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Böhmermann-Aus im ZDF: Ist das der wahre Grund?

Das „ZDF Magazin Royale“ endet 2026. Offiziell will Jan Böhmermann eine andere Sendung machen. Doch ein Bericht wirft nun Fragen zu den Hintergründen des Aus auf.

Jan Böhmermann schaut unzufrieden in die Ferne
Wie genau es für Jan Böhmermann im ZDF weitergeht, ist bislang unklar. Foto: IMAGO / Panama Pictures

Nach mehr als sechs Jahren ist Schluss: Das „ZDF Magazin Royale“ mit Jan Böhmermann endet zum Jahresende 2026. Die letzte Ausgabe soll am 18. Dezember laufen. Komplett aus dem ZDF verschwinden muss der Moderator deshalb allerdings nicht. Der Sender spricht bereits über ein mögliches neues Format mit ihm.

Offiziell klingt das Ende damit vor allem nach einem freiwilligen Neuanfang. Doch ein Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zeichnet ein anderes Bild. Demnach soll das bisherige Format intern schon länger auf der Kippe gestanden haben. Zusätzlich sorgt ein Brief des bekannten Medienanwalts Christian Schertz an ZDF-Intendant Norbert Himmler für Aufmerksamkeit. War er möglicherweise ein weiterer Auslöser für das Ende der Sendung?

„ZDF Magazin Royale“ endet nach 187 Ausgaben

Das ZDF bestätigte am 18. September offiziell, dass das „ZDF Magazin Royale“ nach mehr als sechs Jahren und 187 Sendungen in seiner bisherigen Form ausläuft. Böhmermann selbst begründet den Schritt knapp: „Ich möchte noch mal eine andere Sendung machen.“ Tatsächlich könnte es beim ZDF für ihn weitergehen. Der Sender befindet sich nach eigenen Angaben in „guten Gesprächen“ mit Böhmermann über ein mögliches neues Show-Konzept. Eine neue Sendung ist damit allerdings noch nicht offiziell beschlossen.

ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke würdigte das bisherige Format und erklärte, man würde sich freuen, die Zusammenarbeit mit Böhmermann fortzusetzen und gemeinsam ein neues Show-Kapitel aufzuschlagen. Fest steht zunächst also nur: Das „ZDF Magazin Royale“, wie Zuschauerinnen und Zuschauer es kennen, verschwindet.

Sollte mit Böhmermanns Show schon früher Schluss sein?

Über die Hintergründe gibt es inzwischen unterschiedliche Darstellungen. Nach Informationen der „F.A.Z.“ soll ein Ende des Formats bereits 2025 im Raum gestanden haben. Der Vertrag sei schließlich lediglich um ein weiteres Jahr verlängert und die Zahl der Sendungen reduziert worden. Vom ZDF bestätigt ist diese Darstellung bislang nicht.

Interessant ist dennoch, dass die aktuelle Ankündigung ausdrücklich von einem „möglichen“ neuen Show-Konzept spricht. Wie Böhmermanns Zukunft beim ZDF konkret aussieht, ist also noch offen. Auch DWDL berichtet, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des überwiegend projektbezogen beschäftigten Teams über das Ende informiert wurden. Zudem wurde eine für Anfang 2027 geplante Tour des Rundfunk-Tanzorchesters Ehrenfeld abgesagt.

Spielt dieser Brief an ZDF-Intendant Norbert Himmler eine Rolle?

Für zusätzliche Spekulationen sorgt ein Schreiben von Christian Schertz. Der prominente Medienanwalt hatte Böhmermann früher selbst vertreten. Hintergrund ist eine Ausgabe des „ZDF Magazin Royale“ vom April 2026, die sich mit dem Fall Christian Ulmen und Collien Fernandes sowie der Rolle von Anwälten in der medialen Auseinandersetzung beschäftigte. In der Sendung trat der kleinwüchsige Schauspieler Manfred Laudenbach als „Scherzanwalt Dr. Christian Witz“ auf – eine Figur, die Schertz parodierte. Böhmermann steckte der Figur dabei wiederholt Geld für vermeintliche juristische Ratschläge zu.

Schertz kritisierte diese Darstellung später in einem Schreiben an ZDF-Intendant Norbert Himmler. Nach dem Bericht der „F.A.Z.“ störte ihn insbesondere, dass dabei „über das körperliche Merkmal eines Menschen Komik und Verachtung“ erzeugt werden sollten. Der Anwalt sah dadurch nicht nur sich selbst betroffen. Er kritisierte auch, dass die körperliche Besonderheit des Schauspielers „faktisch als negatives Merkmal instrumentalisiert“ werde.

Schertz stellte deshalb die Frage, ob eine solche Darstellung mit dem Programmauftrag des ZDF vereinbar sei, und erwog nach dem Bericht eine Programmbeschwerde.

Auffälliges Timing beim Ende des „ZDF Magazin Royale“

Brisant erscheint vor allem der zeitliche Ablauf. Laut „F.A.Z.“ bat Schertz ZDF-Intendant Himmler um eine persönliche Antwort innerhalb von 14 Tagen. Die gesetzte Frist soll ausgerechnet am 18. September geendet haben – genau an jenem Freitag, an dem das ZDF das bevorstehende Ende des „ZDF Magazin Royale“ öffentlich bestätigte.

Das sorgt verständlicherweise für Spekulationen. Einen Nachweis dafür, dass der Brief tatsächlich der Grund oder auch nur ein entscheidender Faktor für das Show-Aus war, gibt es jedoch nicht. Auch die „F.A.Z.“ formuliert den möglichen Zusammenhang als Vermutung. Das ZDF selbst nennt das Schreiben in seiner Erklärung zum Ende der Sendung nicht.

Böhmermanns Sendung sorgte mehrfach für juristische Auseinandersetzungen

Der Brief trifft allerdings auf eine Phase, in der das „ZDF Magazin Royale“ bereits wegen anderer Beiträge juristisch unter Druck geraten war. Besonders bekannt ist der Streit um den früheren Präsidenten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm. Ausgangspunkt war eine Sendung aus dem Oktober 2022.

Im Juni 2026 bestätigte das Oberlandesgericht München im Wesentlichen eine vorherige Entscheidung des Landgerichts München I. Bestimmte Formulierungen dürfen demnach nicht weiter verbreitet werden. Einen von Schönbohm geforderten Anspruch auf Geldentschädigung verneinte das Gericht dagegen.

Auch der Streit mit dem sächsischen Imker Rico Heinzig machte Schlagzeilen. Nachdem Böhmermann dessen Unternehmen in seiner Sendung im Zusammenhang mit „Beewashing“ thematisiert hatte, warb Heinzig anschließend satirisch mit Böhmermanns Namen und Bild für Honig. Böhmermann ging dagegen juristisch vor. Das Oberlandesgericht Dresden wertete die Aktion 2024 im Eilverfahren jedoch als zulässige Satire.

Ob solche Auseinandersetzungen bei der Entscheidung über die Zukunft des „ZDF Magazin Royale“ eine Rolle gespielt haben, haben weder Böhmermann noch das ZDF bestätigt.

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