könnte Captain America sich nicht vor den Bösen schützen. Wohinter verstecken Sie sich?
 
Hinter meiner Sonnenbrille, Bart und Mütze (lacht). Ich werde dann selten erkannt. Eine ernstere Antwort auf die Frage wäre meine Familie. Sie beschützen mich nicht nur vor den Leuten in meinem Geschäft, sondern auch vor mir selbst. Man ist oft sein größter Feind und meine Familie durchschaut das gut. Ohne sie wäre ich verloren.
 
Wie viele Schilder besitzen Sie nach zwei Captain America Filmen?
 
Nur eins. Es war ein Geschenk vom Set und hängt jetzt bei mir zu Hause.
 
Was bedeutet die Tätowierung an Ihrem Hals?
 
Es ist ein Zitat aus einem Buch, das mich immer daran erinnern soll präsent zu sein. Der Rest ist ein Geheimnis. Meine Tätowierungen sind etwas ganz persönliches für mich.
 
Wovor fürchten Sie sich?
 
Ich fürchte mich davor Angst zu haben, denn Angst ist meiner Meinung nach das größte Hindernis im Leben eines Menschen. Wenn Angst vorm scheitern uns hindert etwas auszuprobieren ist das ein Problem. Ich denke oft darüber nach und hoffe, dass mir Angst nie in die Quere kommen wird.
 
Als Captain America fahren Sie Motorrad. Tun Sie das privat auch?
 
Nein, dafür bin ich nicht der Typ. Es sieht cool aus, aber ich bevorzuge vier Räder. Für Captain America musste ich Motorrad-Fahrstunden nehmen, was recht peinlich war. Ich hatte nämlich gar keine Ahnung, wie man so ein Ding fährt. Ich würde lieber auf einem Pferd reiten (lacht), als mich noch mal auf so eine Maschine zu setzen.
 
Im April starten Sie mit den Dreharbeiten zum zweiten Avengers: "Age of Ultron". Sind Sie wieder am Gewichte stemmen?
 
Und wie, ich mache nichts anderes. Mein Fitness-Plan ist die Hölle. Jeden Tag werden die Gewichte schwerer. Zum Glück erinnern sich meine Muskeln und bauen sich daher schnell wieder auf. Aber es ist kein Vergnügen. Ich würde lieber auf der Couch sitzen und Pizza und Donuts essen. Je älter ich werde, desto mehr tut es auch überall ein bisschen weh. Hugh Jackman ist nicht menschlich. Ich verstehe nicht, wie er es immer wieder schafft.

INTERVIEW: Helen Höhne

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