„Being Sebastian Vettel“: Was die neue ARD-Doku endlich verrät
Vier WM-Titel, 53 Siege, Millionen Fans – Sebastian Vettel hat im Motorsport fast alles erreicht. Eine neue ARD-Doku zeigt nun, wer der Mensch hinter den Zahlen ist.

Sebastian Vettel ist einer der erfolgreichsten deutschen Rennfahrer aller Zeiten. Doch hinter den Titeln steckt mehr als Zahlen und Pokale. Die vierteilige ARD-Doku-Serie „Being Sebastian Vettel“ von BR-Autor Andreas Troll erzählt nun die Geschichte eines Jungen, der im Kartfahren seine große Leidenschaft entdeckte, eines jungen Mannes, der unbedingt Weltmeister werden wollte – und eines Vaters, der irgendwann begann, seinen eigenen Maßstab für Erfolg infrage zu stellen.
Schon als Kind dreht sich Vettels Leben um die nächste Runde, die nächste Strecke, die nächste Herausforderung. Gemeinsam mit seiner Familie fährt er von Rennen zu Rennen. Seine Mutter Heike Vettel erinnert sich daran, wie sehr ihr Sohn im Kart aufgeht: Erst der Ruf „Sebastian, dein Schnitzel ist da“ holt ihn für einen Moment zurück in die Realität.
„Beim Fahren habe ich was entdeckt, um der ganzen Welt entfliehen zu können“, sagt Vettel in der Doku. Diese Flucht in die Geschwindigkeit wird später zum Motor seiner Karriere – und zugleich zur Belastung.
Der Druck, immer besser zu sein
Vettel schafft den Sprung in die Formel 1, wird zum jüngsten Weltmeister der Geschichte und gewinnt vier Titel in Folge. Doch hinter dieser Erfolgsgeschichte steckt ein ständiger Kampf mit sich selbst. Der Anspruch, immer besser sein zu müssen, wird zum Antrieb – und zur Belastung.
„Ich gehöre hier hin“, sagt Vettel über den Moment, in dem er seinen ersten Weltmeistertitel gewinnt. Doch selbst dieser Erfolg beendet die Zweifel nicht. Wegbegleiter wie der ehemalige Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko und Stimmen aus der Formel 1 erzählen von einem Sport, in dem Talent allein nicht genügt. Auch Lewis Hamilton kennt diesen Druck. Aus erbitterten Konkurrenten werden im Laufe der Jahre enge Freunde. Hamilton sagt über Vettel: „Für mich ist er der engste Freund, den ich je im Rennzirkus hatte. Sebastian hat mich nie be- oder verurteilt.“
Ferrari, Familie und ein neuer Blick
Der Wechsel zu Ferrari sollte für Vettel die Krönung seiner Karriere werden. Er gewinnt Rennen, steht regelmäßig auf dem Podium – doch ein WM-Titel im Cockpit der Italiener bleibt aus. Während Vettel um weitere Siege kämpft, verändert sich sein Leben außerhalb der Rennstrecke. Er wird Vater, seine Familie wird wichtiger, und erstmals richtet sich sein Blick stärker auf die Zukunft.
Vettel beginnt, über seinen Sport hinauszudenken: über Klimawandel, Umwelt und die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Ausgerechnet in einer Welt, die von Geschwindigkeit, Wettbewerb und enormem Ressourcenverbrauch geprägt ist, hinterfragt der Formel-1-Star die Bedingungen seines eigenen Sports. Sein Engagement bringt ihm Anerkennung, aber auch Kritik.
Vor der Kamera beschreibt der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, wie ungewöhnlich es ist, dass sich ein prominenter Sportler aus diesem Umfeld so deutlich zu gesellschaftlichen Themen positioniert.
Die ersten beiden Folgen sind ab Donnerstag, 22. Oktober, in der ARD Mediathek verfügbar. Am Mittwoch, 28. Oktober, laufen sie ab 23:45 Uhr im Ersten.







