Filme

Berlinale-Gewinner Mohammad Rasoulof muss ins Gefängnis

Erst rund anderthalb Wochen ist es her, dass der iranische Filmemacher Mohammad Rasoulof für seinen Film „There is no Evil“ gefeiert wurde. Nun muss er ins Gefängnis.

Berlinale-Gewinner Mohammad Rasoulof muss wegen seines Films ins Gefängnis
Berlinale-Gewinner Mohammad Rasoulof muss ins Gefängnis. Bild: Clemens Bilan/EPA-EFE/Pool/Getty Images

„Die Internationalen Filmfestspiele Berlin haben mit Bestürzung von der Haftanordnung der iranischen Behörden gegen den renommierten Regisseur Mohammad Rasoulof erfahren. Rasoulofs Film There is no Evil wurde am 29. Februar mit dem Goldenen Bären als Bester Film der Berlinale 2020 ausgezeichnet“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dass Filmemacher Mohammad Rasoulof eben doch Böses droht, war bereits vor einigen Wochen klar. Seinen prämierten Film "There is no Evil" hatte Rasoulof im Verborgenen drehen müssen. Bei der Verleihung des Goldenen Bären konnte er nicht anwesend sein. Wegen seiner Filme war dem 48-Jährige 2019 nämlich verboten worden, aus dem Iran auszureisen. Der Vorwurf: „Propaganda gegen das System“. Auch zu einer Haftstrafe von einem Jahr wurde Rasoulof damals verurteilt – diese war allerdings noch nicht vollstreckt worden. Auch ein zweijähriges Berufsverbot wurde gegen ihn verhängt.

Auch im Berlinale-Film „There is no Evil“ hatte sich Mohammad Rasoulof mit der sozialen Situation in seinem Heimatland Iran auseinandergesetzt.

 

Mohammad Rasoulof muss in Haft

Am 4. März, nur wenige Tage nach dem Ende der 70. Berlinale, wurde Mohammad Rasoulof nun vom zuständigen Gericht in Teheran dazu aufgefordert, seine Haft anzutreten.

Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian, die neuen Leiter der Berlinale, zeigen sich darüber entsetzt: „Wir sind besorgt über die Haftanordnung gegen Mohammad Rasoulof. Es ist erschütternd, dass ein Regisseur so hart für seine künstlerische Arbeit bestraft wird“. Man hoffe nun darauf, dass die iranischen Behörden das Urteil revidieren, so das Duo weiter.

„Die Berlinale setzt sich grundsätzlich für die Meinungsfreiheit und Freiheit der Kunst ein. Daher protestiert das Festival gegen die Haftstrafe gegen den Regisseur“, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung .


Tags:
Das könnte Sie auch interessieren
TV Movie empfiehlt