Kino

Benedict Cumberbatch geht steil

Vor zwei Jahren wurde er zum Sherlock Holmes der Neuzeit - jetzt krallt sich Hollywood den Newcomer für ganz großes Kino.

Bekannt wurde Benedict Cumberbatch eigentlich als Schurkenschreck und exzentrisches Mastermind Sherlock Holmes im sensationell erfolgreichen BBC-Reboot der Kultabenteuer. Diesen spielte er so grandios, dass sich aus dem Stand halb Hollywood um den charismatischen Briten riss. Doch mit dem Ortswechsel hat er offensichtlich auch einen moralischen Seitenwechsel vollzogen - und verkörpert jetzt die beiden geheimnisvollsten Bösewichte, die aktuell auf Leinwand gebracht werden: Den Drachen Smaug im "Hobbit" und den neuen Oberfiesling in "Star Trek 2". Die Rollen sind dabei auf unterschiedliche Weise mysteriös: In "Star Trek 2" dementiert Cumberbatch konsequent, den alten Kirk-Gegenspieler Khan zu geben - hüllt sich aber in Schweigen, wer statt dessen die unendlichen Weiten misshandeln wird. Ersatzweise nur ominöse Andeutungen: "Ich verrate euch was: Er hat Kultstatus und ist aufregend. Mich langweilt es inzwischen, abzustreiten, dass es Khan ist - aber die Leute sagen es trotzdem immer wieder". In Peter Jacksons "Hobbit" ist wenigstens seine Rolle klar: Er wird dem so goldgierigen wie mörderischen Drachen Smaug nicht nur die Stimme leihen, sondern ihn via Motion-Capture auch in Bewegung versetzten. "Ich werde einen Anzug bekommen, aber wahrscheinlich nicht Andy Serkis verschwitzen, nassen Anzug. Ich bin sicher, die waschen den noch mal durch", lautete vor kurzem sein launiges Statement. Doch damit erschöpfen sich die Informationen schon. Kein Bild, keine Sekunde Film, kein Nichts. Bis auf die Absichtserklärung des ursprünglich vorgesehenen Regisseurs Guillermo del Toro, den "schrecklichsten und eindrucksvollsten Drachen der Filmgeschichte" abzuliefern. Dass sich Nachrück-Filmer Peter Jackson mit weniger zufrieden geben wird, ist nicht zu erwarten.

 

Die Schattenseiten des Ruhm

Zudem scheint der 36-Jährige Cumberbatch jetzt bereit zu sein für höhere mimischen Weihen - und könnte bald mit den Hollywoodlegenden Meryl Streep und Julia Roberts vor der Kamera stehen. Medienberichten zufolge, ist er schwer im Gespräch um eine Rolle in der geplanten Familiensaga "August: Osage County" nach dem mit einem Pulitzerpreis ausgezeichneten, gleichnamigen Theaterstück. Streep spielt in dem Drama über Drogenmissbrauch, Rassismus und Untreue eine tablettensüchtige Matriarchin, Roberts ihre Tochter. Cumberbatch ist für die Rolle des sensiblen Sohnes von Streeps Schwester vorgesehen. So oder so: Mit Anonymität und Privatsphäre ist es bei dieser Zeitraffer-Karriere erst mal vorbei. Für den Shooting-Star noch ungewohnt - und in Sonderfällen ein kleines Problem: "Mir macht es natürlich was aus, wenn man um ein Uhr morgens ein Foto von mir macht - speziell wenn ich total besoffen bin" so Cumberbatch. "In neun von zehn Fällen finde ich es in O.K. Aber manchmal ist es einfach mieses Timing."



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